Zum Hauptinhalt springen

Auch die FDP setzt auf die «Schweiz»

Zum Auftakt ihrer Wahlkampagne präsentiert sich die FDP als verantwortungsvolle Alternative zu den Polparteien. Im Wahlkampf-Slogan kommt auch die Mittepartei nicht um den Begriff Schweiz herum.

Sieht sich auf Erfolgskurs: FDP-Chef Fulvio Pelli.
Sieht sich auf Erfolgskurs: FDP-Chef Fulvio Pelli.
Keystone

Die FDP befürchtet ein Ende der «Erfolgsgeschichte Schweiz». Daran schuld sind aus Sicht der FDP die «realitätsfremde Linke» und die «rechten Abschotter». «Die Schweiz kann ihre Erfolgsgeschichte nur weiterschreiben, wenn sie wieder auf ihre Stärken und Werte baut, die sie erfolgreich gemacht haben», sagte FDP-Präsident Fulvio Pelli am Donnerstag vor den Medien in Bern. Davon seien die linken und rechten Parteien der Schweiz weit entfernt. Weder die Überwindung der Marktwirtschaft noch die totale Abschottung seien gut für das Land.

«Aus Liebe zur Schweiz» - wie der Wahlkampf-Slogan heisst - setze sich die FDP deshalb für die Konkordanz ein. «Wir stehen vor einer richtungsweisenden Wahl», sagte Pelli. Die Stimmbürger müssten sich im Herbst zwischen dem bisherigen Konkordanz- und einem neuen Regierungs-Oppositions-System entscheiden. Wer die Konkordanz stärken wolle, wähle FDP.

Wirtschaft und Sozialwerke

Im Wahlkampf setzt die FDP auf die drei Themenschwerpunkte Wirtschaft, Sozialversicherungen und Bürokratie, wie Kampagnenleiter Vincenzo Pedrazzini erklärte.

Die Freisinnigen wollten weiter die KMU stärken und für neue Arbeitsplätze kämpfen, sagte er. Sie forderten Reformen der Sozialwerke wie der IV oder AHV. Und dank der lancierten Bürokratie- Stopp-Initiative solle der Staat schlanker werden und weniger Steuern erheben.

Nur Politiker mit «Mut und Verstand» könnten diese Herausforderungen bewältigen, hielt Pelli fest. Diese Eigenschaften bewiesen die Freisinnig-Liberalen jeden Tag. Denn keine andere Partei sei stärker in den Kantonen und Gemeinden verankert: Die FDP stelle 48 Regierungsräte, 577 Kantonsparlamentarier und rund einen Drittel der Mitglieder aller Gemeindeexekutiven.

Basis mobilisieren

«An der Basis sind wir am stärksten», stellte Pelli fest. Und genau auf dieser Stärke baue der FDP-Wahlkampf 2011 auf: Die FDP werde sämtliche Orts- und Kantonalparteien für die Wahlkampagne einspannen. Die 130'000 Mitglieder starke Partei erhoffe sich dadurch die grösstmögliche Mobilisierung ihrer Wähler.

Statt mit Bildern ihrer Bundesräte wirbt die FDP deshalb mit politischen Slogans und einem Film, in dem Vertreter aus Orts- und Kantonalparteien zu Wort kommen.

Wahlkampf auf der Strasse

Ein wichtiges Wahlkampf-Instrument der FDP ist die im vergangenen Jahr lancierte Volksinitiative «Bürokratie-Stopp». Während des Wahlkampfes werden sämtliche FDP-Kandidierenden auf der Strasse Unterschriften sammeln; jede FDP-Ortspartei soll zudem eine Veranstaltung zu dem Thema durchführen. Bisher sind gemäss FDP rund 20'000 der nötigen 100'000 Unterschriften zusammen gekommen.

Die FDP strebt bei den Nationalratswahlen 20 Prozent Wähleranteil an; das sind 2,3 Prozent mehr als die Freisinnig-Liberalen 2007 erreichten. In welchen Kantonen das grösste Steigerungspotenzial liege, sei erst klar, wenn alle Listen bekannt seien, sagte Pedrazzini.

Vermehrt Städter ansprechen

Grundsätzlich habe die FDP ein grosses Potenzial in den Städten erkannt, erklärte Pelli. «Dort sind wir die einzige wahre Alternative zu den Linken», sagte er. Auf dem Land gelte es, die Wähler zu halten.

Klare Schwerpunkte setzt die FDP bei den Ständeratswahlen: Je einen Sitzgewinn fasst sie in den Kantonen Schwyz, Graubünden, Waadt und Genf ins Auge. «Etwa in Schwyz fehlte 2007 bloss ein halbes Prozent für einen Sitz», erklärte der Kampagnenleiter. Und in Zürich wolle die FDP den Negativ-Trend stoppen.

Das Wahlkampfbudget der FDP beträgt 2,6 Millionen Franken. Das reiche jedoch bei weitem nicht, sagte Pedrazzini. Nötig seien 5 bis 7 Millionen. Die FDP hoffe auf möglichst viele Spenden ihrer Basis.

SDA/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch