Bigler veranstaltet eigene «Arena» zu No Billag

Vor der Abstimmung über die Rundfunkgebühren lässt der Gewerbeverband eine eigene Diskussionssendung ausstrahlen. Moderieren wird die Sendung ein alter Bekannter.

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Martin Wilhelm@martin_wilhelm

Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler (FDP) kämpft zuvorderst für die Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren. Nun will er den Abstimmungskampf über die No-Billag-Initiative mit einer eigenen Diskussionssendung weiter anheizen. Vier Teilnehmer sind für die Sendung mit dem Titel «Arena Fokus KMU» vorgesehen: SRG-Präsident Jean-Michel Cina und ein Exponent des Gegenkomitees auf der einen sowie ein Vertreter des Gewerbeverbands und ein Mitglied des Initiativkomitees auf der anderen Seite.

Zu sehen sein wird die Diskussionssendung am 12. Februar auf TeleZüri, TeleBärn und Tele M1, später auch auf Tele Z. Die Regionalsender strahlen bereits seit einem Jahr jede zweite Woche die Sendung «Fokus KMU» aus – finanziert vom Gewerbeverband sowie Sponsoren. Statt einer 20-minütigen Magazinsendung produziert der verantwortliche Sender Tele Z im Hinblick auf die Abstimmung vom 4. März nun aber eine 40-minütige Diskussionssendung im Stil der «Arena» des Schweizer Fernsehens. An das Original wird die Zuschauer vor allem auch der Moderator erinnern: Es ist der Zürcher Stadtrat und Bigler-Parteikollege Filippo Leutenegger, der die «Arena» 1993 gründete und sie bis 1999 moderierte.

Gewerbeverband wirft SRG Verweigerung vor

Als Grund für die Lancierung der eigenen Diskussionssendung führt der Gewerbeverband eine «Verweigerungshaltung» der SRG an. Diese würde eine offene Diskussion über Umfang und Inhalt des Service public seit Jahren verweigern und sich nun auch vor der Abstimmung über die No-Billag-Initiative nicht bereit zeigen, über Alternativen zum Status quo nachzudenken, so Sprecher Bernhard Salzmann. «Mit dieser Sendung suchen wir nun aktiv den Dialog mit der SRG.» Durch die Initiative müsse es bei der SRG zwingend zu Veränderungen kommen, und über diese gelte es nun zu sprechen.

Video: Auch Jungparteien unterstützen SRG (SDA)

Wie SRG-Sprecher Edi Estermann bestätigt, hat Verwaltungsratspräsident Cina die Einladung des Gewerbeverbands angenommen. Es gebe aus der Sicht der SRG tatsächlich ein paar Punkte mit dem Gewerbeverband zu diskutieren. Den Vorwurf, sich einem Dialog mit Kritikern zu verweigern, weist Estermann zurück. Die SRG sei schon seit längerer Zeit kontinuierlich an der Diskussion über den Service public beteiligt. «Die SRG gehört allen und lässt auch mit sich reden.»

«Unabhängige» Sendung versprochen

Der Gewerbeverband verspricht, dass die Sendung «völlig unabhängig» produziert werde. Neben den Gästen soll auch das Publikum im Studio ausgewogen zusammengesetzt sein. Die Zuschauer werden laut Salzmann durch die Befürworter und die Gegner der Initiative rekrutiert, «damit Fragen aus beiden Lagern gestellt werden».

Und Moderator Leutenegger? Dieser lehnt die No-Billag-Initiative ab, wie er der «Nordwestschweiz» sagte, steht der SRG gleichzeitig aber auch kritisch gegenüber, da diese «die Privaten an die Wand drücke».

«Arena Fokus KMU», 12. Februar 2018, 17.15 Uhr auf TeleZüri, TeleBärn und Tele M1, 13. Februar, 18.20 Uhr auf Tele Z.

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