Zwei Wochen Vaterschaftsurlaub sind schon fast Standard

Eine Volksinitiative fordert vier Wochen Vaterschaftsurlaub. Der Bundesrat und bürgerliche Politiker sind dagegen. Doch bei Unternehmen spürt man ein Umdenken.

<b>Werden Schweizer Väter</b> künftig vier Wochen Vaterschaftsurlaub erhalten?

Werden Schweizer Väter künftig vier Wochen Vaterschaftsurlaub erhalten? Bild: Keystone

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Männer haben bei der Geburt eines eigenen Kindes gesetzlich Anspruch auf einen arbeitsfreien Tag. Auf Druck von Arbeitnehmervertretern und Familienverbänden gewähren aber immer mehr Firmen darüber hinaus einen Vaterschaftsurlaub. Damit die Väter an der Seite von Frau und Kind sein können.

Gemäss unserer Umfrage bei den grössten Berner Arbeitgebern beträgt der Vaterschaftsurlaub für Vollzeitbeschäftigte verbreitet zehn Arbeitstage. Der Stadtrat von Bern hat für die Stadtverwaltung kürzlich die Erhöhung des Vaterschaftsurlaubes von 15 auf 20 Tage beschlossen.

Er setzt damit um, was die Organisationen Travailsuisse, Männer.ch, Alliance F und Pro Familia Schweiz in die Verfassung schreiben wollen. Ihre Initiative verlangt, dass der Vaterschaftsurlaub wie der Mutterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung finanziert wird und mindestens vier Wochen dauert.

Der Bundesrat lehnt dies ab, weil die Männer am Arbeitsplatz fehlen würden und es rund 420 Millionen Franken pro Jahr kosten würde. Im Parlament war 2016 schon nur ein Vaterschaftsurlaub von zwei Wochen am Widerstand von Bürgerlichen gescheitert.

Auch die UBS geht voran

Typisch für die linke Stadt Bern, dass sie ihrer Verwaltung bereits 20 Tage Vaterschaftsurlaub gewährt, mögen nun Kritiker denken. Doch selbst Banken werden grosszügiger.

Die UBS genehmigt ihren Angestellten 10 Tage Vaterschaftsurlaub. Die Bank fördere familienfreundliche Strukturen und wolle für angehende Väter attraktiv bleiben, sagt Patrick Stolz, Personalchef für die Region Schweiz.

Zusätzlich zum bezahlten zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub haben UBS-Mitarbeiter neu das Anrecht, zwei bis vier Wochen unbezahlten Urlaub zu beziehen oder das Arbeitspensum während bis zu sechs Monaten auf 80 Prozent zu reduzieren. Die Möglichkeit für zusätzlich unbezahlten Vaterschaftsurlaub haben auch die Angestellten diverser anderer Firmen.

Das Bahnunternehmen BLS hat den bezahlten Vaterschaftsurlaub vergangenes Jahr von1 auf 10 Arbeitstage erhöht. Und der Detailhändler Coop gewährt seit Anfang 2018 statt zwei neu drei Wochen. Er zog damit mit der Konkurrentin Migros gleich. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.01.2018, 09:24 Uhr

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