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«Die wenigsten lassen sich halt gerne stechen»

«Wir haben die Pflicht, der Bevölkerung zu sagen, woran sie leidet», sagt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit.

Als oberster Epidemiewarner können Sie uns das sicher sagen: Haben wir nun wie befürchtet eine besonders starke Grippewelle?

Das heisst, das Schlimmste ist nun doch schon vorbei?

Sind Sie persönlich von der Grippe eigentlich verschont worden?

Man darf wohl davon ausgehen, dass Sie sich in Ihrer Vor­bildfunktion gegen die Grippe impfen?

Dann könnte die Impfung bei ­Ihnen tatsächlich gewirkt haben. Wissenschaftlich ist ja umstritten, wieweit der Impfstoff überhaupt nützt.

Gerade bei älteren Menschen wirkt sie gemäss einer grossen, breit anerkannten Studie kaum. Die Stiftung Warentest bezeichnet die Impfung für über 60-Jährige gar als «wenig sinnvoll». Warum animiert der Bund ältere Menschen, sich trotzdem impfen zu lassen?

Die Stiftung für Konsumentenschutz tut das Gegenteil von Ihnen: Sie bestärkt das Pflegepersonal darin, sich nicht impfen zu lassen. Handeln die Konsumentenschützer in Ihren Augen verantwortungslos?

Nur 20 Prozent des Gesundheitspersonals lassen sich impfen. Wie erklären Sie sich, dass die Impfrate* sogar beim Gesundheitspersonal so tief ist?

«Eine sehr viel höhere Impfrate bei der Grippe wäre sinnvoll. Erst dann könnten wir die Grippewelle beeinflussen.»

Aber gerade für medizinische Fachleute kann doch das kein Argument sein?

Konsumentenschützer argumentieren, statt in schlecht wirkende Grippeimpfungen würde man das Geld besser in die Spitalhygiene investieren, welche viel mehr Todesopfer fordert.

Doch für alles reicht das Geld im Gesundheitswesen vermutlich nicht. Wie viel kostet es eigentlich, die Bevölkerung zu impfen?

Bei den Masern hat der Bund erreicht, dass sich rund 93 Prozent der Bevölkerung impfen. Ist eine solche Rate auch bei der Grippeimpfung Ihr Fernziel?

Aber Hand aufs Herz: Sie als überzeugter Impfbefürworter wünschten sich auch bei der Grippe eine Impfrate von über 90 Prozent.

Der Konsumentenschutz kritisiert, der Bund setze ungeimpfte Pflegende gesellschaftlich un­ter Druck, indem er sie für den Tod anderer verantwortlich mache. Nehmen Sie den Angehörigen des Pflegepersonals nicht die Freiheit, zu entscheiden, was sie für ihren Körper gut finden?

Wie genau?

Dafür werden nun Dicke diskriminiert, indem man ihnen vorhält, sie verursachten der Allgemeinheit nur Kosten.

«Stellen Sie sich vor, es fällt plötzlich ein Drittel der Arbeitstätigen aus.»

Anderes Thema: Sars, Ebola, Schweinegrippe, Zika . . . Vor welcher grossen Epidemie, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen könnte, fürchten Sie sich am meisten?

Die Schreckensszenarien der ­Gesundheitsbehörden sind bis jetzt nie eingetroffen, weder bei der Schweinegrippe noch bei der Vogelgrippe.

Die Warner berufen sich stets auf die Spanische Grippe von 1918, welche 25 Millionen Todesopfer gefordert hat. Heute ist die Situation jedoch völlig anders. Ist eine so tödliche Grippe tatsächlich noch möglich?

Aber?

Nach dem Vogel- und später dem Schweinegrippe-Fehlalarm haben die Gesundheitsbehörden viel Glaubwürdigkeit verspielt. Wird die Bevölkerung beim nächsten Mal die Warnungen noch ernst nehmen?

Was werden Sie beim nächsten Mal besser machen?