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Das lange Leben der Schweizer

Im OECD-Vergleich haben überdurchschnittlich viele Schweizer einen Job, die Umwelt ist gut und die Lebenserwartung hoch. Schlechte Noten erhält die Schweiz in der Studie aber in Sachen Demokratie.

Die heute veröffentlichte Studie «Gesellschaft auf einen Blick» (society at a glance) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beleuchtet die sozialen Trends in den Mitgliedsländern der OECD und einiger weiterer Staaten wie China, Indien und Südafrika - insgesamt in 40 Ländern.

Punkto durchschnittlicher Lebenserwartung liegt die Schweiz mit 82,2 Jahren auf Platz 2 hinter Japan mit 82,7 Jahren. Der OECD-Schnitt liegt bei 79,3 Jahren. In Estland, Ungarn und der Türkei liegt die Lebenserwartung unter 74 Jahren.

Hohe Gesundheits- und Bildungsausgaben

Die Schweizer geben allerdings auch 10,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Gesundheit aus. Nur in den USA und Frankreich sind die Ausgaben noch höher.

Bei den Bildungsausgaben liegt die Schweiz mit knapp 12'000 US-Dollar pro Kind im schulpflichtigen Alter auf Platz zwei nach Luxemburg (16'600 Dollar pro Kind). Der OECD-Schnitt liegt bei etwas über 8000 Dollar.

Wohlhabend und arbeitsam

Bei den mittleren Haushaltseinkommen liegt die Schweiz mit 27'000 US-Dollar um 8000 Dollar über dem OECD-Schnitt. Sie nimmt Rang sechs auf der Liste ein. Schlusslichter sind die Türkei und Mexiko mit 6000 respektive 5000 Dollar. Im Mittelfeld liegt die Schweiz bei der Einkommensverteilung und der Armut. Die Anzahl der Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, ist mit 8,7 Prozent zwar noch unter dem OECD-Schnitt, aber höher als in den nordischen Ländern und Österreich.

In keinem OECD-Land arbeitet ein höherer Anteil der Bevölkerung als in der Schweiz: 79,2 Prozent der Schweizer im erwerbsfähigen Alter haben einen Job. Die Arbeitslosigkeit ist mit 4,2 Prozent am viertniedrigsten hinter Norwegen, Korea und den Niederlanden. Das Schlusslicht trägt Spanien mit 18 Prozent Arbeitslosen. Die Schweizer Männer gehen im Schnitt mit 66 Jahren in Rente, etwas später als der OECD-Schnitt (64 Jahre). In Luxemburg liegt dieser Schnitt bei 57 Jahren.

Die Schweiz hat nach Luxemburg und Israel den dritthöchsten Anteil an Migranten. Jeder vierte Bewohner der Schweiz ist nicht im Land geboren. Im OECD-Mittel sind es knapp 12 Prozent der Menschen.

Viel soziales Engagement

55 Prozent aller Schweizer haben im Monat vor der Befragung entweder einen Freiwilligendienst verrichtet, Geld gespendet oder einem Fremden geholfen. Im OECD-Durchschnitt zeigten nur 39 Prozent der Menschen ein ähnlich soziales Verhalten.

Auf einem Index über das Vertrauen in die Institutionen von null bis hundert erreicht die Schweiz 71 Punkte. Übertroffen wird sie von den nordischen Ländern. Am untersten Ende dieser Vertrauensskala befindet sich Mexiko.

Umgekehrt liegt die Schweiz auf dem Korruptions-Index mit den nordischen Staaten sowie Australien und Neuseeland auf den hinteren Plätzen. Portugal, Israel und Griechenland liegen hier vorne. Generell zufrieden zeigen sich die Schweizer mit ihrer Luft- und Umweltqualität. Auch hier steht die Schweiz mit den nordischen Ländern an der Spitze.

Keinen guten Eindruck macht die Wiege der Demokratie in Sachen Wahlbeteiligung, die laut der OECD-Statistik bei 48 Prozent liegt (wie in den USA). In Belgien, Luxemburg und Australien liegt sie bei über 90 Prozent.

SDA/pbe

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