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«Das Geschäft mit der Angst funktioniert»

Als eine Schülerin in Ingenbohl SZ an Masern erkrankte, mussten alle ungeimpften Kinder der Schule früher in die Ferien. Wie der Kampf gegen Masern die Gemüter der Leser von Redaktion Tamedia erhitzt.

Gesund oder nicht? Ein Mädchen wird geimpft. (Archivbild)
Gesund oder nicht? Ein Mädchen wird geimpft. (Archivbild)
Keystone

Fast 250 Kommentare in zwei Stunden – das ist eine beachtliche Zahl. Rege diskutiert haben unsere Leser nach unserem Artikel über Sinn oder Unsinn von Masernimpfungen und darüber, wie sich eine Ansteckung mit der Krankheit vermeiden lässt. Als an einem Gymnasium in Ingenbohl SZ eine Schülerin an Masern erkrankt war, mussten ihre Mitschüler erst einmal ihre Impfbücher vorzeigen.

Wer nicht gegen Masern geimpft war, wurde früher in die Sommerferien geschickt – nach den Richtlinien des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) ganz normale Praxis. Man erhofft sich mit dieser Massnahme eine höhere Impfdisziplin in der Bevölkerung, denn die relativ niedrigen Impfquoten handeln der Schweiz immer wieder Ärger mit der Welthandelsorganisation (WTO) ein.

Betrachtet man unsere Umfrage, scheinen die Meinungen auf den ersten Blick nicht so weit auseinanderzugehen: Auf die Frage «Glauben Sie, dass der Schulausschluss die Impfdisziplin erhöht?» antworteten von insgesamt 1402 Personen 56,5 Prozent mit «Nein» und entsprechend 43,5 Prozent mit «Ja». Die Kommentarspalte zeichnet jedoch ein anderes Bild. Für eine Leserin geht es beim Thema Impfung vor allem um Profit: «Das Geschäft mit der Angst funktioniert, und das wissen Pharmakonzerne, WHO und Co, und damit lassen sich Milliarden verdienen», schreibt sie. Diese Meinung teilen auch andere Kommentatoren bei Redaktion Tamedia.

Höhere Krankenkassengebühren für Ungeimpfte?

Einige Leser wiederum weisen auf die gesundheitlichen Risiken von Masernimpfungen hin. «Wir impfen unsere Kinder ‹zu Tode› und wundern uns, wenn immer mehr und immer jüngere Kinder Autoimmunerkrankungen, Lebensmittelunverträglichkeiten oder Asthma entwickeln», schreibt ein Leser. Doch auch wenn einige Kommentatoren diese Einstellung teilen. Viele plädieren für einen freiwilligen Umgang mit dem Thema – Eltern sollen selbst darüber entscheiden, ob ihr Kind geimpft wird oder nicht. Ein Leser begründet diese Einstellung mit medizinischen Gründen: «Jeder wirksame medizinische Eingriff in die Biologie hat bekannte oder unbekannte Nebenwirkungen. Rückgängig machen ist in den wenigsten Fällen möglich. Darum ist die Selbstbestimmung in jedem Fall zwingend», schreibt er.

Viele sind aber überzeugt, Kinder sollten Masern bekommen, damit sie als Erwachsene nicht mehr der Gefahr ausgesetzt sind zu erkranken. Manche zeigen sich dabei als harte Kontrahenten der Impfgegner. «Impfgegner sollte man mit grösster Härte anpacken, ihnen allenfalls die Kinder wegnehmen. Wer sein Kind gleichermassen in Gefahr bringt, landet vor dem Strafrichter. Wieso die Impfgegner nicht? Hier besteht dringender Handlungsbedarf!», schreibt ein Leser.

Einen durchaus interessanten Vorschlag liefert dann am Ende ein anderer Kommentator: «Wer sich nicht vollständig impfen lässt, zahlt 10 Prozent mehr Krankenkasse (bzw. die anderen bekommen Rabatt, damit es nicht diskriminierend ist)», so der Leser. Was man am Ende sieht: Die Leser setzen sich vielfältig mit dem Thema Impfung auseinander – der Schulausschluss der ungeimpften Kinder ist für die Leser dabei aber von geringer Relevanz.

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