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Die grüne Welle erfasst auch den konservativen Kanton St. Gallen

Die Grünen und die Grünliberalen sind die Gewinner bei den St. Galler Parlamentswahlen. SVP, FDP und SP verlieren Sitze.

Grosse Freude: Susanne Hartmann (CVP) schaffte die Wahl in die St. Galler Regierung auf Anhieb.Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)
Grosse Freude: Susanne Hartmann (CVP) schaffte die Wahl in die St. Galler Regierung auf Anhieb.Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)

Ein Hauch von Grün erfasst auch den Kanton St. Gallen. Wie schon bei den eidgenössischen Wahlen vom letzten Oktober legen nun auch im Ostschweizer Kanton die ökologischen Kräfte zu. Allerdings ist der Linksrutsch in St. Gallen weniger ausgeprägt als bei den Nationalratswahlen vom Herbst. Die bürgerlichen Parteien SVP, FDP und CVP halten zusammen nach wie vor mehr als zwei Drittel der Sitze.

Die Grünen und die Grünliberalen gewinnen im 120-köpfigen Parlament je 4 Mandate zulasten von SVP, FDP und SP. SVP und FDP verlieren damit wie schon im Herbst im Nationalrat ihre Mehrheit auch im St. Galler Grossen Rat, die sie 2016 errungen hatten. Die grössten Sitzverluste erleidet die SVP. Sie büsst 5 ihrer bisher 40 Mandate ein, bleibt jedoch mit 35 Sitzen weiterhin die mit Abstand stärkste Fraktion.

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Die FDP muss 4 Sitze abgeben und hat neu noch 22 Mandate. Die CVP, die einstmals dominierende Kraft im Kanton St. Gallen, kann sich hingegen über einen Sitzgewinn freuen. Sie war bisher gleich stark wie die FDP, liegt nun aber mit 27 Mandaten deutlich vor den Freisinnigen.

Die EVP kehrt mit 2 Sitzen ins St. Galler Kantonsparlament zurück. Kein Comeback gelang hingegen der BDP, die 2016 aus dem Grossen Rat geflogen war.

Grüne mit Fraktionsstärke

Zu den Verlierern gehört auch die SP, allerdings hält sich der Verlust mit 1 Sitz in Grenzen. Mit 19 Sitzen bleiben die Sozialdemokraten im linken Lager nach wie vor die mit Abstand stärkste Kraft. Die Grünen können aber mit ihren 9 Sitzen nun erstmals eine eigene Fraktion bilden. Dazu braucht es mindestens 7 Sitze. Bisher waren die Grünen der SP-Fraktion angeschlossen. Die Grünliberalen verpassen hingegen mit ihren 6 Sitzen knapp Fraktionsstärke. Die GLP bildete bisher mit der CVP eine Fraktion.

Für Franziska Ryser, Co-Präsidentin der Grünen der Stadt St. Gallen, übertrifft das gute Abschneiden ihrer Partei die Erwartungen. Ziel seien 7 Sitze zur Fraktionsstärke gewesen. Nun hätten die Grünen die Sitzzahl mehr als verdoppelt.

Der St. Galler SVP-Nationalrat Lukas Reimann führt das schlechte Abschneiden seiner Partei einerseits auf eine geringe Mobilisierung der SVP-Basis zurück. Zudem seien viele SVP-Wähler wohl auch enttäuscht darüber, dass die rechte SVP-FDP-Mehrheit in den vergangenen vier Jahren nicht mehr umgesetzt habe.

CVP-Erfolg in Regierung

Im siebenköpfigen Regierungsrat wurden im ersten Wahlgang 5 Sitze besetzt. Gewählt wurden die vier Bisherigen, die sich wieder zur Wahl stellten: Bruno Damann (CVP), Marc Mächler (FDP), Fredy Fässler (SP) und Stefan Kölliker (SVP). Zudem schaffte die Wiler Stadtpräsidentin Susanne Hartmann (CVP) auf Anhieb die Wahl in die Kantonsregierung. Damit kann die CVP den frei werdenden Sitz von Benedikt Würth sichern, der nach seiner Wahl in den Ständerat nicht mehr antrat.

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Noch nicht im Trockenen haben FDP und SP ihren bisherigen, zweiten Regierungssitz. Von jenen, die das absolute Mehr verpassten, schnitt SVP-Kandidat Michael Götte (SVP) am besten ab, knapp gefolgt von Beat Tinner (FDP) und Laura Bucher (SP). Rahel Würmli (Grüne) landete auf dem achten Platz. Der zweite Wahlgang findet am 19. April statt.

Enttäuschend ist die Wahlbeteiligung mit 33,7 Prozent. 2016 betrug diese beim Parlament 45 und der Regierung gar 52 Prozent. Allerdings fielen die Wahlen 2016 zusammen mit eidgenössischen Abstimmungen.

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