So hat die Schweiz abgestimmt

Absturz für den Gripen, Nein zum Mindestlohn und zwei deutliche Ja zu Pädophileninitiative und Ärztevorlage. Die Abstimmungsresultate vom 18. Mai 2014.

Gripen stürzt in der Volksabstimmung ab

Die Schweiz kauft vorläufig keine neuen Kampfflugzeuge. Das Stimmvolk hat den Kauf von 22 Gripen des schwedischen Herstellers Saab für 3,1 Milliarden Franken abgelehnt. 53,4 Prozent der Stimmenden legten ein Nein in die Urne, 46,6 Prozent sagten Ja.

Ob es sich eher um ein Nein zu Kampfflugzeugen oder ein Nein zum umstrittenen Gripen handelt, werden die Analysen zeigen. Fest steht, dass die Summe der Stimmen von Armeekritikern und Gripen-Skeptikern eine Nein-Mehrheit ergab.

Volk schmettert Mindestlohn ab

Die Mindestlohninitiative ist an der Urne wuchtig abgelehnt worden. 76,3 Prozent der Stimmenden sagten Nein zu einem nationalen Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde. Das Resultat ist eine herbe Niederlage für die Gewerkschaften.

Das Abstimmungsresultat fiel mit rund 2'209'000 Nein- und lediglich 688'000 Ja-Stimmen deutlicher aus, als es die Umfragen im Vorfeld der Abstimmung hatten erwarten lassen. Die Zahlen zeigen, dass sogar Teile des linken Lagers Nein stimmten. Es sei ein Nein gegen staatliche Eingriffe in die Wirtschaft, erklärten die Gegner ihren Sieg.

Pädophileninitiative an der Urne erfolgreich

Einschlägig vorbestrafte Pädosexuelle dürfen nie mehr mit Kindern arbeiten. Dieser Grundsatz steht seit Sonntag in der Bundesverfassung. In der Volksabstimmung ist die Pädophileninitiative mit 63,5 Prozent angenommen worden.

Rund 1'819'000 Stimmende legten ein Ja in die Urne, 1'045'000 sagten Nein. Damit gehört das zweite Volksbegehren der Organisation Marche Blanche zu den erfolgreichsten Initiativen überhaupt. Auch am Ständemehr gab es nichts zu rütteln: Kein einziger Kanton lehnte die Initiative ab.

Besonders gross war die Zustimmung in der Westschweiz: Der Kanton Wallis nahm die Initiative mit 74,1 Prozent an, Genf mit 73,6 Prozent, der Kanton Jura mit 71 Prozent. Nirgends aber war die Zustimmung grösser als im Tessin, wo 83,1 Prozent der Stimmenden Ja sagten.

Fast 90 Prozent Ja zu Ärztevorlage

Die medizinische Grundversorgung erhält Verfassungsrang. Der Gegenvorschlag zur zurückgezogenen Hausarztinitiative ist mit 88 Prozent Ja-Stimmen deutlich angenommen worden. Die konkreten Auswirkungen des neuen Verfassungsartikels dürften sich in Grenzen halten.

Entsprechend schwach war der Widerstand gegen die Vorlage: Rund 2'479'000 Stimmberechtigte sagten Ja, nur rund 337'000 legten ein Nein in die Urne. Kein einziger Kanton hat den neuen Verfassungsartikel abgelehnt, mit 19 Prozent war das Nein-Lager in Schwyz noch am grössten. Die Westschweiz sagte mit über 90 Prozent Ja, Neuenburg mit 93,7 Prozent am deutlichsten.

kpn/sda

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