Zum Hauptinhalt springen

Damit Frauen im Alter nicht verarmen

Schon heute erhalten Frauen viel tiefere Renten als Männer. Und die Renten sinken weiter.

Das Portemonnaie ist leer. Dies könnte sich ändern. Foto: Getty Images
Das Portemonnaie ist leer. Dies könnte sich ändern. Foto: Getty Images

Viele Frauen müssen im Alter schmal durch. Arbeiten sie im Gastgewerbe in einem typischen Frauenberuf, erhalten sie im Durchschnitt 600 Franken aus der beruflichen Vorsorge, wie eine Erhebung des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds ergab. Selbst mit einer mittleren AHV-Frauenrente kommen sie am Ende des Monats gerade einmal auf 2354 Franken.

Dabei sind diese Frauen noch gut dran. Jede dritte Frau erhält gar keine Rente aus der beruflichen Vorsorge. Sie ist entweder auf einen Lebensgefährten mit einer gut ausgestatteten Altersvorsorge angewiesen – oder aber auf Ergänzungsleistungen.

Der Bundesrat unternimmt nun einen neuen Anlauf, um die berufliche Vorsorge zu reformieren und hat einen Kompromiss von Arbeitgebern und Gewerkschaften in die Vernehmlassung geschickt. Er brächte vor allem Teilzeitern Vorteile: Heute werden von jedem Lohn 24'885 Franken pro Jahr abgezogen – mit diesem sogenannten Koordinationsabzug wollte man einst verhindern, dass sich Angestellte mit der AHV zusammen überversichern. Verdient jemand 100'000 Franken, fällt dieser Abzug nicht so sehr ins Gewicht, bei 40'000 Franken hingegen schon.

Reform der Altersvorsorge dringend

Mit dem Kompromiss von Arbeit­gebern und Gewerkschaften würde der Koordinationsabzug halbiert und ein grösserer Lohnanteil versichert. Zudem erhielte eine Übergangs­generation einen Rentenzuschlag von 100 bis 200 Franken.

Gerade Frauen, die Teilzeit arbeiten, würde das eine deutliche Verbesserung bringen. Die grosse Differenz zwischen den Renten von Frauen und Männern in der beruflichen Vorsorge wäre damit aber noch längst nicht ausgeglichen. Denn jene der Männer ist gemäss Statistik mit einem Mittelwert von 2301 Franken fast doppelt so hoch. Der Grund dafür ist nicht nur der Koordinationsabzug, sondern auch, dass Frauen noch immer weniger verdienen als Männer und so auch eher ihr Pensum reduzieren, wenn sie Mütter werden.

Gerechte Löhne nicht in Aussicht

Aber schon gegen diese minimale Verbesserung wehrt sich der Gewerbeverband. Er kritisiert nicht nur die Kosten, sondern auch, dass mit den Rentenzuschlägen von reich zu arm umverteilt werden soll – so, wie das bei der AHV schon der Fall sei.

Aber gerade für Frauen ist eine Reform der Altersvorsorge dringend. Ihre ohnehin schon prekäre Situation wird sich durch die sinkenden Umwandlungssätze und die damit sinkenden Renten weiter verschärfen. Eine Trendumkehr ist nicht absehbar, gerechtere Löhne auch nicht.

So kann man nun Teilzeiter besser versichern und einer Übergangsgeneration ganz unideologisch während 15 Jahren Rentenzuschläge gewähren – oder man kann ihnen später auf Jahre hinaus mehr Ergänzungs­leistungen zahlen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch