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Anzeige gegen Frick erhielt «niedrige Priorität»

Im Fall Bruno Frick steht nun die Staatsanwaltschaft Schwyz im Fokus: Sie soll die Anzeige gegen den neuen Finma-Verwaltungsrat verschleppt haben. Die Schwyzer Behörden sprechen von Ressourcenproblemen.

Wusste nichts von der Anzeige: Der neu gewählte Finma-Verwaltungsrat Bruno Frick. (Archivbild)
Wusste nichts von der Anzeige: Der neu gewählte Finma-Verwaltungsrat Bruno Frick. (Archivbild)
Keystone

Die Staatsanwaltschaft Schwyz soll die Strafanzeige gegen den neu gewählten Finma-Verwaltungsrat Bruno Frick verschleppt haben. Dies behauptet der Anzeigeerstatter gemäss einem Bericht der «Handelszeitung». Die Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben erst 2011 eine Anzeige erhalten.

«Der Anzeigeerstatter behauptet, er habe bereits 2009 eine Anzeige gemacht. Allerdings wurde bei der Staatsanwaltschaft kein Eingang registriert», schreibt die Staatsanwaltschaft Schwyz in einer Medienmitteilung vom Montag. Eine Sendungsnummer, mit welcher dies überprüft werden könnte, sei nicht vorgelegt worden.

Den Vorwurf, die Strafanzeige werde verschleppt, weist die Staatsanwaltschaft zurück. Die Anzeige habe zuerst eine niedrigere Priorität erhalten, da «keine sofortigen Massnahmen zur Beweissicherung notwendig waren.»

«Priorisierung der Anzeigen wurde nötig»

«Eine Priorisierung der eingegangenen Anzeigen wurde nötig, da im Rahmen der ‹Justizkrise› drei Staatsanwälte das Amt verliessen und dieses so mit einschneidenden Ressourcenproblemen zu kämpfen hatte», heisst es in der Mitteilung.

Das Verfahren gegen den ehemaligen Schwyzer CVP-Ständerat Bruno Frick geht auf das Jahr 1999 zurück. Laut der Strafanzeige wird ihm ungetreue Geschäftsbesorgung vorgeworfen. Zudem wird der Verdacht auf ungetreue Geschäftsführung im Zusammenhang mit Bereicherungsabsichten erhoben.

Weil die Vorfälle vor über zehn Jahren stattfanden, stellt sich die Frage der Verjährung. «Selbstverständlich beachten wir die Verjährungsfristen, insbesondere bei Fällen, die weiter zurückliegen», sagt der Leitende Staatsanwalt der kantonalen Staatsanwaltschaft Schwyz, Fabian Kühner, auf Anfrage.

Parteien erhalten Akteneinsicht

In einer Stellungnahme vom Sonntag weist Frick die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Am Montag erhielten die Parteien vollumfängliche Akteneinsicht.

Frick wurde erst am vergangenen Freitag darüber informiert, dass eine Strafanzeige gegen ihn vorliegt. Als er Ende Juni in den Verwaltungsrat der Finanzmarktaufsicht Finma gewählt worden ist, wussten somit weder er noch der Bundesrat von der Anzeige. Das Finanzdepartement will nun in den nächsten Tagen das Gespräch mit Frick und der Finma suchen.

SDA/fko

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