NEO kostet die Armee bis zu 15 Milliarden

Ein Informatikprojekt droht zum Fass ohne Boden zu werden. Das Projekt NEO, mit dem die Armee ihre Operationsführung vernetzen will, birgt laut der Finanzkontrolle erhebliche finanzielle Risiken.

Will nicht vor Ende Jahr zu NEO Stellung nehmen: VBS-Chef Ueli Maurer, hier beim Besuch des Kommandopostens von Brigadier Daniel Berger bei einem Manöver in Onnens FR. (17. März 2009)

Will nicht vor Ende Jahr zu NEO Stellung nehmen: VBS-Chef Ueli Maurer, hier beim Besuch des Kommandopostens von Brigadier Daniel Berger bei einem Manöver in Onnens FR. (17. März 2009)

(Bild: Keystone)

Das Armee-Informatikprojekt Network Enabled Operations (NEO), das der vernetzten Operationsführung dienen soll, kommt gemäss einem Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) teuer zu stehen. Bis 2021 sind demnach Investitionen in der Höhe von neun Milliarden Franken vorgesehen.

Alleine die Betriebskosten von 2011 bis 2021 würden vier Milliarden Franken betragen. Die «SonntagsZeitung» publizierte den Bericht der EFK, der im Juli 2012 erstellt worden war, am Sonntag auf ihrer Homepage. Doch gemäss Bericht der EFK bleibt es nicht bei neun Milliarden: Bis zum Endausbau 2025 könnte das Projekt NEO gegen 15 Milliarden Franken kosten. Und: «NEO beinhaltet hohe Risiken», warnt die Finanzkontrolle.

Noch kein Kommentar des VBS

Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat diese Zahlen auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda am Sonntag nicht bestätigt. Ein Sprecher sagte, vor Ende Jahr werde das VBS zum Projekt NEO keine Stellung beziehen.

NEO hat zum Ziel, die Schweizer Armee in die Lage zu versetzen, «flexibel und zielgerichtet auf veränderte Situationen und Aufgaben zu reagieren», wie der Homepage des VBS zu entnehmen ist. Das Projekt fokussiert auf den Schutz des Luftraumes, die elektronische Kriegsführung sowie Sonderoperationen. 5,5 der 9 Milliarden seien für diese drei Bereiche vorgesehen, präzisiert der Bericht.

Für die Luftraumverteidigung alleine werden die Investitionen auf 4,6 Milliarden geschätzt, am Boden sollen rund 2,7 Milliarden investiert werden. Und rund 800 Millionen fliessen in den Ausbau des Einsatznetzes Verteidigung.

Erst einmal 209 Millionen

Ende Mai verabschiedete der Bundesrat das Rüstungsprogramm für 740 Millionen Franken, wovon in der ersten Etappe 209 Millionen Franken für das Einsatznetz Verteidigung vorgesehen sind.

Hierbei soll neben dem besseren Schutz vor dem Zugriff von Hackern auch die Geschwindigkeit des Netzes erhöht werden. Reduzieren will die Armee auch die Abhängigkeit von zivilen Anbietern wie der Swisscom.

«Wir sichern mit dem Einsatznetz die Datenübertragung des Bundes und die Verbindung zwischen Bund und Kantonen», sagte dazu VBS-Chef Ueli Maurer Ende Mai.

rub/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt