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«Die Linke konnte mit der P 26 ablenken» 

Der Historiker Titus Meier hat ein viel beachtetes Buch über die Schweizer Geheimtruppe geschrieben. Für ihn war die P 26 eine harmlose Gruppierung aufrechter Patrioten.

«Die Verteidigungsminister Chevallaz und Delamuraz wussten bestens Bescheid»: Historiker Titus Meier. Foto: Fabienne Andreoli

«Die Verteidigungsminister Chevallaz und Delamuraz wussten bestens Bescheid»: Historiker Titus Meier. Foto: Fabienne Andreoli

Herr Meier, mit Ihrem Buch zur P 26 haben Sie die einstige Geheimtruppe rehabilitiert. Hat man Ihnen die ­Flasche Champagner schon geschickt?
Nein, es ist noch nichts ­gekommen.

Vaterländische Gruppierungen wie die C 717 oder Pro Castellis haben auf einen Historiker wie Sie gewartet. Viele der damals Beteiligten fühlten sich nach der Enttarnung 1990 als Verräter, jetzt machen Sie sie im Nachhinein zu aufrechten Patrioten.
Als ich vor sieben Jahren begann, mich mit der P 26 wissenschaftlich auseinanderzusetzen, wusste ich nicht, was das Ergebnis sein würde. Mich hat die angebliche Existenz einer Geheimarmee stets fasziniert. Wenn ein Staat das ­Projekt eines geheimen Widerstands bei einer Besetzung hat, muss man mindestens nachträglich für Transparenz sorgen. Das war die Motivation meiner ­Forschung. Verschiedene Seiten hatten grosse Erwartungen – ich weiss aber nicht, ob sie nun erfüllt werden.

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