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Mah-Mee statt «John Wayne»

Militär-Klassiker verschwinden, das Essen wird ausgewogener: Wie die Schweizer Armee ihren Speiseplan modernisiert hat.

«Wir bewegen uns mit der Zivilgesellschaft»: Soldaten fassen ihr Essen auf dem Waffenplatz Thun. (Archivbild)
«Wir bewegen uns mit der Zivilgesellschaft»: Soldaten fassen ihr Essen auf dem Waffenplatz Thun. (Archivbild)
Keystone

Gegen die Modernisierung kann selbst die Schweizer Armee nicht ankämpfen. Bemerkbar macht sich das unter anderem in der Küche. Heutzutage wird Wert auf Ausgewogenheit gelegt – fettige, schwere Mahlzeiten sind passé. So wird vermehrt Mah-Mee, Auberginengratin oder «Chinapfanne» angeboten. Das «Atombrot» (speziell haltbar gemachtes Brot) oder «John Wayne» (Chili con Carne aus der Büchse) sind fast gänzlich verschwunden.

Das Armee-Kochbuch schlägt 38 Gewürze und Gewürzmittel vor – «von der Austernsauce bis zum Zitronengras», berichtet die «NZZ». Moderne Küchengeräte ermöglichen die Herstellung anspruchsvollerer Speisen.

Hauptsächlich Schweizer Produkte

«Wir bewegen uns in diesem Bereich mit der Zivilgesellschaft», sagt Armeesprecher Daniel Reist zur «NZZ». In einem Handbuch, das seit 2005 gilt, heisst es: «Die Bedeutung des Essens und des Trinkens bezüglich Motivation, Leistungsfähigkeit und Gesunderhaltung darf niemals unterschätzt werden.»

Der Armeechef André Blattmann hat die Verantwortlichen angewiesen, hauptsächlich Schweizer Produkte aufzutischen. Beim Fleisch wird das Label «Suisse Garantie», beim Geflügel «Schweizer Geflügel» und beim Fisch «MSC» oder «ASC» verlangt.

Kein Halal-Fleisch

Der neue Verpflegungsstandard hat jedoch seinen Preis: Der Verpflegungskredit wurde um 1,5 Millionen Franken erhöht. Das macht 8.75 Franken täglich pro Soldat.

Ab und zu komme es auch vor, dass ein Vegi-Gericht gekocht wird. Einen Vegi-Tag, wie von rot-grüner Seite gefordert, brauche es daher nicht. Religiöse Essvorschriften wie Halal-Fleisch für Muslime werden genauso wenig berücksichtigt wie vegane Essgewohnheiten.

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