Militärpolizei auf Einbrecherjagd im Baselbiet

Es ist Hochsaison für Einbrecher. Nun wird der Kanton Baselland während eines Monats von der Armee unterstützt. Flächendeckende Kontrollen sollen die Kriminaltouristen abschrecken.

Mit flächendeckenden Verkehrskontrollen will die Polizei Kriminaltouristen abschrecken.

Mit flächendeckenden Verkehrskontrollen will die Polizei Kriminaltouristen abschrecken.

(Bild: Tino Briner)

Anfang Woche hat die Baselbieter Polizei eine Grossaktion gegen Kriminaltouristen angekündigt. Gestern wurde nun bekannt, wie diese aussehen soll – und die Pläne lassen aufhorchen: Die Baselbieter Polizei wird bei der personalintensiven Jagd nach Einbrechern von der Militärpolizei unterstützt. Eine solche Zusammenarbeit hat es im Baselbiet noch nie gegeben. Im Einsatz stehen diesen Monat Angehörige des Militärpolizei-Bataillons 1, das zurzeit gerade seinen Wiederholungskurs in der Nordwestschweiz leistet. Die Aktion ist laut einem Communiqué seit längerem geplant. Die Einsatzführung obliegt der Baselbieter Polizei.

Wie gross die Unterstützung ist, die der Kanton Baselland gratis vom Bund erhält, wird aus polizeitaktischen Gründen nicht bekannt gegeben: Allerdings dürfte es eine hohe Zahl sein. Denn offenbar setzt die Polizei vor allem auf die Karte Abschreckung – zum Beispiel mit flächendeckenden Kontrollen. «Wir führen im Rahmen dieser Aktion unter anderem kriminalpolizeiliche Verkehrskontrollen durch. Dabei werden unsere Leute von Militärpolizisten unterstützt», sagt Polizeisprecher Nico Buschauer.

Kritik am Vorgehen

Erklärtes Ziel ist es, die derzeit hohen Einbruchszahlen möglichst tief zu halten und wenn immer möglich auch Täter anzuhalten. Allerdings dürfen die Militärpolizisten dabei niemanden verhaften: «Zwangsmassnahmen liegen ausschliesslich in der Kompetenz der Polizei Basel-Landschaft», so Buschauer.

Das Vorgehen stösst bereits jetzt auf Kritik: «Es ist inakzeptabel, die Armee gegen Zivilpersonen einzusetzen – auch gegen Einbrecher», sagt der grüne Landrat Jürg Wiedemann. «Das ist absolut das falsche Mittel. Die Armee hat andere Aufgaben als solche Einsätze.»

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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