Frankreich lockt Schweiz mit Luftwaffen-Kooperation

In Emmen werden französische Rafale als Ersatz für Tiger-Jets getestet. Jetzt wollen die Franzosen der Schweiz den Kauf mit einer Luftwaffen-Kooperation versüssen.

  • loading indicator

Von einer «noch die dagewesenen Zusammenarbeit» sprachen Vertreter der Dassault Aviation heute vor den Medien bei der Vorstellung des Kampfjets Rafale. Die Unterstützung durch die französische Regierung bedeute eine echte, offene Zusammenarbeit und Zugang selbst zu sensiblen Daten.

Es handle sich um ein Angebot ohne Einschränkung, weder beim Flugzeug, noch bei der Technologie. Bei einem Kauf würde die Schweiz dieselbe Ausführung erhalten wie die französischen Streitkräfte. Es seien keine «Helvetisierungen» notwendig und die Schweiz könne an künftigen Verbesserungen mitarbeiten.

Französischen Luftraum benutzen

Nicht genug damit, könnten die Schweizer den französischen Luftraum benutzen, dort im Überschallbereich trainieren, Schiessübungen absolvieren und Einrichtungen am Boden benutzen. Auch eine gemeinsame Ausbildung sei möglich.

Soviel Entgegenkommen veranlasste einen Journalisten zur Frage, ob es dabei letztlich nicht um ein «friendly takeover» der kleinen Schweizer durch die grosse französische Armee handle. Nein, selbstverständlich nicht, hiess es bei Dassault. Vielmehr gehe es um die Weiterführung der bestehenden Kooperation. Im übrigen sei die Schweizer Armee gar nicht so klein.

Ältere Berichte sprachen von Pannen

Angesprochen wurden die Franzosen auch auf einen Rafale-Bericht im französischen Parlament. Darin war von Pannen und von mangelnder Verfügbarkeit die Rede. Zudem habe Dassault die vorgesehene Stückzahlen nicht abliefern können.

Das seien Fakten aus einem alten Bericht, der kurz nach Einführung der Rafale erschienen sei, antworteten die Franzosen. Ende Oktober erscheine ein aktueller Bericht. Und bei den aktuellen Tests in Emmen habe man keine Probleme. Auch könne man heute mehr Flugzeuge produzieren.

Auch Erdkampf-Fähigkeit im Test

Angesprochen wurde an der Medienkonferenz in Emmen auch die Frage, ob der neue Kampfjet für den Erdkampf benötigt werde. Bei solchen so genannten Luft-Boden-Einsätzen würden Ziele am Boden bombardiert.

Der neue Kampfjet werde 30 Jahre im Einsatz sein, sagte Jürg Weber, Projektoberleiter der Kampfjet-Tests bei armasuisse. Die künftigen Bedürfnisse seien heute nicht klar, deshalb würden alle Einsatzarten geprüft.

Diese Luft-Boden-Fähigkeit werde nur auf minimaler Flamme geprüft, ergänzte Christian Catrina von der Direktion für Sicherheitspolitik. Man steige nicht in grossem Ausmass ein. Ausserdem dürfe dieser Aspekt keinen Einfluss auf die Kosten haben. Aber ausschlaggebend seien hier die politischen Ausagen.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt