Offener Ausgang bei der Rentenreform

Gemäss der ersten Welle der Tamedia-Abstimmungsumfrage würde die Reform der Altersvorsorge derzeit abgelehnt. Die Meinungsbildung für die Abstimmung am 24. September ist aber noch nicht abgeschlossen.

Unterschriftensammlung für das Referendum gegen die Rentenreform in Bern. Foto: Peter Schneider (Keystone)

Unterschriftensammlung für das Referendum gegen die Rentenreform in Bern. Foto: Peter Schneider (Keystone)

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Die Schweizer Mediengruppe Tamedia hat im Vorfeld der eidgenössischen Abstimmung vom 24. September die erste von insgesamt drei titelübergreifenden Umfragen durchgeführt. 8’630 Personen aus der ganzen Schweiz haben am 3. und 4. August online an der ersten Befragungswelle teilgenommen. Der Fehlerbereich liegt bei 1,5 Prozentpunkten.

Reform stösst auf Skepsis

Gut sieben Wochen vor dem Urnengang zeigt die Tamedia-Abstimmungsumfrage, dass die Reform der Altersvorsorge 2020 bei den Stimmbürgern einen schweren Stand hat: Während die Erhöhung der Mehrwertsteuer zugunsten der AHV noch von einer knappen Mehrheit von 52 Prozent unterstützt wird, fällt die für die übrigen Teile der Reform nötige Gesetzesänderung durch: 54 Prozent wollen derzeit Nein oder eher Nein stimmen, nur 40 Prozent beabsichtigen, ein Ja in die Urne zu legen.

Die Altersvorsorge 2020 ist in zwei Vorlagen aufgeteilt, die miteinander verknüpft sind. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer bedingt eine Verfassungsänderung. Die übrigen Teile machen Gesetzesänderungen nötig, gegen die das Referendum ergriffen wurde. Dass die Stimmabsichten bei den beiden Vorlagen auseinandergehen, dürfte unter anderem an der noch nicht so weit fortgeschrittenen Meinungsbildung und an dem tiefen Informationsstand liegen. Widerstand auch aus dem linken Lager

Deutlich zeigt sich, dass die Wähler von FDP und SVP – beide Parteien bekämpfen die Rentenreform – das neue Gesetz zur Altersvorsorge klar ablehnen: Drei von vier SVP-Anhängern wollen Nein stimmen, und auch bei den FDP-Wählern sind es gut 60 Prozent. Obwohl SP und Grüne die Reform befürworten, steht die Basis zum heutigen Zeitpunkt nicht geschlossen hinter der Reform: Bei den Grünen wollen 42 Prozent Nein stimmen, bei der SP 31 Prozent.

Das wichtigste Argument aus der Sicht der Gegner ist, dass die Jungen durch die Reform benachteiligt würden. Die Umfrage zeigt denn auch klar einen Graben zwischen den Generationen: Die Zustimmung ist bei beiden Vorlagen bei den 18- bis 34-Jährigen am tiefsten. Auch die Frauen, deren ordentliches Rentenalter auf 65 Jahre ansteigen würde, stehen der Reform kritischer gegenüber als Männer. Nur jede dritte Frau, aber beinahe jeder zweite Mann würde derzeit Ja stimmen.

Ernährungssicherheit: Ja zeichnet sich ab

Relativ unbestritten scheint die neue Verfassungsbestimmung zur Ernährungssicherheit: Eine Mehrheit von 53 Prozent will Ja stimmen, 27 Prozent lehnen die Vorlage ab. Jeder Fünfte hat noch nicht entschieden. Generell ist die Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen und Verschiebungen bis zum Abstimmungstermin bleiben möglich.

Umfassende Tamedia-Abstimmungsumfragen

Die Tamedia-Abstimmungsumfragen werden in Zusammenarbeit mit den Politikwissen­schaftlern Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen, sodass die Stichprobe der Struktur der Stimmbevölkerung entspricht. Die Resultate werden jeweils umgehend ausgewertet, damit die Tageszeitungen und Newsplattformen von Tamedia schweizweit rasch und fundiert darüber berichten können. Weitere Informationen sind unter tamedia.ch/umfragen abrufbar.

Beteiligte Tamedia-Medien: Deutschschweiz: 20 Minuten, BZ Berner Zeitung, Der Bund, Tages-Anzeiger, SonntagsZeitung und ZRZ Zürcher Regionalzeitungen
Romandie: 20 minutes, 24 heures, Tribune de Genève und Le Matin/Le Matin Dimanche
Tessin: 20 minuti

Erstellt: 08.08.2017, 15:19 Uhr

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