Coop-Lasagne enthält Pferdefleisch

Labortests haben in der Lasagne verdi alla bolognese von Coop Anteile von Pferdefleisch festgestellt. Wie viel genau, weiss man noch nicht. Klar ist laut dem Grossverteiler aber, dass es sich «nicht nur um Spuren» handelt.

Das betroffene Produkt: Lasagne Verdi alla bolognese Coop.

Das betroffene Produkt: Lasagne Verdi alla bolognese Coop.

(Bild: Reuters)

Die wegen des Lebensmittelskandals zurückgezogene Coop-Lasagne enthält Anteile von Pferdefleisch. Das haben Labortests ergeben, wie Coop auf ihrer Webseite schreibt. «Wie viel Pferdefleisch im Produkt enthalten ist, ist noch unklar», sagt Coop-Sprecherin Dennis Stadler gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnetz. Man wisse aber, dass es sich «nicht nur um Spuren» handle.

Bis die definitiven Untersuchungsergebnisse feststehen, dauert es noch einige Tage. «Wir hoffen, dass die Resultate noch diese Woche kommuniziert werden können», erklärt Stadler.

Abklärungen laufen

Das Fleisch für das betroffene Produkt des Coop-Labels Qualité & Prix stammte von der französischen Firma Comigel, die beim Pferdefleisch-Lieferanten Spanghero einkaufte. Bereits Anfang Woche hatte der Grossverteiler die betroffene Tiefkühllasagne zurückgezogen.

Das Unternehmen kann sich zurzeit nicht erklären, wie es zum Skandal kommen konnte. «Zurzeit laufen wichtige Abklärungen», sagt Stadler. Klar sei aber, Qualität gehe in jedem Fall vor. Die EU-Behörden würden die genaue Herkunft des Pferdefleischs untersuchen. Welche Lehren der Detailhändler aus dem Skandal ziehe, sei noch unklar.

Die Kunden können die Lasagne verdi alla bolognese in jedem Coop-Supermarkt zurückgeben. «Der Preis wird den Kunden zurückerstattet», sagte Coop-Sprecher Urs Meier auf Anfrage.

BAG: «Eine Täuschung»

Das Ausmass des Skandals für die Schweiz ist noch unklar. Derzeit führen laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) mehrere kantonale Labors zusätzliche Kontrollen durch. «Die Ergebnisse erwarten wir Ende Woche», sagte BAG-Sprecherin Sabine Helfer auf Anfrage.

«Wenn ein Produkt Pferdefleisch - anstelle von Rindfleisch - enthält, liegt eine Täuschung vor», sagte sie. Nun müsse man der Sache auf internationaler Ebene auf den Grund gehen. Helfer hält jedoch fest: «Für die Gesundheit stellt der Konsum von Pferdefleisch grundsätzlich keine Gefahr dar.»

Der Skandal war aufgeflogen, nachdem in Grossbritannien und Irland vor rund einem Monat Spuren von Pferdefleisch in Hamburgern nachgewiesen worden waren. Vergangene Woche weitete sich der Skandal um falsch deklarierte Fleischprodukte auf die ganze EU aus. Tests wiesen in Rindfleisch-Lasagnen einen Pferdefleisch-Anteil von bis zu 100 Prozent nach.

wid/mw/sda

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