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«Rot-grüne Visionen werden zum blossen Machterhalt»

Das linke Bündnis in Bern ist zerbrochen. Politologe Michael Hermann über Unzufriedenheit in den Städten und die Auswirkungen im Nationalrat.

Die Aufwertung des öffentlichen Raumes, ein rot-grünes Projekt, ist heute selbstverständlich: Schachspieler auf dem Bundesplatz in Bern (Archiv).
Die Aufwertung des öffentlichen Raumes, ein rot-grünes Projekt, ist heute selbstverständlich: Schachspieler auf dem Bundesplatz in Bern (Archiv).
Lukas Lehmann, Keystone

Das Rot-Grün-Mitte-Bündnis in Bern zerbricht. Es wird keine gemeinsame Liste für die Gemeinderatswahlen geben – zum ersten Mal seit 24 Jahren. Überrascht Sie das?

Das hat sich angekündigt. Auf allen Seiten war wenig Kompromissbereitschaft vorhanden. Das liegt auch an der speziellen Ausgangslage in Bern: Die Exekutive, also der Gemeinderat, wird nicht im Majorz gewählt wie in anderen Städten, sondern über Listen. Die Parteien müssen sich deshalb zusammenraufen. Dazu fehlte insbesondere bei der Grünen Freien Liste GFL die Bereitschaft. Diese waren bisher als Mehrheitsmacher geduldet, drängen nun mit Alec von Graffenried selber an die Macht. Der Konflikt hat also auch damit zu tun, dass die Grünen in Bern in das Grüne Bündnis und die GFL geteilt ist.

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