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Die Hand reichen ist Usus, dazu braucht es kein Gutachten

BZ-Redaktor Christoph Aebischer zum Fall zweier Schüler, die ihrer Lehrerin die Hand verweigern.

Allmählich wird die Diskussion um die Integration von muslimischen Schülern bizarr. Am Sonntag wurde bekannt, dass im basel-landschaftlichen Therwil zwei Oberstufenschüler einer Lehrerin aus religiösen Gründen die Hand nicht reichen wollen. Die Schul­behörde toleriert das, und der Kanton arbeitet ein Gutachten dazu aus. Das ist schwach.

Es mag angehen, wenn die harte Konfrontation vorerst vermieden wird.Vermittlung ist besser als Bestrafung. Insofern ist es nachvollziehbar, dass die Schule nicht gleich zum Zweihänder greift und die Eltern büsst oder die beiden Schüler vom Unterricht ausschliesst. Am Ende des Prozesses muss aber ganz klar ein Umdenken bei den beiden Schülern stattfinden. Das Begrüssungs- und Verabschiedungsritual mit einem Händedruck ist in der Schweiz selbstverständlich. Wer einer Frau die Hand nicht gibt, handelt respektlos. Wer in unserer Gesellschaft leben will, muss hiesige Gepflogenheiten akzeptieren können. Insofern ist es unabdingbar, wenn Behörden und Respektspersonen diese Haltung unmissverständlich vertreten.

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