Wikileaks: Libyen-Affäre, Schweizer Konten und Geldwäscherei

Analyse

In Wikileaks-Depeschen steht, wie die Libyen-Affäre die Arbeit des IKRK erschwerte, wie saudische Gelder in der Schweiz landen – und welche Banktransaktionen der argentinischen Präsidentin verdächtig scheinen.

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Monica Fahmy@fahmy07

Am 18. Juni 2009 sandte die US-Botschaft in Tunis dem Aussenministerium in Washington eine Depesche, die als «geheim - nicht für Ausländer» klassifiziert ist. Die Depesche handelt von «tunesischen Mitarbeitern, die nach Libyen gehen oder Libyern, die nach Tunesien kommen». In der Depesche wird ein Gespräch des Botschafters mit Yves A., dem für Libyen verantwortlichen IKRK-Delegierten in Tunis erwähnt.

Der US-Botschafter hatte den IKRK-Delegierten um einen Überblick über die Aktivitäten des IKRK in der Region gebeten und ihn auch erhalten. «Die Beziehungen sind schwierig», schreibt der Botschafter über Yves A.s Arbeit. Der Delegierte habe es «wegen seines Schweizer Passes und den angespannten Beziehungen zwischen Libyen und der Schweiz schwer, Libyen zu besuchen» (zum Dokument).

Gelder aus Jemen in Schweizer Banken

In einer anderen Depesche vom 17. Mai 2009, wird vom Treffen des US-Sondergesandten Richard Holbrooke mit dem saudischen Vize-Innenminister Mohammed Bin Nayef berichtet. Ein Thema war dabei die Unterstützung Jemens durch Saudiarabien im Kampf gegen Terroristen.

Bin Nayef erzählt wie Saudiarabien Projekte in den Stammesgebieten Jemens finanziert. So würden die Jemeniten Extremisten nicht mehr als Helden sehen und ihre Anführer drängen, diese zu verjagen. Die Finanzierung der Projekte erfolge nicht durch Barzahlungen, sagt der Vize-Innenminister, denn «Bargeld tendiere in Schweizer Banken zu enden» (zum Dokument).

Verdächtige Banktransaktionen der argentinischen Präsidentenfamilie

Am 1. Dezember 2009 berichtet die US-Botschaft in Argentinien, dass die argentinische Finanzaufsichtsbehörde UIF der Hauptgrund dafür sei, dass Geldwäscherei nicht effizient bekämpft werde. Die Behörde sei laut Quellen «eine plumpe und politisch kompromittierte Behörde». Die Leiterin Rosa Falduto könne ihre Position halten, «weil sie Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner und ihrem Mann dem ehemaligen Präsidenten Néstor Kirchner nützlich ist».

Falduto halte «persönlich Berichte über verdächtige Banktransaktionen des inneren Kreises der Familie Kirchner zurück und hat sich geweigert, Anfragen der Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg für Berichte über verdächtige Transaktionen zu beantworten» (zum Dokument).

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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