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«Der grösste Fehler war, die Umsetzung den Kantonen zu überlassen»

In den Jahren 2005 und 2006 sagte die Schweiz Ja zur Bildungsverfassung. Deren Hauptziel ist, bis ins Jahr 2015 ein einheitliches Schweizer Bildungssystem zu schaffen. Dass dies gelingt, daran zweifelt Hans Zbinden, Alt-Nationalrat und Vater der Bildungsverfassung.

Hans Zbinden: «Man hat ‹mein Kind› zu Entwicklungen verleitet, die mit meiner Grundidee nicht mehr übereinstimmen.»
Hans Zbinden: «Man hat ‹mein Kind› zu Entwicklungen verleitet, die mit meiner Grundidee nicht mehr übereinstimmen.»
Urs Lindt

Sie sind der Vater der Schweizer Bildungsverfassung, die die Bildung vereinheitlichen sollte. Sind Sie mit dem bisher Erreichten zufrieden? Hans Zbinden: Nein. Ich bin zwar noch ihr Vater. Allerdings hat man «mein Kind» zu Entwicklungen verleitet, die mit meiner Grundidee nicht mehr übereinstimmen.

Welche? Der grösste Fehler war, dass man es den Kantonen in einer ersten Stufe überliess, die Bildung über Harmos zu vereinheitlichen. Damit hat man keinen zusammenhängenden Bildungsraum geschaffen. Ich habe mich gegen dieses Vorgehen gewehrt. Dieser Passus wurde denn auch erst nach meinem Ausscheiden aus dem Nationalrat in die Bildungsverfassung eingeschleust. Ich wollte, dass der Bund von Anfang an die Führung übernimmt und man das Bildungswesen endlich national versteht und löst. Wie dies die Helvetik 1799 bereits vorsah.

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