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Der Stachel im Fleisch des Filmfestivals Locarno

Das Grand Hotel Locarno – lange gesellschaftlicher Mittelpunkt während des Filmfestivals – ist seit bald zehn Jahren geschlossen. Nach einem Verwaltungsgerichtsentscheid ist die Zukunft ungewisser denn je.

Verblichener Glanz: Das leer stehende Grand Hotel Locarno. Foto: Martial Trezzini (Key)
Verblichener Glanz: Das leer stehende Grand Hotel Locarno. Foto: Martial Trezzini (Key)

Ab kommenden Mittwoch steht Locarno ganz im Zeichen des Filmfestivals. Neben Filmbegeisterten kommen zahlreiche Prominente aus dem In- und Ausland an die Gestade des Lago Maggiore. Und einmal mehr werden sich die Augen nicht nur auf die Leinwand der Piazza Grande richten, sondern auch auf das Grand Hotel beim Bahnhof. Über Jahrzehnte war das 1876 eröffnete Haus mit seinem zuletzt etwas heruntergekommenen Charme der gesellschaftliche Treffpunkt für die Cineastengemeinschaft. Es ist ein Haus mit Geschichte: 1925 residierten hier unter anderem die Delegationen von Grossbritannien, Frankreich und Italien während der Verhandlungen der Locarno-Verträge. Die Verträge sicherten den territorialen Status quo an der Westgrenze Deutschlands. Der Garten des Grand Hotel war ab 1946 Schauplatz des neu gegründeten Filmfestivals. Erst 1971 verlegte man die abendlichen Aufführungen auf die ­Piazza Grande.

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