20'596 Stunden Stau auf Schweizer Strassen

Die neuen Verkehrsflusszahlen zeigen: Die Schweizer standen 2013 insgesamt 3,4 Prozent länger im Stau als noch im Vorjahr. Die lange Wartezeit hat vor allem einen Grund.

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Auf den Schweizer Nationalstrassen rollt immer mehr Verkehr. 26,39 Milliarden Kilometer sind 2013 zurückgelegt worden - 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Staustunden stieg um 3,4 Prozent auf 20'596 Stunden. Die Nationalstrassen seien nicht mehr Schnellstrassen, sagte Verkehrsministerin Doris Leuthard. Verkehrsüberlastungen führten zu drei Vierteln zu den Staustunden, wie aus den Verkehrsflusszahlen des Bundesamtes für Strassen (Astra) hervorgeht.

Rückläufig waren Staus wegen Unfällen und Baustellen.Die Zahl der unfallbedingten Staus reduzierte sich um 4 Prozent. Staus als Folge von Baustellen verringerten sich um 12 Prozent. Leicht rückläufig war die Fahrleistung des schweren Güterverkehrs.

Die auf den schweizerischen Nationalstrassen 2013 zurückgelegten 26,39 Milliarden Kilometern entsprechen 88 Mal der Strecke von der Erde zur Sonne und wieder zurück. Obwohl die Nationalstrassen nur rund 2,5 Prozent des Schweizer Strassennetzes ausmachen, bewältigen sie gemäss Astra 42,7 Prozent des Verkehrs.

Auf National- statt auf Kantonsstrasse unterwegs

Wegen des guten Netzes und der Attraktivität der Nationalstrassen würden sich immer mehr Fahrzeughalter entscheiden, statt auf der Kantonsstrasse auf der Nationalstrasse zu fahren, sagte Verkehrsministerin Doris Leuthard vor den Medien in Gunzgen SO bei der A1-Baustelle Härkingen-Wiggertal.

«Wir haben viele Städte und Agglomerationen, die sich zu Lasten des Nationalstrassennetzes entlasten.» Das führe leider dazu, dass die Nationalstrassen nicht mehr Schnellstrassen seien, wie sie mal konzipiert gewesen seien. Diese Entwicklung dürfte laut der Verkehrsministerin weitergehen. Die Mobilität nehme zu. Auch der Güterverkehr werde mehrheitlich auf der Strasse abgewickelt.

«Das macht uns Sorgen», sagte Leuthard. Die starke Verkehrsbelastung führe dazu, dass zusehends Schäden an den Nationalstrassen entstehen würden. Die Staustunden dürften nicht zunehmen, weil diese kosteten und die Umwelt belasteten.

Bund braucht mehr Geld

Die Bundesrätin unterstrich die Bedeutung leistungsfähiger Nationalstrassen. In der Strassenkasse liegt jedoch bald nicht mehr genug Geld, um das Autobahnnetz auszubauen. Darum will der Bundesrat einen Fonds für den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehr (NAF) schaffen.

Vorgesehen ist eine Erhöhung des Benzinpreises, weil die Einnahmen wegen sparsamer Autos zurückgeht. Der Bundesrat rechnet damit, dass ab 2017 eine Finanzierungslücke von 1,2 Milliarden Franken pro Jahr droht. Es brauche Geld für die zunehmenden Unterhaltskosten und längerfristig für Beseitigungen der Engpässe, sagte Leuthard.

Staus trotz Baustellen verhindern

Das Bundesamt für Strassen setzt nach eigenen Angaben alles daran, Staus bei den Baustellen auf den Nationalstrassen möglichst zu verhindern. Die Infrastruktur müsse funktionieren, sagte ASTRA-Direktor Rudolf Dieterle.

Dies geschehe zum Beispiel mit Nachtarbeit. Zudem werde der Verkehr über Ersatzfahrbahnen oder Hilfsbrücken an Baustellen vorbeigeführt. Das Motto lautet «Bauen ohne Stauen», wie Jürg Röthlisberger, Chef Abteilung Strasseninfrastruktur beim ASTRA, ausführte. Die Baustellen seien anspruchsvoll. Jedes Projekt müsse anders optimiert werden.

Die Massnahmen zur Verhinderung von Staus während der Bauarbeiten würden die Arbeiten um rund 15 Prozent verteuern. Eine Verlagerung des Verkehrs während der Bauarbeiten auf einem Autobahnabschnitt sei nicht möglich.

ajk/sda

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