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Dank Video und DNA: Genfer Täter identifiziert

Die Männer stammen aus einem Ort am Genfersee in Frankreich. Ein Opfer liegt noch immer im Koma.

Am Wochenende demonstrierten in mehreren Schweizer Städten Menschen gegen Gewalt an Frauen (Aufnahme aus Lausanne).
Am Wochenende demonstrierten in mehreren Schweizer Städten Menschen gegen Gewalt an Frauen (Aufnahme aus Lausanne).
Jean-Christoph Bott, Keystone

Die Mehrheit der mutmasslichen Täter der Prügelattacke gegen fünf Genfer Frauen vor einem Nachtclub ist identifiziert. Es handle sich um französische Staatsangehörige, teilte die Genfer Staatsanwaltschaft am Dienstagabend mit. Bei drei Personen ist sich die Genfer Justiz offenbar sicher, dass sie an der Tat beteiligt waren. Bei zwei bis drei weiteren liegt ein dringender Verdacht vor, ebenfalls beteiligt gewesen zu sein.

Die Genfer Kriminalpolizei stellte digitale Fingerabdrücke und DNA-Spuren sicher, wertete Material der Videoüberwachung aus und befragte zahlreiche Zeugen. Die Identifikation gelang auch dank der Hilfe der französischen Polizeibehörden. Eine der schwer am Kopf verletzten Frauen lag am Dienstag, rund eine Woche nach der Tat, noch immer im Koma im Universitätsspital.

Frankreich liefert nicht an Drittstaaten aus

Weil die identifizierten Täter französische Staatsangehörige sind und aus dem französischen Grenzgebiet stammen, hat die Genfer Staatsanwaltschaft das Strafverfahren bereits am letzten Freitag formell an die französischen Behörden abgetreten. Wie in solchen Fällen vorgesehen, hat das Bundesamt für Justiz in Bern das sogenannte Strafübernahmebegehren aus Genf nach Frankreich weitergeleitet. Dieses Begehren ist notwendig, weil Frankreich keine Staatsangehörige an Drittstaaten ausliefert – weder für Zwecke der Strafverfolgung noch für Strafprozesse.

Gemäss staatsvertraglichen Abmachungen muss nun die Staatsanwaltschaft der Republik Annecy die Straftaten aufklären und gegen die Verantwortlichen wenn möglich Anklage erheben. Diese müssten sich vor einem Savoyer Gericht für die in Genf begangenen Taten verantworten. Für ihre Ermittlungen können die französischen Behörden wiederum im Rechtshilfeverfahren auf die Unterstützung der Genfer Polizei und Staatsanwaltschaft zurückgreifen.

Demonstrationen in verschiedenen Städten

Die gesuchten Männer sollen aus der am Genfersee liegenden Ortschaft Thonon stammen. Doch bis gestern gelang es der französischen Polizei nicht, jemanden zu verhaften. Man arbeite am Fall, versicherte Pierre Filliard, stellvertretender Staatsanwalt der Republik Annecy, auf Anfrage des Radiosenders Radio Lac. Gemäss Filliard sind einige der Gesuchten der Polizei bekannt, aber nicht für grosse Straftaten. Minderjährige seien keine darunter, so Filliard. Die französische Justiz will erst wieder über den Fall informieren, wenn sie die Gesuchten verhaftet hat.

In Genf wird die Attacke gegen die fünf Frauen nach dem Ende der Sommerferien weiter zu reden geben. Einen Tag nach den Vorkommnissen fand in der Genfer Innenstadt eine Kundgebung statt. Am Sonntagnachmittag versammelten sich auch in Lausanne, Bern, Basel und Zürich insgesamt rund 500 Personen und forderten das Ende der Gewalt gegen Frauen.

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