Alle 15 Minuten ein Intercity nach Zürich

Bern

Wofür sollen die Milliarden zum Bahnausbau bis 2030/2035 fliessen? Vorab in den Viertelstundentakt zwischen den grossen Zentren.

Mit kleineren Massnahmen im Mittelland kann laut BAV auch zwischen Bern und Zürich der Viertelstundentakt eingeführt werden.

Mit kleineren Massnahmen im Mittelland kann laut BAV auch zwischen Bern und Zürich der Viertelstundentakt eingeführt werden.

(Bild: Tomas Wüthrich)

Der Brüttener Tunnel zwischen Zürich und Winterthur wird zum Kernstück der Bahnausbauten in den Jahren 2025 bis 2030. So will es das Bundesamt für Verkehr (BAV). Amtsdirektor Peter Füglistaler orientierte am Freitag Vertreter der Kantone und die Medien in Bern über die Prioritäten des BAV.

Diese richteten sich danach, wo das stärkste Verkehrswachstum zu erwarten sei, nämlich im Grossraum Zürich, am Genfersee und in der Hauptstadtregion. Der Handlungsbedarf sei angesichts des erwarteten Nachfragesprungs gross.

7 oder 12 Milliarden

Der Bundesrat hatte das BAV beauftragt, zwei Varianten auszuarbeiten: Mit der weniger teuren Variante 1 sollen bis zum Jahr 2030 für 7 Milliarden Franken die grössten Engpässe beseitigt werden. Mit der luxuriöseren Variante 2 würden bis 2035 für zusätzliche 5 Milliarden Franken weitere dringliche Ausbauten realisiert.

Der Brüttener Tunnel ist nun vom Bundesamt für Verkehr in Variante 1 als teuerstes Einzelprojekt gesetzt worden. Er soll den durchgehenden Viertelstundentakt mit direkten Zügen zwischen Zürich und Winterthur ermöglichen. Mit kleineren Massnahmen im Mittelland kann laut BAV auch zwischen Bern und Zürich der Viertelstundentakt eingeführt werden.

Geplant sind unter anderem auch der Viertelstundentakt zwischen Genf und Lausanne sowie Bauten, damit auf der Jurasüdfuss-Linie Doppelstockzüge fahren können. Hinzu kommen Projekte bei Privatbahnen, Ausbauten von Bahnhöfen und neue Trassen für den Güterverkehr.

Kampf der Kantone

Für die Luxusvariante hat das BAV vor allem eine Präferenz: den Ausbau des Bahnhofs Zürich-Stadelhofen. Dahinter folgen der Ausbau des Lötschberg-Basistunnels auf Doppelspur, der zweite Teil des Zimmerberg-Basistunnels zwischen Zürich und Zug und die Neubaustrecke zwischen Neuenburg und La Chaux-de-Fonds.

Der S-Bahn-Durchmesserlinie in Basel (Herzstück) und dem Durchgangsbahnhof in Luzern attestiert das BAV dagegen ein schlechteres Verhältnis von Kosten und Nutzen. Bundespräsidentin Doris Leut­hard wird die Vorschläge nun mit den Kantonen besprechen. Ende 2018 soll die Vorlage reif für die Beratung durch das Parlament sein.

jw

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt