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Kriminaltouristen versetzen Dorf in Angst

Ein Tessiner Dorf wird von einer Einbruchserie heimgesucht, in Basel wüten Diebesbanden aus Paris. Das Schengen-Abkommen zeigt seine Schattenseiten, doch Lösungen sind nicht in Sicht.

Die Polizei ist nicht mehr Herr der Lage: Carabinieri in Brusino.
Die Polizei ist nicht mehr Herr der Lage: Carabinieri in Brusino.

Das Tessiner Dorf Brusino ist in Aufregung. Laut einer Meldung des «Blicks» (Artikel online noch nicht verfügbar) werden die dortigen Bewohner seit Mitte Dezember von Einbrecherbanden heimgesucht. 454 Einwohner zählt das Dorf, das unmittelbar an der schweizerisch-italienischen Grenze liegt. Normalerweise verzeichne man rund zehn Einbrüche pro Jahr, sagt Gemeinderätin Elena Polli.

Politiker rätseln über Gründe

Den politisch Verantwortlichen ist es ein Rätsel, warum die Zahl der Einbrüche in den letzten Wochen derart zugenommen hat – seit Mitte Dezember wurde bereits achtmal eingebrochen, dazu kommen zwei versuchte Einbrüche. Sicher ist, dass es sich dabei mehrheitlich um Kriminaltouristen handelt, welche gleich nach den Einbrüchen wieder über die Grenze verschwinden.

Die Dorfbewohner vermuten laut «Blick» einen Zusammenhang mit einer Grenzstation, die früher bewacht war und nun offen ist. Ausserdem seien die Sanktionen zu wenig scharf. Gefasste Einbrecher kämen zu rasch wieder frei. Der Vizegemeindepräsident wünscht sich einen Einsatz der Armee, um die Lage zu entschärfen. Doch ein entsprechendes Gesuch beim Tessiner Justiz- und Polizeidepartement wurde abgelehnt. Die Situation sei nicht schlimm genug für einen entsprechenden Einsatz.

Auch Basel hat Probleme

Auch der Kanton Basel-Stadt hat laut einer Meldung der «Basler Zeitung» Probleme mit Kriminaltouristen. Vor dem Strafgericht mussten sich nordafrikanische Jugendliche aus Paris wegen des Vorwurfs eines gewerbsmässigen Diebstahls verantworten. Insgesamt 19-mal klauten drei Jugendliche in Geschäften, Restaurants und in einem Bus und erbeuteten Gegenstände im Wert von 10'000 Franken. Auch in ihrem Fall wird vermutet, dass die offenen Grenzen gemäss Dublin-Schengen-Abkommen solche Diebestouren vereinfacht haben.

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