Maurer will künftig teilweise Drohnen und Raketen statt Jets

Die Ära der Kampfjets sei abgelaufen, monieren Kritiker des Gripen-Kaufs seit langem. Nun hat offenbar auch im Verteidigungsdepartement ein Umdenken stattgefunden.

«Mit unseren aktuellen Fliegerabwehrsystemen kommt man etwa auf 3000 Meter hinauf», sagt Verteidigungsminister Ueli Maurer: Eine Rapier-Feuereinheit mit den vier Boden-Luft-Raketen. (11. Juli 2013)

«Mit unseren aktuellen Fliegerabwehrsystemen kommt man etwa auf 3000 Meter hinauf», sagt Verteidigungsminister Ueli Maurer: Eine Rapier-Feuereinheit mit den vier Boden-Luft-Raketen. (11. Juli 2013)

(Bild: Keystone)

Drei Wochen vor der Abstimmung über den Kauf des Gripen äussert sich Bundesrat Ueli Maurer zur langfristigen Perspektive der Luftwaffe: Einst hatte die Armee 400 Flieger, künftig werden es im Fall eines Volks-Ja noch 22 Gripen und 32 F/A-18 sein. Die Armee denkt aber bereits heute darüber nach, wie die F/A-18 ersetzt werden sollen, denn der Beschaffungsprozess ist sehr langwierig. Bereits 2025 ist laut Maurer die Zeit des F/A-18 abgelaufen. Bis zum Gripen-Abstimmungskampf sprach die Armee allerdings stets von einem Zeitraum zwischen 2035 und 2040.

Im Interview mit der «Schweiz am Sonntag», sagt Maurer nun, die Armee habe ein «Projekt zur Boden-Luft-Abwehr gestartet». «Mit unseren aktuellen Fliegerabwehrsystemen kommt man etwa auf 3000 Meter hinauf. Darüber können wir uns nur mit den Jets schützen. Mit unserem neuen Projekt, mit dem wir etwa 2018 ins Rüstungsprogramm und 2020 in die Beschaffung gehen können, stärken wir die Fliegerabwehr. Es läuft letztlich auf Raketen hinaus.»

«Eine Katastrophe für den Standort Schweiz»

Es sei denkbar, dass ein Teil der F/A-18 «durch Drohnen und ein Raketenabwehrsystem» ersetzt würden, so Maurer. Das hänge von der Bedrohungslage ab. Heute hat die Armee nur Aufklärungsdrohnen, aber keine Kampfdrohnen.

Der SVP-Bundesrat warnt im Interview mit deutlichen Worten vor einer Ablehnung des Gripen. Die Luftpolizei wäre dann ab 2025 am Ende, «wir hätten nichts mehr». Der Bundesrat sieht gar «eine Katastrophe für den Standort Schweiz»: «Wir könnten keine internationalen Konferenzen mehr beschützen. Das könnte sogar den UNO-Sitz in Genf gefährden. Das wäre ein gewaltiger Imageschaden für die Schweiz.»

ldc

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