Über 34'000 Flüchtlinge wollen Asyl in der Schweiz

Im November wurden in der Schweiz knapp 1000 Asylgesuche mehr eingereicht als im Vormonat. Vor allem afghanische und syrische Staatsangehörige kamen in die Schweiz.

Mehr Afghanen und Syrer: Ein Asylsuchender sitzt in seinem Zimmer in der Jugendherberge Busskirch in Rapperswil-Jona. (25. November 2015)

Mehr Afghanen und Syrer: Ein Asylsuchender sitzt in seinem Zimmer in der Jugendherberge Busskirch in Rapperswil-Jona. (25. November 2015) Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone

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Im November 2015 sind in der Schweiz 5691 Asylgesuche eingereicht worden, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Dienstag mitteilte. Das sind 941 Gesuche mehr als im Oktober. Die Zahl bestätigt die provisorische Angabe von Anfang Dezember. Das wichtigste Herkunftsland von Asylsuchenden war Afghanistan, gefolgt von Syrien und Irak.

Im November ersuchten demnach 2386 Personen aus Afghanistan die Schweiz um Asyl. Das sind 853 afghanische Gesuche mehr als im Oktober. Von Flüchtlingen aus Syrien wurden 991 Asylgesuche gestellt, 370 mehr als im Vormonat. Die Zahl der Gesuche aus dem Irak betrug im November 586 und damit 67 mehr als im Oktober.

Demgegenüber nahm die Zahl der Asylsuchenden aus Eritrea im November im Vergleich zum Vormonat abermals ab, um 55 Prozent auf 270. Das sind 329 Gesuche weniger als im Oktober.

Lage bleibt volatil

Die wichtigsten Gründe für die höheren Gesuchszahlen afghanischer Staatsangehöriger sind laut dem SEM die anhaltende Instabilität im Herkunftsland sowie die angespannte Situation in wichtigen Erstaufnahme- und Transitstaaten.

Im Vergleich zu Gesamteuropa verläuft der Anstieg der Asylgesuchszahlen in der Schweiz weiterhin moderat, schreibt das SEM weiter. Für die Entwicklung in der Schweiz entscheidend seien die Migrationsbewegungen in ganz Europa und speziell auf dem Balkan.

Die Lage bleibe volatil, was seriöse Prognosen verunmögliche. Fest steht jedoch, dass die im Januar erstellte Prognose von rund 29'000 Asylgesuchen in der Schweiz für das Jahr 2015 deutlich übertroffen wird. Im laufenden Jahr seien bereits 34'653 Gesuche registriert worden, hält das Staatssekretariat fest.

Erstellt: 15.12.2015, 15:09 Uhr

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