«Bern verschenkt die Kernwerte der Schweiz»

Dass «Weltwoche»-Chefredaktor Roger Köppel (50) für die Zürcher SVP in den Nationalrat will, ist der erste Aufreger des Wahljahrs 2015. Was treibt ihn an?

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Herr Köppel, bereuen Sie Ihren Entscheid bereits, in die Politik zu gehen?
Roger Köppel: Im Gegenteil. Der Entscheid fühlt sich mit jedem Tag richtiger an. Fast wie eine Entlastung. Ich hatte immer stärker das Gefühl, dass es inkonsequent ist, nicht für die SVP in die Politik einzusteigen. Vielleicht sogar feige.

Feige?
Ich kritisiere Woche für Woche in der «Weltwoche», was meiner Meinung nach politisch falsch läuft in Bern. Die Säulen und damit die Erfolgsgrundlagen der Schweiz werden preisgegeben: Volksentscheide werden nicht mehr umgesetzt. Die Schweiz soll EU-Recht von EU-Richtern übernehmen. Der Staat reisst immer mehr Aufgaben an sich. Die Neutralität wird, aktuell gegenüber Russland, missachtet. Ich nehme, offenbar im Unterschied zu anderen Chefredaktoren, ernst, was ich selber schreibe. Deshalb muss ich den Schritt in die Politik wagen. Es geht mir um die Sache. Dann sind auch die Konsequenzen erträglich.

Eine Konsequenz ist, dass Sie als Politiker persönlichen Angriffen ausgeliefert sind. Die «SonntagsZeitung» warf Ihnen kürzlich vor, dass Sie sich mit einem psychiatrischen Gutachten vom Militärdienst befreiten.
Es ist kein Geheimnis. Meine Ausmusterung fiel in eine persönlich schwierige Zeit nach dem Selbstmord meiner Mutter und dem frühen Tod meines Vaters. Das ändert nichts an meiner Einstellung: Ich engagiere mich seit Jahren für eine starke Armee und die bewaffnete Neutralität.

Wie hat Sie der frühe Tod Ihrer Eltern geprägt?
Es gab auch viele schöne Erlebnisse in meiner Jugend. Die Scheidung und der Tod meiner Eltern aber haben mich früh mit den Schattenseiten konfrontiert. Ich habe gelernt, was es heisst, wenn man in einer Familie nach Schicksalsschlägen zusammenhalten muss, und ich musste vielleicht früher als andere auf eigenen Beinen stehen.

Wir fragen persönlich weiter, weil wir die Person Roger Köppel verstehen wollen: Sie gelten als elitär.
Das bin ich nicht. Mein Urgrossvater war Berner Oberländer Bauer, der mittellos nach Deutschland auswandern musste und schliesslich in Ostpreussen eine Existenz aufbaute. Meine Mutter war Sekretärin. Mein Vater hat eine Maurerlehre gemacht und sich dann zum erfolgreichen Bauunternehmer hochgearbeitet, ehe er in persönliche Schwierigkeiten geriet. Ich war der Erste, der ins Gymnasium ging und studierte, das stimmt, aber ich glaube nicht, dass ich deswegen die Bodenhaftung verloren habe.

Obschon Sie aus einfachen Verhältnissen kommen, sind Sie ein Gegner des Sozialstaats.
Falsch. Ich bin ein Gegner des überbordenden Fürsorgestaats, der die Menschen bevormundet. Der Sozialstaat sollte dann greifen, wenn sich jemand wirklich nicht mehr selber helfen kann. Was wir heute haben, ist ein Selbstbedienungsladen, der die Schlauen und Faulen belohnt. Gerade weil ich selber erlebt habe, was es heisst, wenn eine Familie ganz schmal durchmuss, sage ich heute: Der Staat muss den Leuten die Chance geben, ihr Leben eigenverantwortlich zu meistern. Das ist eine Frage der Menschenwürde.

Waren Sie ein guter Schüler?
Ich hatte im Gymnasium lange Haare, und alle meinten, ich kiffe. Aber ich hatte bloss lange Haare. Ich war insgesamt ein braver Schüler mit anständigen Noten.

Noch kein Alphatier?
Ich hielt sehr gerne Vorträge und traute mich immer, auch die dümmsten Fragen zu stellen, wenn ich etwas nicht verstand. Geschichte interessierte mich sehr. Als Landhockeyspieler, linkes Mittelfeld, entwickelte ich gewisse Führungsansprüche.

Und zieht diese Alphatier-Seite Sie nun in die Politik?
Nein, in der Politik geht es mir nicht um Selbstverwirklichung.

Das Ego und die Sache gehen oft Hand in Hand.
Natürlich muss man seinen Motiven immer misstrauen. Ich bin allerdings überzeugt, dass die Selbstsucht nirgendwo hinführt. Gute Unternehmer, gute Politiker, Leute, die etwas bewegen, sind Idealisten. Sie sind in der Lage, sich mit Leidenschaft einer Sache hinzugeben. Das Ego als Treibstoff reicht nicht.

Sicher?
Was ich jetzt vorhabe, ist anstrengend. Das geht nicht nach dem Lustprinzip. Ich habe sehr grossen Respekt vor Leuten, die etwas erreicht haben. Ihre Leistung sehe ich nicht als Folge eines defekten, übersteuerten Egos, wie man das gerne belächelt. Da stecken Verzichtsleistungen dahinter. Eine Härte gegenüber sich selbst. Eine gewisse Askese auch.

Ein gewisser Lebensverzicht, könnte man sagen.
Es kommt darauf an, was Sie unter Leben verstehen (lacht).

Wir fragen Sie.
Ich gehe mit voller Leidenschaft in meinem Beruf auf. Es ist ein Privileg, eine traditionsreiche und intelligente Zeitung wie die «Weltwoche» als Verleger führen zu dürfen. Ich habe hervorragende Mitarbeiter. Aus dem Journalismus ist mein Engagement für die Schweiz herausgewachsen. Dieses faszinierende Land der Freiheit und Vielfalt ist heute, wenn Sie so wollen, mein Kompass.

Was fasziniert Sie genau?
Die Schweiz ist eine Art Naturwunder. Sie wurde nicht von Ideologen konstruiert, sondern von Praktikern über Jahrhunderte hinweg an der Lebenswirklichkeit entwickelt. Unser Staat muss sich an den Bedürfnissen der Menschen, nicht am Selbstzweck der Elite orientieren. Deshalb ist die Schweiz so einzigartig und erfolgreich. Das wird jetzt demontiert.

Die Zeiten von «La Suisse n’existe pas» sind doch längst vorbei.
An diesen Unsinn haben sowieso nur ein paar Intellektuelle, Journalisten und Politiker geglaubt. In der breiten Bevölkerung sind solche Dummheiten nie angekommen. Vielleicht hat inzwischen sogar im Journalismus ein klein bisschen ein Umdenken stattgefunden, nicht zuletzt dank der «Weltwoche». Aber in Bern laufen mit Volldampf Bestrebungen, die Kernwerte der Schweiz aufzugeben. Es ist noch untertrieben, von Verkaufen zu sprechen. Es ist ein Verschenken.

Sie erkennen in Bern eine heimliche Agenda, die uns in die EU führt?
Davon bin felsenfest überzeugt. In Bern macht man alles, um die Schweiz am Volk vorbei in die EU zu schmuggeln.

Konstruieren Sie gerade eine Verschwörungstheorie?
Machen Sie doch die Augen auf! Bundespräsidentin Sommaruga erklärte hochoffiziell, dass man die konkrete Umsetzung des Verfassungsartikels gegen die Masseneinwanderung von der Zustimmung Brüssels abhängig mache. Ist die Schweiz bereits eine Kolonie Brüssels?

Natürlich nicht.
Aber die EU gebärdet sich, als seien wir bereits Mitglied. Die haben ein Riesentheater nach der Annahme der Zuwanderungsinitiative gemacht, dabei will die Schweiz – wie alle Staaten weltweit – nur wieder ihre Zuwanderung selbst regeln. Der Bundesrat hat diese Missverständnisse in Brüssel gezielt geschürt. Das EU-Beitrittsgesuch der Schweiz hat er nie zurückgezogen.

Die Schweiz ist so oder so wirtschaftlich abhängig von der EU.
Natürlich hat die Schweiz ein Interesse daran, mit der ganzen Welt und auch mit der EU möglichst gut zusammenzuarbeiten. Die hochstilisierten Bilateralen aber sind bloss Verträge, welche die Schweiz und die EU im gegenseitigen Interesse abgeschlossen haben. Ich bin nicht gegen die Bilateralen, aber die Bilateralen gehören nicht zur DNA der Schweiz.

Entschlüsseln Sie uns, was Sie als Erbsubstanz der Schweiz verstehen.
Ich habe eben ein exzellentes Buch des französischen Soziologen André Siegfried gelesen, der die Schweiz als das zugleich nationalste und internationalste Land der Welt beschreibt. Das ist es: Aus der gesicherten Unabhängigkeit war die Schweiz immer ein äusserst weltoffenes Land. Sie musste es sein – wegen ihrer Armut. Wenn aber das Internationale auf Kosten des Nationalen forciert wird, gerät die Schweiz aus dem Gleichgewicht.

Auch wir geraten aus dem Gleichgewicht, so wie Sie übertreiben.
Leute wie ich, die sich für die Unabhängigkeit einsetzen, müssen sich als Hinterwäldler, Abschotter, Isolationisten beschimpfen lassen. Das ist dummes Zeug. Ich setze mich für die Unabhängigkeit ein, gerade weil die Schweiz die globale Beweglichkeit braucht. Unsere politischen Gegner streben hingegen ein institutionelles Andocken an die bürokratisierte Kontinentalplatte Europa an. Das ist Schollendenken. Die Schweiz aber muss frei und weltoffen sein.

Was ist der Grund, dass die Grundsäulen der Schweiz, wie Sie sagen, verraten werden?
Die direkte Demokratie ist für Politiker mühsam, weil sie sich an den Interessen der Bürger orientieren müssen. Für Politiker ist unser Staat ein Gefängnis mit Millionen von Wärtern, die alle misstrauisch einen Stimmzettel in der Hand haben. In der EU entfällt diese lästige Kontrolle. Die Politiker wollen in die EU, weil sie dort mehr Macht haben.

Interessante Theorie. Die «Classe politique» will sich der direkten Demokratie entziehen?
Aber sicher. Volksentscheide werden nicht mehr umgesetzt. Die Bundespräsidentin diffamiert jene politischen Kräfte, die sich für die Volksrechte einsetzen, als Feinde der Menschenrechte. Offenbar halten unsere Bundesräte die Leute für demokratisch unmündig. Deshalb muss man die Volksrechte mit internationalen Richtern einschränken. Das ist arrogant und gefährlich.

Vorhin lobten Sie die schweizerische Weltoffenheit. Das halten wir für ein geschöntes Bild.
Die Schweiz ist nicht ausländerfeindlich. Das können wir uns gar nicht leisten. Natürlich haben wir wie überall Spannungen. Als meine Grosseltern nach dem Krieg in die Schweiz kamen, wurden sie anfänglich als Sauschwaben betitelt, obwohl sie nur Hochdeutsch sprechende Auslandschweizer waren. Man darf als Zugewanderter auch nicht überempfindlich sein. Ich wurde auch schon als Brillenträger, Nichtaristokrat, als Nichtfrau diskriminiert (lacht). Tatsache ist: Die Schweiz ist ein Land mit einem sehr hohen Ausländeranteil.

Kann man Politik lernen?
Ich bin bis jetzt ein Politbeobachter und -analytiker. In einem Milizstaat ist Politik Learning by Doing. Ob ich das Zeug dazu habe, ein tauglicher Politiker zu werden, das werden wir sehen.

Angst zu scheitern?
Die schwingt bei jedem grossen Schritt mit, und das ist auch gut so, sonst wird man leichtsinnig. Ich werde jetzt zum Teil schon auf Vorrat überschätzt, damit man mich dann leichter demontieren kann. Ich sehe es pragmatisch. Wenn ich es in den Nationalrat schaffen sollte, ist zum Glück einer mehr in Bern, der in die richtige Richtung geht.

Schweizerische Politik ist meist ein Kompromiss. Sind Sie tauglich dafür?
Ein Kompromiss folgt immer einer Auseinandersetzung zweier klar definierter Positionen. Er ist nicht die Voraussetzung für eine Diskussion, sondern allenfalls das Resultat. Ich muss dauernd Kompromisse machen.

Sie?
Im Leben macht man Kompromisse.

Ihr Leben ist ein Kompromiss?
Nein, aber als Unternehmer muss ich herausfinden, wo ich Kompromisse machen kann und wo nicht. Es gibt Dinge, für die ich kompromisslos kämpfe.

Wie wollen Sie das im Parlament praktizieren?
Bundesrat Didier Burkhalter strebt einen Rahmenvertrag mit der EU an. Er will die Schweiz europäischem Recht und europäischen Richtern unterwerfen. So etwas muss man kompromisslos bekämpfen. Ich finde es auch unerträglich, wie sich der Bundesrat bei der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative vor Brüssel in den Staub wirft. Hier muss man dagegenhalten.

Bei wem holen Sie sich Rat?
Ich bin Eklektiker, eine Art Jäger und Sammler guter Ideen, woher sie auch immer kommen.

Und konkret?
Meine Frau zum Beispiel. Sie ist die kritischste Instanz. Sie bestätigt meine Theorie: Frauen müssen Männer zivilisieren. Indem sie manchmal an ihnen herumnörgeln, machen Frauen die Männer zu besseren Menschen. Gute Kritik ist angewandte Liebe. Intelligente Männer nehmen die Kritik ihrer Frauen ernst. Frauen sind klüger. Sie sehen, denken und fühlen vierdimensional.

Wer riet Ihnen, der SVP beizutreten?
Ich wurde nach einem meiner Vorträge letztes Jahr ursprünglich von Toni Brunner angefragt. Als es in mir reifte, sprach ich mit Christoph Blocher, der zunächst abriet. Ich habe mit ganz wenigen gesprochen. Es wäre sonst gewesen wie damals, bevor ich die «Weltwoche» kaufte. Jeder hätte mir abgeraten.

Aber die «Weltwoche» gibt mit Ihnen als SVP-Politiker doch Ihre Unabhängigkeit preis.
Wir werden weiterhin politische Missstände aufdecken, auch bei der SVP. Die Partei kann mir keine Weisungen geben. Dass die SVP überhaupt bereit ist, einen kritischen Chefredaktor aufzustellen, spricht für ihre Offenheit.

Sie werden nicht nur als kritischer Journalist, sondern etwa als Sonnenkönig oder General bezeichnet.
Das kann man doch nicht ernst nehmen.

Wie sehen Sie sich selbst?
Ich muss jede Woche eine interessante Zeitung herausbringen und die Löhne zahlen können. Ich engagiere mich für die Schweiz. Ich bewerbe mich für ein politisches Amt, und dann habe ich auch eine Familie. Das alles muss ich unter einen Hut bringen. Ich bin ein sehr praktischer Mensch und kein Selbsterforscher. Ich finde es auch ungesund, wenn man sich zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Hinterfragen Sie sich nicht?
Als Unternehmer müssen Sie sich dauernd hinterfragen, sonst gehen Sie unter. Ich bin einer der meistkritisierten Journalisten der Schweiz, ich stehe in dauernder Auseinandersetzung mit Menschen. Ich habe auch Selbstzweifel, aber ich sitze nicht an meinem Schreibtisch und zeichne Landkarten meines Seelenlebens.

Ihre Antworten wirken teils sehr unterkühlt.
Pardon, aber die Journalisten der Berner Zeitung gehören bei aller Sympathie noch nicht zu meinem engsten Freundeskreis.

Wer Sie nur von der «Weltwoche» oder vom TV kennt, möchte Sie nicht unbedingt zu sich zum Znacht einladen – zu distanziert, zu berechnend, zu schlau.
Finden Sie? Also ich halte mich für eine durchaus interessante und humorvolle Person (lacht). Allerdings muss mich niemand zum Znacht einladen, und ich will auch nicht aus Zuneigung gewählt werden.

Es muss Sie niemand mögen?
Von «müssen» kann schon gar keine Rede sein. Natürlich lege ich es nicht darauf an, möglichst unsympathisch zu wirken, aber es kommt auf die Sache an. Die richtige Wirkung stellt sich dann schon ein. Ich denke an die Sache, nicht an die Wirkung.

Das glauben wir Ihnen nicht.
Aber es ist so. In den Fragen, die mich beschäftigen, habe ich an Selbstvertrauen gewonnen. Ich weiss, dass es richtig ist, eine kritische Zeitung herauszubringen, die Missstände aufdeckt. Ich weiss, dass es richtig ist, sich für die Schweiz einzusetzen. Das treibt mich an. Natürlich mache ich dabei Fehler und laufe ab und zu in einen Hammer. Man merkt ja selbst oft gar nicht, dass man bereits abhebt. Darum muss man immer Gegensteuer geben, auch gegenüber sich selbst. Sonst wird man übermütig. (Berner Zeitung)

Erstellt: 30.03.2015, 08:56 Uhr

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Roger Köppel empfängt uns im Sitzungszimmer der «Weltwoche» in Zürich, die er als Chefredaktor und Verleger führt. Man kennt Köppel als unerbittlichen, sprachlich brillanten Angreifer, der als Debattierer dann zur Höchstform aufläuft, wenn alle anderen gegen ihn sind. Gestählt wurde der Argumentationspanzer des leidenschaftlichen EU-Skeptikers während seiner Zeit als Chefredaktor der deutschen Zeitung «Die Welt».

Nun will er für die SVP in den Nationalrat. Euphoriker sehen in ihm den Nachfolger von SVP-Patron Christoph Blocher (75). Trotzdem wirkt Köppel (50), dreifacher Vater, jetzt verletzlich. Er bietet uns von seinem Genesungstee an, eben lag er noch mit 38 Grad Fieber im Bett. «Sie können mich alles fragen», sagt er freundlich. Er weiss, uns interessiert vor allem der Mensch hinter dem intellektuellen Unternehmer.

Persönliche Fragen sind ihm unangenehm. Er flüchtet sich in Floskeln, seine sonst scharfe Rhetorik wirkt auf einmal vage, ja unsicher. Köppel senkt den Blick immer wieder auf die Teetasse. Es ist, als ob er selber mehrere Anläufe bräuchte, um sich über gewisse Seiten seiner Persönlichkeit klarzuwerden.

Agenda

Diskussionsrunde der «Weltwoche» am 1. April, 18 Uhr, Hotel National, Bern: Die Schweiz und ihre historische Identität mit Prof. André Holenstein (Historiker), Josef Lang (Politiker Grüne), Peter Keller (Nationalrat SVP) und Roger Köppel (Chefredaktor «Weltwoche»).

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