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«Die Österreicher sind personell am Limit»

Die Schweiz reagiert auf den wachsenden Migrationsdruck an der Ostgrenze. Das Grenzwachtkorps bietet deshalb mehr Personal auf.

Der Druck wächst: Das Schweizer Grenzwachtkorps muss viele Aufgaben erledigen. (16. Juni 2015)
Der Druck wächst: Das Schweizer Grenzwachtkorps muss viele Aufgaben erledigen. (16. Juni 2015)
Keystone

Wegen der Flüchtlingswelle in Österreich mobilisiert das Schweizer Grenzwachtkorps mehr Einsatzkräfte an der Grenze zum Nachbarn im Osten. Die Probleme scheinen bereits begonnen zu haben: Die Zahl der rechtswidrigen Aufenthalter in Buchs SG belief sich im Juli noch auf 289 Personen, im August bereits auf 709, wie Jürg Noth, Chef des Grenzwachtkorps, im Interview mit der «Schweiz am Sonntag» erklärt.

Eine weitere Zunahme sei zu erwarten. Die Flüchtlinge können via Buchs inzwischen praktisch unkontrolliert in die Schweiz reisen: «Die Österreicher können höchstens noch punktuell kontrollieren, sie sind angesichts der grossen Flüchtlingszahlen personell am Limit», sagt Noth. Er kündigt darum an: «Wir planen in Buchs und im Rheintal Verstärkungen.» Man sei «bereit, wenn es eskaliert». Keine Entspannung gibt es im Tessin. «Den Hauptdruck werden wir weiterhin im Tessin haben, mit bis zu 500 neuen Flüchtlingen pro Woche», führt der Grenzwachtkorps-Chef weiter aus.

Viele Aufgaben – wenig Personal

Im Interview der Sonntagsblattes beklagt Noth einen massiven Unterbestand. Vor der grossen Flüchtlingskrise habe man bereits 84 Leute zuwenig gehabt, sagt der Chef über 2000 Mitarbeiter. Und jetzt seien es gar 200 bis 300 zuwenig. Der Bundesrat habe nur 48 Zusatzstellen bewilligt. «Wir können nicht mehr alle Aufgaben wahrnehmen, gerade auch im Bereich Zoll.» Mit anderen Worten: Einkaufstouristen, die zu viel importieren, werden nicht mehr kontrolliert. «Wir haben sicher nicht mehr die Möglichkeiten, zu schauen, ob einer zu viel Salami oder Grappa über die Grenze nimmt. Wir können nur noch die grossen Fische rausfischen.»

Noth verteidigt in der «Schweiz am Sonntag» das Schengen-Dublin-System. Dazu gebe es keine Alternative. Zu einer repräsentativen Umfrage, wonach 45 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer dafür sind, die Grenzen vorübergehend zu schliessen, meint er: «Dafür bräuchten wir mindestens dreimal mehr Personal. Also rund 6000 Grenzwächter. Doch die Kontrollen hätten wohl ein Wirtschaftschaos zur Folge. Wir hätten im Süden Stau bis nach Mailand. Täglich passieren 750'000 Personen und 350'000 Autos die Landesgrenzen.»

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