«Sommaruga vertritt teils eine härtere Asylpolitik als Blocher»

Die Politologin Regula Stämpfli übt im Gespräch Kritik an der Politologengilde, linken Politikern, neoliberalen Tussis und der Finanzwirtschaft. Ihre Streitlust hat auch mit persönlichen Enttäuschungen zu tun.

Politologin Regula Stämpfli: «Für mich war das Gelaber von der ‹neuen Mitte› sowieso bloss ein ideologisches Konstrukt.»

Politologin Regula Stämpfli: «Für mich war das Gelaber von der ‹neuen Mitte› sowieso bloss ein ideologisches Konstrukt.» Bild: Flurin Bertschinger/Ex-Press

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Frau Stämpfli, Ihre Studentinnen haben Ihnen den Übernamen «Lara Croft der Politologie» gegeben. Gefällt Ihnen diese Bezeichnung?
Regula Stämpfli: Für mich ist das ein schönes Kompliment, weil diese Studentinnen Lara Croft lieben. Sie kann einschüchternd wirken wie ich auch. Ich bin ja gross, laut, dunkelhaarig und trage manchmal Kampfstiefel. Das passt schon. Und es ist mir lieber, als wenn sie mich «Barbie der Politologie» nennen würden (lacht). Dann hätte ich etwas falsch gemacht.

Sie nehmen auch gerne Männer ins Visier.
Ich lege mich einfach mit den Mächtigen an, wenn es nötig ist. Und diese sind in der Schweiz noch immer meistens männlich. Es können aber auch Frauen sein. Fragen Sie Simonetta Sommaruga. Sie habe ich wegen ihrer Asylpolitik auch schon scharf kritisiert.

Sind Sie enttäuscht von den Politikern?
Enttäuschung setzt zunächst die Liebe zur «wahren» Politik voraus. In dem Sinn bin ich erwachsen geworden. Sehr enttäuscht bin ich vor allem von linken Politikern. Denn es schmerzt ja nicht, was die Feinde tun, sondern die vermeintlichen Freunde. Blair, Schröder, Hollande sind in meinen Augen Opportunisten und ganz üble Genossen der Bosse. Barack Obama ist der Schlimmste von allen. Es ist das eine, als erster schwarzer Präsident gewählt zu werden, aber etwas ganz anderes, die Jahrhundertchance zu verpassen, die Banken in gesellschaftliche Verantwortung zu nehmen. Wegen Obama sind wir noch immer Marionetten in den Händen von gierigen Bankern.

Gilt dies auch für Schweizer Politiker?
Ja. Simonetta Sommaruga habe ich schon erwähnt: Sie vertritt teilweise eine härtere Asylpolitik, als dies Christoph Blocher tat.

Die Justizministerin sitzt aber nicht allein im Bundesrat. Sie muss dort eine Mehrheit gewinnen.
Ja, aber es ist ein Unterschied, ob man für eine Sache kämpft oder schon im Voraus klein beigibt. Weshalb sollte eine Sozialdemokratin überhaupt Bundesrätin werden, wenn es ihr nur darum geht, den sozialdemokratischen Sitz zu halten, aber nicht linke Politik zu machen? Christoph Blocher war diesbezüglich ganz anders. Ihm war das Amt egal, aber nicht sein Wille zur Gestaltung der Politik. Womit ich – trotz der unterschiedlichen politischen Haltung von Sommaruga und Blocher – beim geschlechtsspezifischen Unterschied angelangt wäre. Männer, vor allem alte Männer, wollen immer noch gestalten, während sich Frauen gerne damit begnügen, das Erreichte zu verwalten. Beides ist verheerend.

Die eidgenössischen Wahlen stehen vor der Tür. Für Sie als Politologin bedeutet das Hochkonjunktur. Freuen Sie sich darauf?
Ich bin nicht mehr so involviert wie auch schon. Das hängt damit zusammen, dass ich sehr widerständig und kritisch schreibe. Über alle und alles (lacht). Was die Politologen heute machen, ist Kaffeesatzlesen und nicht den politischen Prozess analysieren. Der «Tages-Anzeiger» hat vor den Zürcher Kantonsratswahlen eine Wahlbörse lanciert, bei der Kandidaten und Parteien täglich neu bewertet wurden. Ich habe das «Demokratie für Zocker» genannt. Das ist die Folge einer Entwicklung, die analog zur Finanzbörse eine Politbörse schafft. Sogar Johann Schneider-Ammann hat seine Wahl in den Bundesrat mit den Worten, er werde jetzt CEO des Unternehmens Schweiz, kommentiert. Dagegen wehre ich mich. Demokratie hat nichts mit dem Führen eines Unternehmens zu tun. In einer Demokratie wird nicht von oben nach unten gestaltet, sondern von unten nach oben.

Erhalten Sie weniger Anfragen von Medien, weil Sie deren Erwartungen nicht erfüllen?
Von den Medien erhalte ich – mit Ausnahme von SRF, das mich boykottiert – nach wie vor viele Anfragen. Aber Politikerratings, die bei vielen Zeitungen sehr beliebt sind, lehne ich ab. Wenn sich Politologen wie Ratingagenturen aufführen und über die Potenz einer Partei orakeln, mache ich nicht mit. Sinnvoller, als Noten zu verteilen, wäre es, sich um die wichtigen Dinge zu kümmern. Das beste Stück von Nationalrat Geri Müller zum Beispiel beeinflusst unsere Zukunft viel weniger als das Freihandelsabkommen mit China. Darüber wird aber überhaupt nicht diskutiert. Weder von den Medien, noch von den Politikern, noch von den Experten.

Kritisieren Sie nur die Politikerratings oder die schweizerische Politologie generell?
Ich kritisiere vor allem die Smartvote-Methode von Michael Hermann. Das ist apolitischer Vermesserschrott politischer Positionen. Als ob man Demokratie wiegen könnte! Zudem: Was links und was rechts dabei ist, entscheidet Hermann. Unfassbar, nicht? Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Die staatliche Unterstützung der UBS hat er als Mitte-rechts eingestuft. Alle anderen staatlichen Unterstützungen stuft er dagegen als extrem links und damit als extrem schlecht ein. Und die Politiker machen bei all diesem Mist auch noch in vorderster Reihe mit nach dem Motto: «Schaut, ich bin nicht so links, wie ihr meint, ich habe es fast bis in die Mitte geschafft.» (lacht) Dass dieser Wahnsinn nicht demaskiert, sondern darüber hinaus doch tatsächlich als Wissenschaft verkauft wird, ärgert mich massiv.

Warum?
Statt zu argumentieren, werden Politikeraktien gehandelt. Politologen und Politiker reden mittlerweile wie Börsenhändler. Kein Wunder, stürzt die Aktie Demokratie immer weiter ab. Politiker wollen nur noch mit «gut» bewertet werden, statt dass sie gute Politik machen.

Wagen Sie eine Prognose für die Wahlen im Oktober?
Wenn wir eine niedrige Stimmbeteiligung haben, dürften die sogenannt staatstragenden Parteien FDP und CVP zulegen, während sich die SP knapp halten kann. Die SVP wird immer noch mitbestimmen, wenn auch nicht so stark wie in den Jahren bis 2011. Wenn wir aber eine hohe Stimmbeteiligung haben, dann könnten wir Überraschungen erleben, vor allem am rechten und am linken Rand.

Was passiert mit der viel beschworenen «neuen Mitte»?
Wenn es BDP und Grünliberalen nicht gelingt, zusätzlich zu ihrer eigenen Klientel auch nicht traditionelle Wähler zu mobilisieren, werden sie Einbussen hinnehmen müssen. Für mich war das Gelaber von der «neuen Mitte» sowieso bloss ein ideologisches Konstrukt.

Ein ideologisches Konstrukt zu welchem Zweck?
Um die bürgerliche Stabilität der Schweiz mit einem grünen Mäntelchen zu kaschieren. Grünliberal ist zwar ein nettes Konzept, aber fortschrittlich wäre das vor dreissig Jahren gewesen. Heute braucht es ganz andere radikale Vorschläge, das bedingungslose Grundeinkommen zum Beispiel. Das wäre echte ökologische Veränderung und würde die Schweiz ziemlich umkrempeln.

Was ist der Grund für die Verschiebungen gegenüber den Wahlen vor vier Jahren?
Die Empörung über Ereignisse wie Fukushima und die Finanzkrise haben 2011 viele nicht traditionelle Wähler mobilisiert. Das hat mehr Junge und mehr Neue ins Parlament gebracht. Diese Entwicklung dürfte sich nicht fortsetzen, wenn man die Resultate der jüngsten kantonalen Wahlen anschaut. Denn die Empörung ist abgeklungen.

Ohne Krisen interessiert die Politik weniger?
Anders als im Ausland erhalten Wahlen in der Schweiz weniger Aufmerksamkeit. Das heisst aber nicht, dass die Schweizer sich politisch nicht einbringen. Wenn es um Sachfragen geht, sind sie sogar sehr engagiert. In einer Vox-Analyse wurde zu Unrecht behauptet, dass die Jungen sich nicht um die Politik scherten. Wahr ist vielmehr, dass sich die alten und etablierten Männer politisch ausserordentlich stark engagieren und überproportional vertreten sind. Die Habenden sind eben noch immer besser organisiert als die Nichthabenden.

Von den bekannten Politologen in der Schweiz sind Sie die einzige, die nicht ein Institut leitet oder eine Professur innehat. Ist Ihnen das Politologendasein zu einseitig?
Das auch. Dazu kommt, dass ich 2002 als unter 40-Jährige mit drei kleinen Kindern eine brillante Förderprofessur – das meine ich ganz bescheiden (lacht) – eingegeben, aber nicht bekommen habe. Natürlich hätte ich es weiter probieren können. Aber ich wollte auf keinen Fall «Dr. phil. habil., 40 Jahre, arbeitslos» sein. Das war für mich als Arbeiterkind eine totale Horrorvision. Deshalb habe ich mich selbstständig gemacht. Das Schönste ist, wenn man einerseits einen Brotjob hat und anderseits freischaffend ist. Wenn die Kosten für Essen, Wohnung und Krankenversicherung gedeckt sind, ist das extrem befreiend. Zusammen mit dem Vater meiner Kinder habe ich 2002 entschieden, dass ich meine absolute Unabhängigkeit bewahren will. Deshalb halte ich das bedingungslose Grundeinkommen für so attraktiv.

Dann trauern Sie der verpassten Professur nicht nach?
Im Nachhinein, auch wenn dies etwas esoterisch klingt, hat dieser «Misserfolg» mein Leben enorm bereichert und mir eine grosse Karriere ermöglicht. Heute beurteile ich in Brüssel als unabhängige Expertin die Professoren für die europäischen Rahmenprogramme. Ich schätze meine Unabhängigkeit. Ich kann gut Chef sein, aber ich wäre keine gute Angestellte. Ich habe zwar früher neben dem Studium als Kassiererin, Fleischverpackerin oder Gewerbeschullehrerin gearbeitet, aber das war etwas anderes. Sehr spannend war die Erfahrung als Gewerbeschullehrerin: Als ich anfing, war ich 18 und meine Schüler 16.

Sie haben von der Horrorvision «Dr. phil. habil., arbeitslos» gesprochen. Haben die Schweizer Hochschulen ein Problem mit der Förderung des akademischen Nachwuchses?
Absolut. Die brillantesten unter den Kolleginnen und Kollegen, die mit mir studiert haben, haben alle keine Professur in der Schweiz gefunden.

Stattdessen sind die Stellen mit deutschen Akademikerinnen und Akademikern besetzt worden.
Ja. Etwas Ähnliches passiert auch in den Medien. Für junge und herausragende Talente ist die Schweiz nicht der beste Ort, um gefördert zu werden.

Es heisst aber, es kämen hochqualifizierte Ausländer an die Schweizer Universitäten.
Man nimmt sie, weil sie einem weniger wehtun. Und die Deutschen klingen einfach besser, wenn sie sprechen. Seit ich in München lebe, fällt mir das noch stärker auf. Das kaschiert oft, dass sie inhaltlich auch nur mit Wasser kochen. Im Universitätsbetrieb überleben eben nicht die Besten oder die Stärksten, sondern die Angepasstesten. Mit der digitalen Revolution sind alle unsere Arbeitsplätze unsicher geworden. Und weil die Menschen um ihre Stelle fürchten, lassen sie sich gängeln. Uniformität dominiert, gerade auch bei Frauen. Die Universität Basel hat zum Beispiel eine Frau zur Rektorin gewählt. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass sie eine Anhängerin des New Public Management ist und unter Bildung die Ansammlung von Kreditpunkten versteht. Dieser Begriff bringt es auf den Punkt: Es geht um die Vermarktung von Bildung.

Gegenüber Karrierefrauen haben Sie Vorbehalte…
Gegenüber neoliberalen Tussis (lacht).

Diese Frauen haben höchste Positionen in Politik oder Wirtschaft erreicht, die früher Männern vorbehalten waren. Trotzdem üben Sie Kritik. Sind Sie vielleicht weniger Feministin als vielmehr Sozialrevolutionärin?
Ich bin auch Mutter, Geliebte, Ehefrau, Joggerin… Sie können Sozialrevolutionärin draufpacken, wenn Ihnen das gefällt. Journalisten wollen mir oft ein Etikett umhängen, dem ich dann gefälligst entsprechen soll.

Es war doch ein Ziel der Feministinnen, dass Frauen an mächtige Positionen kommen. Sie wünschen sich aber offenbar noch etwas anderes.
Ja. Als vor zwanzig Jahren Frauenquoten gefordert wurden, war damit der Wunsch verbunden, die Verhältnisse zu verändern. Zum Beispiel mit anderen Arbeitszeitmodellen, damit auch die Männer zu den Kindern schauen können. Je länger, je mehr realisiere ich, dass die Frauenquote nichts mit Frauenförderung zu tun hat, sondern damit, dass Frauen in der postindustriellen Gesellschaft einfach die Automaten besser bedienen können. In unserer digitalisierten Arbeitswelt wird die Physis der Männer ja nicht mehr gebraucht. Ich möchte aber eine menschliche Gesellschaft und nicht eine Automatengesellschaft.

Sie sind auch Autorin und Publizistin. Wer Ihr Buch «Die Vermessung der Frau» lese, werde ein neues Menschenbild entdecken und die Welt insgesamt neu analysieren, haben sie einmal gesagt. Sehen Sie sich als Aufklärerin?
Ja. Und als Intellektuelle, die das Wagnis der Öffentlichkeit nicht scheut. Ich finde es schade, dass es kaum mehr Professorinnen und Professoren gibt, die sich in den öffentlichen Diskurs einmischen. Intellektuelle haben die Pflicht, sich zu Wort zu melden. In der Schweiz war das lange der Fall. Doch in den letzten zwanzig Jahren ist das zurückgegangen. Heute gibt es noch einzelne Journalisten, die das Wagnis eingehen. Ansonsten ziehen sich die Intellektuellen immer mehr in den Elfenbeinturm zurück. Es ist natürlich viel angenehmer, irgendein Buch zu schreiben, das von ein paar Fachkollegen freundlich kritisiert wird, als öffentlich Position zu beziehen und zu riskieren, dass sich ein Sturm der Entrüstung über einem entlädt.

Sie schreiben Kolumnen im «Blick am Abend», der nicht gerade ihrer Vorstellung von gutem Journalismus entsprechen dürfte. Weshalb schreiben Sie trotzdem dort?
Beim «Blick am Abend» arbeiten auch gute Journalisten. Zudem: Wo sonst kann ich so viele Leserinnen und Leser mit Themen konfrontieren, von denen sie noch nie gehört haben? Ich finde das grossartig. Das ist eine moderne Version des Speakers’ Corner im Londoner Hyde Park.

Sie sind bekannt für provokative Aussagen. In einem «Weltwoche»-Artikel haben Sie geschrieben: «Könnte es sein, dass der Westen die Barbarei des IS braucht, um von der eigenen Barbarei der Hedgefonds und Ähnlichem abzulenken?» Ihre Lust an Provokation in Ehren, aber die Gleichsetzung vom IS mit der Finanzwirtschaft ist absurd.
Es ist keine Gleichsetzung, es sind Bilder. Ich gebe Ihnen ein anderes Beispiel: In Schwyz wurden mitten in der Stadt mittelalterliche Wohnhäuser dem Immobilienboom geopfert. Dort, wo während Jahrhunderten fünf einfache Wohnhäuser mit lustigen kleinen Zwerchgiebeln standen, klafft heute ein grosses, schwarzes Loch. Viel zu spät stellten die Schwyzer mit Entsetzen fest, dass sie für den kurzfristigen Profit einige der ältesten Wohnhäuser Europas niedergerissen hatten. Das Beispiel zeigt: Der Finanzkapitalismus hat ein Zerstörungspotenzial, das auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. Aber er hat viele Menschenleben auf dem Gewissen. Krawalle bei Demonstrationen in der Schweiz finde ich zwar völlig daneben – vor allem, weil es mit den Anwohnern und den Ladenbesitzern immer die Falschen trifft. Das Gleiche gilt aber für die marodierenden Horden in Anzügen, die an G-7-Gipfeln Entscheidungen treffen, die Hunderttausende ins Unglück stürzen.

Wenn dem so wäre, wäre es – im Gegensatz zum IS – sicher nicht beabsichtigt.
Sind Sie sicher? Schauen Sie sich an, was die Troika in Griechenland angerichtet hat. 2010 waren 80 Prozent der Schulden Griechenlands in der Hand privater Banken. Heute liegen 80 Prozent der Schulden bei staatlichen Gläubigern. In den letzten fünf Jahren haben wir also die Banken gerettet. Mit einem Sparprogramm, das auf Kosten der griechischen Bevölkerung geht. Die Folgen sind eine erschütternde Selbstmordrate, grassierende Arbeitslosigkeit und das Herunterfahren des Gesundheits- und des Bildungswesens. Eine hochstehende europäische Nation wird noch getreten – obwohl sie längst am Boden liegt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.06.2015, 06:40 Uhr

Regula Stämpfli im Gespräch

Regula Stämpfli ist gerade mit dem Zug aus München angekommen. Später wird sie an einer Diskussion zur Frage «Bin ich ein schlechter Mensch, weil ich ungesund lebe?» teilnehmen. Dazwischen hat sie knapp zwei Stunden Zeit für ein Interview, das – weil günstig gelegen – im Café des Kunsthauses Zürich stattfindet.

Stämpfli spricht schnell und mit Verve. Manche Antworten fallen länger aus, weil sie beim Argumentieren auf weitere spannende Themen stösst. Sie hat eine Vorliebe für einprägsame, bildhafte Kurzformeln. Ihre Lust am Provozieren blitzt immer wieder auf. Besonders pointierten Aussagen schickt sie ein herzhaftes Lachen hinterher.

Aufgewachsen ist Stämpfli in Bern. Sie studierte Geschichte, politische Philosophie und Medien in Bern, Zürich, New York und Berlin. Nach dem Studium widmete sie sich der Politologie. 2002 erschien ihre Dissertation «Mit der Schürze in die Landesverteidigung». Seither hat sie insgesamt sieben Monografien verfasst, darunter «Vom Stummbürger zum Stimmbürger – Das ABC der Schweizer Politik» und zuletzt «Die Vermessung der Frau – von Botox, Hormonen und anderem Irrsinn».

Heute ist sie unter anderem als Dozentin für Geschichte, Politik, Philosophie und Design an verschiedenen europäischen Hochschulen tätig. Daneben schreibt sie regelmässig Kolumnen in mehreren Schweizer Medien. Nach 17 Jahren in Brüssel lebt die 48-Jährige nun seit über einem Jahr mit ihrer Familie in München.

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