Ex-Kommandant der Schweizergarde wechselt zur Kapo

Der umstrittene ehemalige Chef der Garde im Vatikan, Daniel Anrig, wird wieder Polizist: Er übernimmt die Führung der Flughafenstabsabteilung der Kantonspolizei Zürich.

Vom Vatikan nach Kloten: Daniel Anrig, ehemaliger Schweizergarde-Kommandant, wird Stabsleiter Flughafen der Kantonspolizei Zürich (Archiv).

Vom Vatikan nach Kloten: Daniel Anrig, ehemaliger Schweizergarde-Kommandant, wird Stabsleiter Flughafen der Kantonspolizei Zürich (Archiv). Bild: Karl Mathis/Keystone

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Sieben Jahre lang war er der Chef der päpstlichen Garde im Vatikan. Nun kehrt Daniel Anrig zur Kantonspolizei Zürich zurück: Ab dem 1. Juli soll der 42-Jährige die Stabsabteilung Flughafen in Kloten leiten, berichtet TeleZüri.

Ende letzten Jahres hatte Anrig seinen Rücktritt als Chef der Schweizergarde bekannt gegeben. Über die Gründe wurde viel spekuliert: Mehrere Gardisten kritisierten seinen rauen Befehlston und sprachen von schikanösen Befehlen. Auch wegen seiner luxuriösen Unterkunft stand Anrig in der Kritik. Der Vatikan dementierte aber Gerüchte, wonach sein Führungsstil Anlass des Rücktritts gewesen sei.

Strafverfahren wegen Skandal-Razzia

Bereits 2006 hatte Anrig eine Kaderstelle bei der Polizei: Er wurde in Glarus zum Polizeikommandanten ernannt – obwohl er wenige Jahre zuvor in einen der grössten Polizeiskandale der Schweiz verwickelt war. Als damaliger Chef der Kriminalpolizei liess er eine Razzia in einer Asylunterkunft durchführen, bei der Asylsuchende gefesselt und ausgezogen wurden.

Zwar wurde er im darauf folgenden Strafverfahren freigesprochen. Die Berufung des ehemaligen Gardisten stösst dennoch auf Kritik. «Es ist schwierig, wenn man eine solche Person in einer Führungsfunktion bei der Kantonspolizei einstellt», sagt Davide Loss, SP-Kantonsrat und Mitglied der Kommission für Justiz und öffentliche Sicherheit, gegenüber TeleZüri.

Schützenhilfe erhält Anrig von Seiten der SVP. Kantonsrat und Ex-Polizist René Isler sagt, Anrig werde in den Medien durch den Dreck gezogen, und spricht sich für einen straffen Führungsstil aus. «Im Einsatz braucht es eiserne Disziplin.» (hvw)

Erstellt: 24.05.2015, 09:50 Uhr

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