Die EVP jetzt ohne Hahn

Neuer Look, neues Wahlprogramm: Die Evangelische Volkspartei startet ins Wahljahr – und sagt, wo sie ein Nationalratsmandat dazugewinnen will.

Leicht aufgefrischt: Das neue Logo der Evangelische Volkspartei.

Leicht aufgefrischt: Das neue Logo der Evangelische Volkspartei.

(Bild: Keystone)

Die Evangelische Volkspartei der Schweiz (EVP) will sich im Wahljahr 2015 mit Wahlkämpfen in vielen Kantonen als progressive Partei positionieren, die zugleich konservative Werte verteidigt. Ihr Ziel ist der Erhalt der beiden Nationalratsmandate in Bern und Zürich.

Den im Jahr 2007 im Kanton Aargau verlorenen Sitz möchte die EVP zudem zurückgewinnen, wie Parteipräsidentin und Nationalrätin Marianne Streiff-Feller (BE) am Dienstag vor den Medien in Bern erklärte. Neben einem neuen Logo ohne Hahn setzt die Kleinpartei auf den Abstimmungskampf zur Erbschaftssteuerinitiative und das allfällige Referendum gegen die Präimplantationsdiagnostik (PID).

Was neu im Parteiprogramm ist

Zugleich präsentierte die Parteileitung am Dienstag ein neues Parteipgrogramm, das aus «Impulsen der Basis erarbeitet und demokratisch abgestimmt» worden sei, wie Streiff-Feller weiter erklärte. Als roter Faden gelten die drei Begriffe «Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Würde des Menschen».

Neu sei etwa die Abkehr von der Idee der gewinnorientierten hin zur ethischen Marktwirtschaft, die das Gemeinwohl in den Mittelpunkt rücke. Neu fokussiere der Schutz des Lebens auch auf den Schutz vor Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch, erklärte Streiff-Feller. Zentral sind der EVP die «ethischen Grundsätze der Bibel».

Privilegien der Ehe beibehalten

Im neuen Parteiprogramm fordert die EVP weiter etwa gerechte und schnelle Asylverfahren, Eltern- und Vaterschaftsurlaub, eine Reduktion der Nacht- und Sonntagsarbeit, den Automatischen Informationsaustausch im Finanzwesen, eine ökologische Steuerreform, eine CO2-Abgabe auch auf Treibstoffen, mehr Entwicklungshilfe und Entschuldungsprogramme für Entwicklungsländer.

Zugleich will sie die Privilegien der Ehe beibehalten und diese nicht auf andere Verbindungen ausdehnen. Sie ist gegen die Liberalisierung von Cannabis und für Mindestpreise beim Alkohol.

Für ein «faires Wahlsystem ohne Wahlhürden»

Als Kleinpartei setzt sich die EVP zudem für ein «faires Wahlsystem ohne Wahlhürden» ein und fordert den doppelten Pukelsheim bei den Nationalratswahlen, der gleichzeitig eine regional proportionale Vertretung im Parlament und die proportionale Verteilung der Sitze auf die Parteien gewährleistet.

sda

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