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Auto-Statue für EinsprecherRostiger Gruss an den Altenberg

Wegen Einsprachen ist die Zwischennutzung auf der Berner Schützenmatte blockiert. Die Macher haben den Einsprechern ein rostiges Mahnmal vorbeigebracht.

Die Rabbental-Strasse bekommt ein Geschenk von der Platzkultur. Eine Kunstaktion, die ein «zynischer» Dank fürs Bodigen der Zwischennutzung sein soll.
Die Rabbental-Strasse bekommt ein Geschenk von der Platzkultur. Eine Kunstaktion, die ein «zynischer» Dank fürs Bodigen der Zwischennutzung sein soll.
Foto: Beat Mathys

Rostgrün wäre wohl die korrekte Bezeichnung für die Farbe des alten Autos. Dieses stand seit anderthalb Jahren auf der Berner Schützenmatte und war ein Teil eines Kunstprojekts mit Bar. Und diese war ein Teil der Zwischennutzung, die drei Jahre hätte andauern sollen. Nach anderthalb Jahren ist nun Schluss.

Dies, weil aus dem Quartier vis-à-vis über der Aare immer wieder Einsprachen kamen und so das laufende Baugesuch blockierten. Stadtpräsident Alec von Graffenried (GFL) höchstpersönlich versuchte zu beruhigen. Der Verein, der die Zwischennutzung koordiniert, ebenfalls. Die Einsprecher wurden sogar in den Erlacherhof geladen. Vergebens. Weil sie gegen die illegalen Konzerte auf dem Vorplatz nichts machen können, sabotierten sie den Platzkultur-Betrieb.

Das rostgrüne Auto wurde gestern vor dem Altenbergsteg installiert. In einer Mitteilung schreiben die Macher, dies sei der vorerst letzte Gruss von der «Schütz». Auf dem angebrachten Schild ist zu lesen: «Schützenmatte quo vadis? Durch Dauereinsprachen von 18 Personen fielen wir im Altenberg auf die Schnauze. Aber wir sind viele und kämpfen weiter für eine lebendige Schützenmatte.»

Kevin Liechti und Christoph Ris von Platzkultur bilanzieren: «Es schmerzt, dass wir unsere Zwischennutzung nicht wie geplant ausführen konnten.» Was ihnen das Genick gebrochen habe, sei die rechtliche und finanzielle Übermacht der einsprechenden Parteien aus dem Altenberg. Wie es für die beiden weitergeht, wissen sie derzeit noch nicht. Derzeit verhandeln sie mit den Stadtbehörden darüber.