Die Zahl der Jihad-Reisenden hat sich verdoppelt

Schweizer, die in den Jihad reisen, halten die Bundespolizei auf Trab. Besonders im Internet können Erfolge verzeichnet werden.

Überwachten im April den Zürcher Flughafen: Beamte der Kantonspolizei Zürich.<p class='credit'>(Bild: Keystone)</p>

Überwachten im April den Zürcher Flughafen: Beamte der Kantonspolizei Zürich.

(Bild: Keystone)

Die Bekämpfung von kriminellen Organisationen, Geldwäscherei und der Internetkriminalität haben das Bundesamt für Polizei (Fedpol) im vergangenen Jahr auf Trab gehalten. Der Hauptfokus lag aber auf der Terrorismusbekämpfung.

Die Schweiz sei nicht prioritäres Ziel des islamistischen Terrorismus, heisst es im am Freitag vom Fedpol publizierten Jahresbericht 2014. Trotzdem müsse sich das Fedpol mit der erhöhten allgemeinen Bedrohung durch jihadistisch motivierten Terrorismus auseinandersetzen.

Es gehe vor allem darum, mögliche terroristische Anschläge in der Schweiz zu verhindern. Ausserdem solle die Schweiz weder als finanzielle und logistische Basis für die Planung und Durchführung von Anschlägen noch als Transit-, Herkunfts- oder Zielland für jihadistisch motivierte Reisende dienen. Gemäss Nachrichtendienst des Bundes hat sich die Anzahl Jihad-Reisender aus der Schweiz innerhalb eines Jahres auf 40 verdoppelt.

Besonders auf sozialen Netzwerken seien die Jihadisten aktiv. Auch 2014 wurden deshalb verschiedene Ermittlungen aufgrund von Internetaktivitäten eingeleitet. So wird gegen drei in der Schweiz lebende Personen ermittelt, die Jihad-verherrlichende Internetseiten betreiben, schreibt das Fedpol. In zwei dieser Fälle konnte Material sichergestellt werden.

Handel mit gestohlenen Daten floriert

Eine Zunahme gab es auch bei der Internetkriminalität. Die Täter setzen zunehmend bösartige Software ein, schreibt das Fedpol. Mit dieser können die Kriminellen gespeicherte Passwörter für E-Mail-Konten oder Online-Zahlungsdienste herunterladen. Der Handel mit auf diesem Weg gestohlenen Daten floriere.

Bei der Meldestelle des Bundes haben sich im vergangenen Jahr über zehntausend Personen gemeldet, die illegalen Tätigkeiten auf die Schliche gekommen sind. Das ist ein Rekord, wie die Stelle Ende März vermeldet hatte.

Ermittlungen gegen kriminelle Organisationen bildeten einen weiteren Schwerpunkt im Berichtsjahr. Die organisierte Kriminalität stelle eine «facettenreiche Bedrohung» für die Schweiz dar, heisst es im Fedpol-Bericht. Die Spannweite reiche von serienmässig verübten Einbrüchen organisierter Diebesbanden über den Handel mit Drogen und Menschen bis zur Geldwäscherei.

hvw/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt