«Hätte Zusammenbruch der UBS innert 48 Stunden bedeutet»

Alt-Bundesrat Pascal Couchepin gab sein erstes Interview seit dem Rücktritt. Darin äussert er sich auch zum kürzlich veröffentlichten Untersuchungsbericht der GPK im Fall UBS und zum Zustand der SVP.

Glaubt nicht daran, dass die SVP auch in Zukunft grosse Erfolge feiern wird: Alt-Bundesrat Pascal Couchepin.

Glaubt nicht daran, dass die SVP auch in Zukunft grosse Erfolge feiern wird: Alt-Bundesrat Pascal Couchepin.

Als Bundespräsident hatte er verboten, dass die Sitzungen zur Rettung der UBS protokolliert wurden. In der aktuellen Ausgabe der deutschen Wochenzeitung «Zeit» sagt Couchepin: «Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder man lässt von allen, die die Protokolle einsehen dürfen, eine Geheimhaltungsklausel unterschreiben, oder man trifft sich öfter und lässt das Protokollieren sein. Letzteres schien mir sicherer. Schliesslich ging es um börsenrelevante Informationen. Stellen Sie sich vor, davon wäre etwas nach aussen gedrungen! Das hätte den Zusammenbruch der UBS innerhalb von 48 Stunden bedeuten können.» Couchepin sagt auch, alle Bundesräte hätten dieses Verbot stillschweigend zur Kenntnis genommen.

Des weiteren meinte Couchepin mit Blick auf den Erfolg der SVP: «Für Herrn Blocher und die SVP ist das Volk eine Masse. Aber unser politisches System ist viel subtiler. Wir haben verschiedene Kulturen, verschiedene Parteien, verschiedene Landesteile. Ich glaube nicht, dass die SVP weiter grosse Erfolge haben wird, wenn sie in diese Richtung geht. Herr Blocher war zum Beispiel sehr erstaunt, dass er die Einbürgerungsinitiative verlor. Er kommt aus einer Ecke der Schweiz und denkt, die ganze Schweiz sei so wie seine Ecke und die Leute, mit denen er redet.»

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