Sawiris-Projekt löst Ängste aus

Das in Andermatt entstehende Resort des ägyptischen Investors ist bei den Einheimischen mit grossen Hoffnungen verbunden. Gemäss einer Umfrage gibt es unter den Jugendlichen im Urserntal aber auch Ängste.

Grosser Hoffnungsträger für Andermatt und Umgebung: Investor Samih Sawiris – hier beim Besuch der Baustelle im letzten Juli.

Grosser Hoffnungsträger für Andermatt und Umgebung: Investor Samih Sawiris – hier beim Besuch der Baustelle im letzten Juli.

(Bild: Keystone)

«Andermatt soll kein zweites St. Moritz werden» – «Hoffentlich gibt es auch für Einheimische Arbeitsplätze» – «Das Leben darf nicht allzu teuer werden»: Diese Statements stammen aus einer Umfrage, die das Internet-Radio Politcast-Uri.ch kürzlich in Andermatt durchgeführt hat. Dabei äusserten sich Einheimische im Alter zwischen 14 und 30 Jahren zum Tourismusresort von Samih Samiris.

Das neue Grossprojekt des ägyptischen Investors ist für die Andermatter mit grossen Hoffnungen verbunden, wie Behördenvertreter und Menschen auf den Andermatter Strassen erklären. Das Sawiris-Projekt bringe dem lokalen Gewerbe Aufträge und mehr Arbeitsplätze für die Einheimischen, es stosse einen touristischen Aufschwung und eine Belebung des Dorfes an. Die Jugendlichen freuen sich unter anderem auf das geplante Sportzentrum.

Angst vor Überfremdung und Angst vor Preisexplosion

Es gibt aber auch kritische Stimmen in Andermatt – nicht zuletzt unter den Jugendlichen, wie die Umfrage von Politcast-Uri.ch zeigt. «Sawiris macht den Jungen Angst», schreibt dazu die «Neue Luzerner Zeitung» . Einerseits gibt es die Befürchtung, dass zu viele ausländische Arbeitskräfte nach Andermatt kommen. Manche Leute bezweifeln, dass die rund 1800 neuen Arbeitsplätze vorwiegend mit Einheimischen besetzt werden, wie dies von den Promotoren des Sawiris-Projekts versprochen wurde. Andererseits besteht die Angst, dass das Leben unbezahlbar werden könnte, nicht zuletzt weil die Preise für das Wohnen in die Höhe schnellen dürften.

Der Gemeinderat von Andermatt hat längst festgestellt, dass das Milliardenprojekt des ägyptischen Investors nicht bei allen Einheimischen Begeisterung auslöst. Gerade eine Langzeitstudie habe die Skepsis unter den jungen Leuten dokumentiert. Wie der Gemeindepräsident von Andermatt, Roger Nager (FDP), im Radiobericht zu verstehen gibt, wollen die Behörden bei einem Anstieg der Mietpreise nicht tatenlos zusehen.

Erste Hotel-Eröffnung im Winter 2013/14

Das neue Tourismusresort Andermatt umfasst sechs Hotels mit total 844 Zimmern und Appartements, 42 Häuser mit zusammen 490 Appartements sowie 20 bis 30 Villen. Auch ein Sportzentrum, Kongressräume, ein Golfplatz sowie neue Skilifte sind Teil des Grossprojekts. Die Eröffnung des Hotels «The Chedi» ist für den Winter 2013/14 geplant. 2014 sollen die ersten Wohnungen bezogen werden. Das gesamte Investitionsvolumen des Resorts wird auf 1,8 Milliarden Franken geschätzt.

vin

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