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«Arena» mit Schönheitsfehler

«Filippos Politarena» ist eine Reminiszenz an die SF-Sendung der Neunzigerjahre. Sie hat nur einen Fehler.

Filippo Leutenegger knüpft mit der «Politarena», die am Mittwochabend erstmals auf Sat 1 ausgestrahlt wurde, an seine «Arena» an, die er vor bald 20 Jahren beim Schweizer Fernsehen ins Leben gerufen hat: spartanische Einrichtung, Stehpulte in Form von senkrecht aufgestellten Särgen, dunkler Hintergrund, wenig Licht, keine Farben, volle Konzentration auf den Inhalt. Man fühlt sich in die Neunzigerjahre zurückversetzt.

Auffallend ist, dass sich die Diskussionsteilnehmer zunächst nicht dreinreden und tapfer die Lippen zusammenkneifen, während das Gegenüber spricht. Die Disziplin macht die Voten langatmig, zumal die Frankenstärke, das aktuellste und politisch brisanteste Thema, nicht die beste Gelegenheit für fesselnde Referate liefert. Doch die Regel, einander ausreden zu lassen, wird auch schon nach wenigen Minuten ausser Kraft gesetzt, Christoph Blocher bricht das Eis. Der Ex-Bundesrat und Parlamentskandidat darf in der ersten von sechs Folgen der Sendung «Filippos Politarena» anfangen. Er wird gefragt, warum er – und die SVP – die Nationalbank vorher kritisiert haben und jetzt loben. Die Antwort: Weil sie vorher viel Geld für Euro ausgegeben habe, jetzt hingegen Franken drucke und «jetzt haben wir einen Kriegszustand», nun sei es wichtig, dass die politischen Parteien hinter der Nationalbank stünden. Dass dies vielleicht im vergangenen Sommer schon wichtig gewesen wäre, ist für ihn kein Thema, und auch der Moderator belästigt ihn nicht damit.

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