16 Islamisten aus der Schweiz sterben im Jihad

Die Zahl der Menschen, die aus der Schweiz in den Jihad gereist sind, hat wieder zugenommen. Drei dieser neuen Personen haben den Schweizer Pass.

Viele der Jihadreisenden zieht es nach Syrien: Kämpfer des Islamischen Staats in der syrischen Ortschaft Tel Abyad nahe der türkischen Grenze. (2. Januar 2014)

Viele der Jihadreisenden zieht es nach Syrien: Kämpfer des Islamischen Staats in der syrischen Ortschaft Tel Abyad nahe der türkischen Grenze. (2. Januar 2014)

Neu geht der Nachrichtendienst des Bundes von insgesamt 73 Fällen Jihadreisenden aus der Schweiz aus, wie aus seiner aktualisierten Internet-Seite hervorgeht. Damit ist die Zahl erstmals seit vergangenen September gestiegen – und zwar um drei.

Von den seit 2001 erfassten 73 Jihadreisenden begaben sich 59 nach Syrien und in den Irak und 14 nach Somalia, Afghanistan und Pakistan. Der Nachrichtendienst (NDB) hebt hervor, dass einige dieser Personen noch vor Ort sind. 16 sind gestorben, neun davon bestätigt. Weitere reisen in den Konfliktgebieten herum oder sind zurückgekehrt.

Zu den seit September letzten Jahres gezählten 71 Jihadreisenden gesellten sich drei neue hinzu, schreibt der Nachrichtendienst weiter. Eine zunächst nicht bestätigte Reisebewegung konnte als nicht jihadistisch motiviert abgeschrieben werden.

Gleich viele Rückkehrer

Die Zahl der Rückkehrer blieb mit 13 im Vergleich zum Dezember gleich. Neun Fälle davon sind bestätigt. Bei den vier nicht bestätigten Fällen konnte der Nachrichtendienst jihadistische Motive nicht nachweisen oder der genaue Aufenthaltsort ist nicht klar. Der Dienst geht den Fällen weiter nach.

Erst Ende Dezember waren am Flughafen Zürich zwei IS-Rückkehrer im Alter von 16 und 17 Jahren verhaftet worden. Sie sollen im Dezember 2014 ausgereist sein und sich in Syrien der Terrororganisation Islamischer Staat angeschlossen haben. Die Jugendanwaltschaft Winterthur eröffnete ein Strafverfahren gegen sie.

28 mit Schweizer Pass

Von den 73 Jihadreisenden hatten 28 einen Schweizer Pass, 16 davon waren Doppelbürger. Aus dem Vergleich mit den Dezemberzahlen lässt sich somit schliessen, dass die drei neu registrierten Jihadreisenden eine Schweizer Staatsbürgerschaft haben. Nähere Angaben zu Identität, Alter, Geschlecht, Nationalität und Wohnsitz gibt der NDB nicht bekannt.

Im Mai 2013 teilte der NDB mit, dass seit 2001 etwa 20 Jihadreisende aus der Schweiz in Konfliktzonen gereist sind. Im Mai 2014 erhöhte sich diese Zahl auf 40 und im September 2015 auf 71.

sda

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