Wen das Volk zum Bundesrat wählen würde

Gemäss einer umstrittenen Umfrage der Organisation Vimentis würde Schneider-Ammann bei einer Volkswahl des Bundesrates nicht mehr wiedergewählt. Und: Das Volk stellt der Politik ein schlechtes Zeugnis aus.

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Über die Hälfte der Bevölkerung ist unzufrieden mit der Schweizer Politik. Dies geht aus der jährlichen Online-Umfrage der Organisation Vimentis hervor. Den grössten Handlungsbedarf sehen die Befragten in der Ausländer- und Asylpolitik.

Jeder dritte Befragte (34 Prozent) gibt an, dass in diesem Bereich etwas getan werden müsse. 2011 waren noch 20 Prozent dieser Meinung. Dagegen sehen im Bereich der ungleichen Einkommensverteilung nur noch 9 Prozent der Befragten den höchsten Handlungsbedarf. Im vergangenen Jahr belegte dieses Thema mit 24 Prozent den Spitzenplatz.

Bereit, den Energiekonsum zu reduzieren

Nach wie vor Tabu ist die Kürzung der AHV-Renten. 88 Prozent der Befragten sprechen sich dagegen aus. Trotz der finanziellen Unsicherheiten glauben 40 Prozent der Befragten, ihre Rente sei sicher. 2011 waren es noch 33 Prozent gewesen. Allerdings sind junge Menschen pessimistischer: Nur 14 Prozent der 25 bis 34-Jährigen glauben, dass ihre Renten sicher seien.

Auftrieb erhalten die Befürworter der Revision des Raumplanungsgesetzes, über das am 3. März an der Urne abgestimmt wird. Knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) will die Bauzonenfläche in der Schweiz auf dem heutigen Niveau einfrieren. Zudem heissen 47 Prozent die Einführung einer Mehrwertabgabe bei neu eingezontem Land gut, während 39 Prozent dagegen sind.

Weiter zeigt die Umfrage, dass sich eine grosse Mehrheit (74 Prozent) bereit erklärt, ihren Energiekonsum zu reduzieren. Knapp sprechen sich die Befragten (47 Prozent) dafür aus, dass Strompreise mit zunehmendem Verbrauch steigen sollen. Allerdings möchten die Befragten (68 Prozent) den Stromverbrauch für Haushalte und Unternehmen nicht kontingentieren.

Schneider-Ammann bei Volkswahl nicht gewählt

Bei einer Volkswahl des Bundesrates würde Johann Schneider-Ammann nicht mehr wiedergewählt. Nur 23 Prozent der Befragten sprachen sich für den Wirtschaftsminister aus. An seiner Stelle würde Pascale Bruderer gewählt: 34 Prozent der Befragten sprachen sich für die Aargauer SP-Ständerätin aus. Am populärsten sind Doris Leuthard und Alain Berset (beide 55 Prozent).

Eine deutliche Mehrheit von 67 Prozent spricht für eine Aufstockung der Polizeikräfte aus, um diese zu entlasten. Weitaus weniger Anklang finden eine Auslagerung an Private (10 Prozent), sowie eine Reduktion der Aufgaben (11 Prozent). Dagegen sprechen sich 56 Prozent der Befragten gegen eine Bürgerwehr in ihrer Gemeinde aus.

Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung mit der Schweizer Politik ist im Vergleich zum letzten Jahr gestiegen. Während 2011 48 Prozent der Befragten mit der Politik unzufrieden waren, ist der Wert 2012 auf 51 Prozent gestiegen.

Umstrittene Online-Umfragen

Vimentis versteht sich als politisch neutrale Organisation, die eine Plattform betreibt zur Information über und Diskussion von politischen Themen. Das Patronat haben die Präsidentinnen und Präsidenten aller grossen Parteien.

Online-Umfragen sind jedoch umstritten. Da die Teilnehmer nicht zufällig ausgewählt werden, ergeben die Antworten kein Gesamtbild der Bevölkerung. Zwar gewichtete Vimentis die Antworten so, dass sie bezüglich Geschlecht, Alter, Kanton und Bildung repräsentativ sind. Ob die statistische Unschärfe höher ausfällt als bei sogenannt randomisierten Umfragen, ist umstritten. Im Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 30. November 2012 haben 19'364 Schweizerinnen und Schweizer an der Befragung teilgenommen. (bru/sda)

Erstellt: 18.02.2013, 10:04 Uhr

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