Thomas Aeschi ist neuer SVP-Fraktionschef

Die Nachfolge von Adrian Amstutz ist geregelt. Der Zuger hat sich gegen den Berner Werner Salzmann durchgesetzt.

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Die Bundeshausfraktionen von FDP und SVP haben am Freitag neue Präsidenten gewählt. FDP-Fraktionschef wird der Zürcher Nationalrat Beat Walti. Die SVP wählte den Zuger Nationalrat Thomas Aeschi zum Nachfolger von Adrian Amstutz.

Amstutz gibt das Amt nach sechs Jahren ab. Aeschi sitzt seit 2011 in der grossen Kammer. Nun übernimmt er das das Ruder der grössten Bundeshausfraktion. Sein Ziel sei es, Mehrheiten mit der FDP und der CVP zu finden, sagte Aeschi nach seiner Wahl vor Journalisten im Bundeshaus. Dabei hat er etwa die neu aufgegleiste Unternehmenssteuerreform oder eine AHV-Reform im Auge.

Auch nach Innen müsse die Fraktion geschlossen bleiben. Es gelte, jene Teilgruppierungen besser einzubinden, die sich bisher vielleicht zu wenig integriert gefühlt hätten, sagte Aeschi. Dabei dürfte der Zuger davon profitieren, dass er besser Französisch spricht als sein Vorgänger.

Aeschi ist 2015 national bekannt geworden, als er erfolglos für die Nachfolge von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf kandidierte. Damals verlor er Stimmen, weil er als Ziehsohn von SVP-Chefstratege Christoph Blocher galt. Auch unter den Anwärtern für das Fraktionspräsidium galt er als der Kandidat mit der grössten Nähe zu Blocher.

Konkurrent zieht sich zurück

Aeschi ist Ökonom und arbeitet als Unternehmensberater in Zürich. Im Nationalrat ist er Mitglied der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) und der Finanzkommission (FK). Er meldet sich aber auch in der Migrationspolitik zu Wort. Aeschi gilt als diszipliniert und gut organisiert, was ihm als Chef der grössten Bundeshausfraktion zu Gute kommen dürfte.

Der Zuger musste sich bei der Wahl am Freitag lediglich gegen den Berner Nationalrat Werner Salzmann durchsetzen. Salzmann galt dabei als Aussenseiter. Trotzdem machte er 20 Stimmen, 39 Stimmen entfielen auf Aeschi, wie Amstutz vor den Medien bekanntgab.

Mitfavorit Alfred Heer (ZH) hatte vor der Wahl überraschend seine Kandidatur zurückgezogen. Amstutz gab an, die Hintergründe von Heers Entscheid nicht zu kennen. Dieser hatte Aeschi am Vortag über seinen Rückzug informiert. Heer war am Freitag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Heer wird aber Vizepräsident der Fraktion, zusammen mit Felix Müri (LU), Céline Amaudruz (GE), Michaël Buffat (VD) und Hannes Germann (SH).

FDP ohne Auswahl

Bei der Wahl des FDP-Fraktionschefs blieben Überraschungen aus. Es galt, Ignazio Cassis zu ersetzen, der im September in den Bundesrat gewählt worden war. Einziger Kandidat war der Zürcher Nationalrat Beat Walti. Er hat die Fraktion interimistisch geführt, seit Cassis im Sommer seine Kandidatur angekündigt hatte.

Nach Angaben der FDP wurde Walti einstimmig gewählt. Das Rüstzeug für die Aufgabe hat er sich im Kanton Zürich geholt: Zwischen 2005 und 2008 war er Präsident der Zürcher Kantonsrats-Fraktion, 2008 bis 2016 Präsident der Kantonalpartei.

Im Nationalrat sitzt der bald 49-Jährige seit Mitte 2014. Damals rutschte er für Markus Hutter nach, der aus der grossen Kammer zurückgetreten war. Schon 2015 erwog Walti eine Kandidatur für das Präsidium der Bundeshausfraktion. Damals verzichtete der Wirtschaftsanwalt aus beruflichen Gründen. (sep/SDA)

Erstellt: 17.11.2017, 15:32 Uhr

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