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Bundesrat denkt an Umwelt – und begünstigt Einkauftourismus

Die Botschaft des Bundesrats zur Agrarpolitik entspricht dem Zeitgeist. Für die Konsumenten hat das Folgen. Gute wie schlechte.

Beni Gafner
Alle wollen gesunde Lebensmittel, die umweltschonend hergestellt werden: Dafür soll die Landwirtschaft sorgen. Foto: TA
Alle wollen gesunde Lebensmittel, die umweltschonend hergestellt werden: Dafür soll die Landwirtschaft sorgen. Foto: TA

Die Botschaft des Bundesrats kommt keinem Befreiungsschlag gleich für mehr Unternehmertum und mehr Markt in der Landwirtschaft. Die Botschaft setzt aber einen neuen Schwerpunkt, der weiten Kreisen unter Konsumentinnen und Konsumenten entspricht: Alle wollen gesunde Lebensmittel, die umweltschonend hergestellt werden. Und niemand will wegen überdüngter Böden verseuchtes Trinkwasser.

Zu begrüssen ist deshalb, dass der Bundesrat und – wie erste Reaktionen zeigen – auch viele Bauernpolitiker eine jahrelange Verweigerungshaltung beenden wollen. Sie wollen weniger Dünger und Pestizide in der Landwirtschaft.

Mit der neuen Agrarvorlage sollen die Bauern also bald umweltfreundlicher produzieren, bei leicht rückläufigen Direktzahlungen. Damit entfalten die radikalen Trinkwasser- und Pestizidinitiativen bereits Wirkung, bevor sie im Volk überhaupt richtig bekannt und diskutiert sind. Der bundesrätliche Plan einer ökologischeren Landwirtschaftsproduktion entspricht damit einer Reaktion auf den Zeitgeist wachsenden Umweltbewusstseins.

Höhere Preise

Konsumenten und Konsumentinnen haben dabei allerdings auch gewahr zu werden, dass diese Politik Folgen haben dürfte. Das Bundesamt für Landwirtschaft prognostiziert bei wachsender Regulierungsdichte nämlich eine sinkende Produktion. Mehr Auflagen, eine tiefere Produktion, weniger Pestizide und weniger Dünger werden aller Voraussicht nach zu höheren Preisen führen. Produkte aus heimischer Landwirtschaft werden teurer. Weiter öffnen wird sich dadurch voraussichtlich die Preisschere zwischen heimischen und ausländischen Agrarprodukten.

Auch dies dürfte Auswirkungen haben, indem der Import preisgünstiger Landwirtschaftsprodukte aus dem Ausland zunimmt. Dafür werden einerseits die Grossverteiler sorgen, andererseits aber auch die Konsumentinnen und Konsumenten selbst, indem sie vermehrt dem Einkaufstourismus frönen.

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