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Asbestopfer klagt gegen das Bundesamt für Gesundheit

Das BAG hätte den gefährlichen Stoff schon vor 50 Jahren auf die Giftliste setzen sollen, sagt der Asbestopfer-Anwalt David Husmann.

Gegen den Baustoffhersteller Eternit klagen Asbestopfer schon seit Jahren: Asbesthaltige Eternitplatten in einer Deponie im Kanton Zug (30. Oktober 2006).
Gegen den Baustoffhersteller Eternit klagen Asbestopfer schon seit Jahren: Asbesthaltige Eternitplatten in einer Deponie im Kanton Zug (30. Oktober 2006).
Urs Flüeler, Keystone

Peter V. habe vor einem Jahr erfahren, dass er an Krebs erkrankt sei. Schuld daran sei die asbestverseuchte Luft, die er als junger Automechanikerlehrling in zwei Betrieben im Aargau eingeatmet habe, berichtet Radio24.

Der krebskranke V. habe nun Klage gegen das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eingereicht – und fordere 200’000 Franken Schadenersatz. Der Grund: Das BAG habe es versäumt, Asbest in den Sechzigerjahren auf eine Giftliste zu setzen, sagt der Anwalt und Präsident des Schweizer Asbestopfervereins, David Husmann, gegenüber Radio 24.

«Wäre es schon früher auf einer Giftliste gewesen, hätte man es mutmasslich nicht verarbeitet oder Schutzvorkehrungen getroffen.» Bereits in den Sechzigerjahren sei die Gefährlichkeit von Asbest in medizinischen Kreisen sowie bei den Gesundheitsministerien Frankreichs und Grossbritanniens bekannt gewesen.

Ein Präzedenzfall?

Ein Erfolg der Klage würde einen Präzedenzfall schaffen, sagt Husmann. Mit möglicherweise gravierenden Folgen: Würden alle anerkannten Asbestopfer ähnlich hohe Schadenersatzforderungen ans Bundesamt stellen, drohten dem BAG Klagen in der Höhe von 500 bis 600 Millionen Franken, rechnet der Anwalt vor.

Torpediert Husmann damit nicht die Bemühungen des runden Tisches von Bund, Wirtschaft und Opfervereinigung, in der Asbestfrage eine einvernehmliche Lösung zu finden? Nein, meint der Anwalt im Radiobericht. Sein Mandant sei aufgrund der Verjährungsfristen gezwungen, die Klage jetzt einzureichen.

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