Sie schafft Fakten, er muss zahlen

Ledige Männer sollen für eine Zeugung wider Willen künftig viel zahlen.

Nicht nur das Kind, sondern auch die Mutter soll künftig zehn Jahre lang Geld vom getrennt lebenden Kindsvater erhalten.

Nicht nur das Kind, sondern auch die Mutter soll künftig zehn Jahre lang Geld vom getrennt lebenden Kindsvater erhalten.

(Bild: Keystone)

Andreas Valda@ValdaSui

Der Nationalrat hat letzte Woche eine Gesetzesänderung beraten, die das Zeug hat, das Sexualverhalten von Generationen zu verändern, stärker als Aufklärung und stärker als jede Anti-Aids-Kampagne. Worum geht es? Um die Neuregelung des Kinderunterhalts lediger Eltern. Künftig soll ein lediger Vater, der getrennt von Kind und Mutter lebt, nicht nur für den Kindesunterhalt aufkommen (Kinder­alimente), sondern auch die Mutter für die Betreuung entschädigen. Nennen wir es Mutteralimente. So wollen es der Bundesrat und der Nationalrat.

Die Neuregelung muss im September im Ständerat bestätigt werden. Sofern sie die Hürde nimmt, heisst dies Folgendes: Wenn Männlein und Weiblein unerwünscht ein Kind zeugen und Frau sich entscheidet, es allein zur Welt zu bringen, entsteht daraus eine mindestens zehnjährige Verpflichtung des Mannes gegenüber der Frau. Wenn sie will, hat er Mutteralimente zu bezahlen, denn nur sie kann entscheiden, ob sie abtreibt. Um es überspitzt zu sagen: Mit der Zeugung erhält die Mutter einen Blankocheck über zehn Jahre.

Auf wie viel wird sich das Ganze summieren? Mit mindestens 100'000 bis 200'000 Franken ist zu rechnen. Die Betrag hängt – wie bei einer Scheidung – von diversen Faktoren wie den Lebensumständen und dem Einkommen ab. Ein mittelgrosser Lohn des Mannes gestattet es, dass der Richter der Frau 1000 bis 2000 Franken pro Monat zuspricht. Plus Kindesunterhalt. Zehn Jahre lang. Das heisst: Eine Frau muss sich, vereinfacht gesagt, erst zehn Jahre nach der Geburt des Kindes um ein Einkommen bemühen.

In einer Ehe oder funktionierenden Beziehung spielen solche Zahlen keine Rolle. Ernst wird es aber, wenn das Paar einfach nur Sex haben wollte, ohne jede Zeugungsabsicht. Oder wenn die langjährige Freundin ihn im Glauben liess, die Pille zu nehmen, obwohl sie diese in der Zwischenzeit abgesetzt hatte, um sich einen lange gehegten Kinderwunsch zu erfüllen. Sie schafft Fakten, er muss zahlen.

So werde ich meinen Söhnen sagen müssen: Jungs, kein ungeschützter Verkehr bis zur geplanten Zeugung – selbst mit langjähriger Freundin!

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