Beromünster ausgeschaltet – Kühe geben besser Milch

Jahrzehntelang war der Landessender Beromünster auf Sendung. Seit die Anlage ausgeschaltet ist, sind die Bauern in der Umgebung froh: Ihren Kühen und Säuen gehe es ohne den Elektrosmog besser.

Rita Boog atmet auf: «Wir sind glücklich, seit er nicht mehr strahlt», sagt die Bäuerin in der «Neuen Zürcher Zeitung». Boog wohnt eineinhalb Kilometer vom Landessender Beromünster entfernt und hat jahrelang unter dem Elektrosmog der Sendeanlagen gelitten: Nach dem Aufwachen taten ihr jeden Morgen die Glieder weh. Schon zwei Tage, nachdem der Sender Ende Dezember abgeschaltet wurde, habe sie besser geschlafen; ihren Nachbarn gehe es gleich.

Radio aus dem Dachkännel

Auch die Tiere scheinen sich ohne die elektromagnetische Strahlung wohler zu fühlen. Die 30 Kühe von Bauer August Lang, der das Radioprogramm sogar aus dem Dachkännel, dem Briefkasten und der Waschmaschine hören konnte, geben seither schneller Milch. «Die Milch fliesst um rund einen Liter schneller pro Minute». Der Schweinezüchter Robert Zimmermann sagt gegenüber der NZZ, dass seine Schweine vitaler geworden seien. Jahrelang hätten diese Stoffwechselstörungen gehabt und sich darum weniger bewegt. «Heute sind die kerngesund.»

Wissenschaftlich bestätigt ist das allerdings nicht. Laut Silvia Ivemeyer, Agrarwissenschaftlerin vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau, ist die Datenmenge noch zu gering. Ivemeyer begleitete Bauer August Lang im Rahmen einer Untersuchung zu Eutergesundheit und Antibiotika-Minimierung. Ihr zufolge handelt es sich dennoch um eine aussergewöhnliche Beobachtung. Ein Zusammenhang mit dem Abschalten des Landessenders sei gut möglich.

cha

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