Konzerne beerdigen AKW-Pläne

Axpo, Alpiq und BKW legen die Pläne zum Bau neuer AKW ad acta. Das dürfte das Referendum gegen den Atomausstieg schwächen.

Das AKW Mühleberg wird geschlosse und die Energiekonzerne Axpo, Alpiq und BKW ziehen ihren Antrag zum Bau eines neuen AKWs zurück. Die Politik stelle die Weichen für eine Zukunft ohne Atomstrom.

Das AKW Mühleberg wird geschlosse und die Energiekonzerne Axpo, Alpiq und BKW ziehen ihren Antrag zum Bau eines neuen AKWs zurück. Die Politik stelle die Weichen für eine Zukunft ohne Atomstrom.

(Bild: Archiv/pd)

Julian Witschi

Die drei grössten Stromkonzerne der Schweiz wenden sich weit­gehend von der Atomkraft ab. ­Gemeinsam ziehen Axpo, Alpiq und BKW beim Bundesrat die Rahmenbewilligungsgesuche für jene neuen AKW zurück, mit denen sie die fünf bestehenden Reaktoren ersetzen wollten. Die 2008 gestellten Gesuche waren 2011 vom Bundesrat nach der Atomkatastrophe von Fukushima sistiert worden. Nun sind sie definitiv vom Tisch.

Die Energiewelt habe sich fundamental verändert, schreiben die Chefs der drei Konzerne. Sie verzichten auch auf den Vorbehalt, später auf den Entscheid zurückzukommen. Denn «der Markt ist heute ein ganz anderer, und die Politik hat in der Zwischenzeit die Weichen für eine Zukunft ohne Kernkraft gestellt». Mit der vom Parlament unlängst beschlossenen Energiestrategie 2050 soll der Bau neuer AKW verboten werden.

Die SVP mit Unterstützung einiger Verbände und ein zweites Komitee sammeln zwar Unterschriften für ein Referendum, damit das Volk über die Energiestrategie abstimmen kann. Doch Energieministerin Doris Leuthard erhält nun Rückendeckung der Stromkonzerne. Sie bezweifelt schon länger, dass überhaupt noch jemand in die Atomkraft investieren will.

Die BKW schaltet ihr AKW Mühleberg 2019 ab. Die Betriebsdauer der anderen Re­aktoren ist laut Leuthard ebenfalls beschränkt, insbesondere wegen der Alterung schwer ersetzbarer und teurer Grosskomponenten wie Druckbehältern und Kühlkreisläufen. Der schrittweise Atomausstieg zusammen mit der Förderung erneuerbarer Energien und höherer Energie­effizienz sei deshalb die richtige Strategie.

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