«Ich hatte wirklich Angst, dass es nicht klappt»

Christine Bussat ist erleichtert über das Ja zum «Berufsverbot für Pädophile». Die Initiantin findet deutliche Worte für das Auftreten von Bundesrätin Simonetta Sommaruga im Abstimmungskampf.

Sie lancierte die Volksinitiative «Berufsverbot für Pädophile»: Christine Bussat.

Sie lancierte die Volksinitiative «Berufsverbot für Pädophile»: Christine Bussat. Bild: Martial Trezzin/Keystone

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Die Volksinitiative «Berufsverbot für Pädophile» wurde angenommen. Wie geht es Ihnen nach diesem Erfolg?
Ich bin erleichtert, glücklicherweise hat sich die Wahrheit durchgesetzt. Aber angesichts einer regelrechten Lügen- und Populismuskampagne der Gegner hatte ich wirklich Angst, dass die Initiative nicht angenommen wird.

Wie erklären Sie sich, dass die Zustimmung für die Initiative vor der Abstimmung um 15 Prozent sank?
In den Medien wurde immer wieder behauptet, dass das bereits beschlossene Gesetz besser sei als die Initiative. Das war Manipulation der Bürger. Und Bundesrätin Sommarugas Aufgabe wäre es eigentlich gewesen, die Bevölkerung zu informieren, stattdessen machte sie eine komplett unehrliche Kampagne.

Das Unterstützungskomitee hatte einen Gesetzesvorschlag ausgearbeitet, um die Jugendliebe von einer Strafe zu befreien.
Ich bin diesbezüglich nicht wirklich auf dem Laufenden und das ist auch nicht mein Komitee. Ausserdem haben mir Mitglieder des Komitees gesagt, sie hätten den Vorschlag zurückgezogen, er sei nicht mehr aktuell. Tatsache ist: Jugendlieben zwischen einem 18-Jährigen und einer 15-Jährigen sind von der Initiative nicht betroffen, auch wenn dies immer wieder verbreitet wurde.

Was ändert sich nach Annahme der Initiative für die Kinder in der Schweiz?
Natürlich wird es viel weniger Opfer geben, das ist reine Mathematik. Das Risiko, dass ein verurteilter Pädophiler wieder mit Kindern arbeitet, dürfen wir einfach nicht eingehen.

Nicht alle Pädophile sind auch Sexualstraftäter.
Ja, aber ein Pädophiler bleibt pädophil, das haben im Vorfeld der Abstimmung alle Psychologen gesagt. Die sexuelle Orientierung, der Trieb verändert sich nicht. Manche Pädophile können ihn kontrollieren, aber dafür haben wir keine Garantie. Auch das kleinste Risiko, dass jemand wieder straffällig werden könnte, ist zu gross.

Wie geht es für Sie jetzt weiter?
Ich werde die Umsetzung der Initiative natürlich verfolgen. Marche Blanche wird von dem Rechtsanwalt Paolo Bernasconi übernommen. Gemeinsam mit Psychologen und Juristen wird er meine Organisation weiterführen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.05.2014, 14:50 Uhr

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