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Coronavirus InternationalTom Hanks infiziert +++ Kalifornien verbietet Versammlungen

Tom Hanks und seine Frau Rita Wilson sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Internationale News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die WHO stuft die Verbreitung des neuartigen Coronavirus nun offiziell als Pandemie ein.
  • Gemäss Angaben der WHO in Genf ist der Erreger Sars-CoV-2 in mehr als 115 Ländern nachgewiesen.
  • Die aktuellen Entwicklungen in der Schweiz können Sie hier nachlesen.
  • Die wichtigsten Fragen und Antworten zur aktuellen Lage: Alles zum Ausbruch des Wuhan-Coronavirus.

LIVE TICKER

Kalifornien verbietet Versammlungen

Kalifornien verbietet bis Ende März Zusammenkünfte von mehr als 250 Menschen. Dies teilt das Büro von Gouverneur Gavin Newsom mit. In dem US-Bundesstaat wurde am Mittwoch der vierte Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet.

Japan bleibt hartnäckig: Olympia findet statt

Japan will trotz der Einstufung des Coronavirus-Ausbruchs als Pandemie wie geplant die Olympischen Spiele im Sommer ausrichten. Dies bekräftigte Japans Regierungssprecher Yoshihide Suga am Donnerstag. Er wiederholte einmal mehr, dass Tokio mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC), den Organisatoren und der Stadtregierung zusammenarbeite, um die Wettkämpfe im Sommer abzuhalten.

Wegen der Ausbreitung des Virus hatte es vermehrt Spekulationen gegeben, die Spiele könnten verschoben oder sogar abgesagt werden. Diese waren erst am Mittwoch von einem Vorstandsmitglied des Organisationskomitee für die Spiele befeuert worden.

Haruyuki Takahashi hatte der US-Zeitung «Wall Street Journal» laut japanischen Berichten gesagt, eine Verschiebung um zwei Jahre wegen des Coronavirus sei realistischer als eine Absage. Der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo sagte er, er wolle eine mögliche Verschiebung in Kürze auf einer Vorstandssitzung zur Sprache bringen.

Das Organisationskomitee reagierte auf die nach Takahashis eigener Aussage persönliche Meinung seines Vorstandsmitglieds prompt, dass eine Verschiebung der Spiele nicht diskutiert worden sei und sie wie geplant stattfinden sollten.
Der Präsident des Organisationskomitees, Yoshiro Mori, forderte Takahashi auf, vorsichtiger zu sein, was er sage. Derzeit gebe es keinerlei Überlegungen, an der Planung der Spiele etwas zu ändern.

Auch IOC-Präsident Thomas Bach hatte kürzlich gesagt, weder das IOC noch das Organisationskomitee würden eine Verschiebung oder Absage der Olympischen Spiele erwägen.

US-Aussenministerium warnt

Das US-Aussenministerium ruft die Amerikaner auf, geplante Reisen ins Ausland wegen der Coronavirus-Epidemie zu überdenken. In vielen Gegenden der Welt gebe es Ausbrüche und die Gegenmassnahmen könnten die Bewegungsfreiheit der Reisenden beschränken, etwa durch Quaräntene oder geschlossene Grenzen, warnt das Ministerium.

EZB-Reaktion erwartet

Etliche Volkswirte erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer Sitzung an diesem Donnerstag in Frankfurt mit Notfallmassnahmen reagieren wird. Die Entscheidungen werden am Nachmittag (13.45 Uhr) bekanntgegeben.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte Anfang vergangener Woche die Handlungsfähigkeit der Notenbank betont: «Wir sind bereit, bei Bedarf geeignete und gezielte Massnahmen zu ergreifen, die den zugrundeliegenden Risiken angemessen sind.»

Christine Lagarde. (Bild: Reuters)

Eine Leitzinssenkung, wie sie die US-Notenbank Federal Reserve und die Bank of England jeweils in ausserordentlichen Sitzungen beschlossen hatten, gilt im Fall der EZB als unwahrscheinlich. Denn der Leitzins im Euroraum liegt schon auf dem Rekordtief von null Prozent.

Spielraum sehen Ökonomen für die EZB bei Anleihenkäufen und beim Strafzins für Banken. Im November hatte die EZB ihr Programm zum Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen wieder aufgenommen - allerdings mit einem vergleichsweise geringen monatlichen Volumen von 20 Milliarden Euro. Hier könnte die Notenbank mehr Geld in die Hand nehmen, um auf diesem Weg die Konjunktur zu unterstützen.

Südkorea warnt vor Risiko neuer Masseninfektionen

Südkoreas Gesundheitsbehörden haben trotz erneut rückläufiger Zahlen bei den Corona-Fällen vor dem Risiko weiterer Masseninfektionen gewarnt. Am Mittwoch seien 114 weitere Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Erreger festgestellt worden, teilten die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention am Donnerstag mit.
Es war der geringste Tagesanstieg seit mehr als zwei Wochen. Die Gesamtzahl erreichte 7869. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem neuartigen Coronavirus in Verbindung gebracht werden, kletterte um sechs auf 66.

Die Mehrheit der neuen Fälle konzentriert sich erneut in der südöstlichen Millionen-Stadt Daegu und der umliegenden Region. Es seien in Daegu bei der Eindämmung des Virus weitere Fortschritte erzielt worden, sagte Yoon Tae Ho von der Zentrale für das Katastrophen-Management. Es gebe jedoch ein erhöhtes Risiko «breiter Cluster-Infektionen».

Zuletzt bereitete den Behörden insbesondere eine Häufung von Fällen unter Mitarbeitern eines Call-Centers im Südwesten der Hauptstadt Seoul grosse Sorge. Mehr als 100 Infektionen wurden bisher mit dem Beratungszentrum in Verbindung gebracht.

Premierminister Chung Sye Kyun habe bei einem Behörden übergreifenden Treffen seine Sorge wegen potenzieller «Super-Übertragungen» des Virus in Seoul und umliegenden Gebieten gesprochen, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.

Mehr als 60 Prozent aller bisher erfassten Infektionen in Südkorea entfallen auf Anhänger der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu, die in Daegu stark vertreten ist und auch Verbindungen nach China hat. Südkorea hatte am 23. Februar die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten ausgerufen.

Börse in Tokio bricht ein

Asiens Leitbörse in Tokio ist am Donnerstag angesichts wachsender Sorgen über die Folgen des Coronavirus erneut eingebrochen.

Der Nikkei-Index für 225 führende Werte sackte um mehr als 1000 Punkte ab und durchbrach die psychologisch wichtige Marke von 19'000 Punkten.

Kurz nach 11.00 Uhr Ortszeit notierte das Börsenbarometer einen massiven Abschlag von 1015,63 Punkten oder 5,23 Prozent beim Zwischenstand von 18 400,43 Zählern. Das ist der niedrigste Stand seit April 2017.

Formel 1

Im Formel-1-Fahrerlager in der australischen Stadt Melbourne ist die Zahl der Coronavirus-Verdachtsfälle auf mindestens fünf gestiegen. Beim US-Rennstall Haas kamen am Donnerstag zwei weitere Mitarbeiter hinzu. Dies berichtete Teamchef Guenther Steiner.

Bei Haas sind damit insgesamt vier Angestellte betroffen. Steiner zufolge handelt es sich um einen Ingenieur und drei Mechaniker. «Wir sollten die Ergebnisse am Nachmittag bekommen», sagte Steiner. Bei McLaren gibt es einen Verdachtsfall. Auch dort wartet man auf Neuigkeiten.

Es handle sich in allen Fällen um Vorsichtsmassnahmen. Bei den Tests soll herausgefunden werden, ob sich die Mitarbeiter mit Sars-CoV-2 infiziert haben. Die Formel 1 plant, am Sonntag den ersten Grand Prix des Jahres in Melbourne auszutragen.

Schweiz betroffen

Das von US-Präsident Donald Trump angekündigte 30-tägige-Einreiseverbot in die USA gilt für den Schengen-Raum. Somit sind 26 europäische Länder davon betroffen, darunter auch die Schweiz, Österreich, Deutschland und Italien. Das gab der amtierende Heimatschutzminister Chad Wolf in einem Statement bekannt. Der Einreisestopp wird für ausländische Reisende verfügt, die in den vergangenen 14 Tagen im Schengen-Raum waren.

China meldet wenig neue Fälle

China hat am Donnerstag erneut nur wenige neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Wie die Gesundheitskommission in Peking mitteilte, kamen 15 Infektionen hinzu - der niedrigste Wert seit Beginn der täglichen Berichte über die Epidemie vor sieben Wochen.

Der zuvor niedrigste Wert neuer Erkrankungen war am Dienstag mit 19 gemeldet worden. Auch die Zahl der neuen Todesopfer stieg mit elf Fällen am Donnerstag so langsam wie seit Wochen nicht mehr. Insgesamt sind in der Volksrepublik seit Ausbruch des Coronavirus damit 3169 Tote zu beklagen. 80'793 Infektionen wurden auf dem chinesischen Festland gemeldet.

Inwieweit die offizielle Statistik die wahre Lage widerspiegelt und wie hoch die Dunkelziffer ist, scheint unklar. Seit einer Änderung der Zählweise Mitte Februar hat sich der täglich berichtete Anstieg der neuen Infektionen mit dem Sars-CoV-2 genannten Virus und der Todesfälle in der amtlichen Auflistung spürbar reduziert.

So werden nach Medienberichten beispielsweise Personen, die nachweislich infiziert sind, aber keine Symptome der Covid-19 genannten Krankheit zeigen, seit Anfang Februar nicht mehr bei den neu nachgewiesenen Ansteckungen mitgerechnet, sondern anderweitig aufgeführt.

Solche Personen können auch ansteckend sein. Auch wurden klinische Diagnosen ausgenommen. Dabei stellt der Arzt nur anhand der Symptome oder Vorgeschichte des Patienten die Infektion fest, ohne dass ein DNA-Test gemacht wird.

Südkorea meldet indessen 114 neue Coronavirus-Infektionen. Damit steigt die Zahl der Erkrankungen auf 7869 Fälle.

NBA unterbricht Saison

Die nordamerikanische Basketball-Liga NBA unterbricht ihre Saison wegen der Covid-19-Pandemie auf unbestimmte Zeit. Diese Entscheidung gab die Liga am Mittwochabend bekannt und bestätigte in der Mitteilung zugleich einen positiven Test eines Spielers des NBA-Clubs Utah Jazz.

Die NBA-Partie den Oklahoma City Thunder um den deutschen Nationalspieler Dennis Schröder und den Utah Jazz war am Mittwochabend kurzfristig abgesagt worden.

Nach Angaben von US-Medien war der Grund für die Entscheidung das Unwohlsein von Jazz-Spieler Rudy Gobert und die Sorge um einen Covid-19-Fall. Eine Bestätigung für die Berichte oder eine offizielle Stellungnahme der nordamerikanischen Basketball-Liga oder einem der beteiligten Teams gab es zunächst nicht.

Wie auf TV-Bildern zu sehen war, standen die Spieler auf dem Platz, als die Schiedsrichter sich versammelten und die Mannschaften wenig später vom Feld schickten.

Nach einer Zeit mit diversen Unterhaltungsaktionen auf dem Spielfeld wurden Zuschauer etwa eine halbe Stunde nach dem geplanten Spielbeginn über die Absage wegen «unvorhersehbarer Umstände» per Durchsage informiert und dazu aufgefordert, die Halle zu verlassen.

Tom Hanks hat den Virus

Der US-Schauspieler Tom Hanks und seine Ehefrau haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Wie der 63-Jährige am Mittwoch auf Instagram mitteilte, war das Ehepaar in Australien erkrankt.

Der aus Filmen wie «Forrest Gump» und «Philadelphia» international bekannte Schauspieler schrieb, er und seine Frau hätten Fieber bekommen und sich müde gefühlt. Daraufhin hätten sie sich auf das Coronavirus testen lassen, und der Test sei positiv ausgefallen.

Nun wird das Ehepaar vorerst in einem australischen Krankenhaus in Quarantäne bleiben. Tom Hanks war zu Dreharbeiten an der Gold Coast in Australien. Seine Frau Rita Wilson war erst vor einer Woche in Brisbane in Queensland aufgetreten.

In Queensland gibt es bisher 20 bestätigte Covid-19 Infektionen. 3000 Menschen befinden sich zur Zeit in Isolation in ihren eigenen Wohnungen oder Häusern.

Trump informiert

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus verhängen die USA einen Einreisestopp für Ausländer aus Europa. «Wir werden alle Reisen von Europa in die USA für die nächsten 30 Tage aussetzen», sagte Trump am Mittwochabend im Weissen Haus in einer Ansprache an die Nation.

Das Einreiseverbot soll am Freitag um Mitternacht in Kraft treten, sagte Trump. Ausnahmen werde es für Amerikaner geben, die sich entsprechenden Tests unterziehen. Trump begründete den Stopp damit, dass die EU nicht dieselben Schutzmassnahmen wie die USA ergriffen und Reisen aus China nach Europa nicht früh genug gestoppt hätten. Die Massnahme gelte nicht für Reisende aus Grossbritannien.

Trump hatte Ende Januar bereits einen Einreisestopp für ausländische Reisende verfügt, die in den 14 Tagen zuvor in China gewesen waren. Von China aus hatte sich das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgebreitet.

Ende Februar erliess der US-Präsident dann eine entsprechende Regelung für Ausländer, die sich in den zwei Wochen zuvor im Iran aufgehalten haben. Zugleich wurden die Reisehinweise für betroffene Landesteile in Italien und Südkorea verschärft. Im Iran, in Südkorea und in Italien hat sich das Virus rasant ausgebreitet.

Inter Mailand zieht sich zurück

Inter Mailand kündigte an, sich aus allen Wettbewerben zurückzuziehen, das nachdem Daniele Rugani von Juventus Turin positiv auf das Coronavirus getestet worden ist. Das gab der Verein bekannt:

Juventus hatte Inter am Sonntag mit 2:0 besiegt. Rugani stand zwar nicht auf dem Platz, gehörte aber zum Kader. Inter will nun «alle Wettbewerbsaktivitäten bis auf Weiteres» aussetzen.

Italien kündigt Schliessung zahlreicher Geschäften an

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat Italien seine Sperrmassnahmen erneut deutlich verschärft. Seit Donnerstagmorgen bleiben die meisten Geschäfte im ganzen Land geschlossen. Es gibt nur wenige Ausnahmen, so dürfen Lebensmittelläden, Apotheken, Tankstellen und einige andere Geschäfte weiter öffnen. Auch Bars und Restaurants müssen vorerst ganz dichtmachen. Schon vorher galten für die Lokale eingeschränkte Öffnungszeiten von 6 bis 18 Uhr. Ziel ist es, dass die 60 Millionen Italiener so weit wie möglich zu Hause bleiben, damit die Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch möglichst verhindert wird.

Am Mittwochabend hatte Premierminister Giuseppe Conte angekündigt, dass auch alle nicht notwendigen Geschäftsaktivitäten der Wirtschaft eingestellt werden müssten. Die Produktion etwa in der Industrie solle weiterlaufen. Abteilungen, die für die Produktion nicht unbedingt erforderlich seien, sollten aber schliessen. Das neue Massnahmenpaket gilt zunächst bis zum 25. März.

«Wir werden die Wirkung dieser grossen Anstrengung erst in einigen Wochen sehen können», sagte Conte. Italien ist in Europa am stärksten von der Virus-Krise betroffen. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg nach Behördenangaben binnen eines Tages um 22,8 Prozent auf 12.462, die der Todesfälle um 31 Prozent auf 827. Die Regierung in Rom hat milliardenschwere Hilfen auf den Weg gebracht, um die heimische Wirtschaft zu stützen.

WHO: Coronavirus ist eine Pandemie

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Verbreitung des neuen Coronavirus nun als Pandemie ein. Das sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

Tedros kritisierte dabei mangelndes Handeln durch die Staaten weltweit. «Wir haben die Alarmglocken laut und deutlich geläutet», erklärte der WHO-Chef.

Nach Angaben der WHO hat sich das Virus inzwischen in 115 Länder ausgebreitet, fast 4300 Menschen sind gestorben. «Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Tagen und Wochen die Zahlen weiter ansteigen werden», sagte Tedros.

In den letzten beiden Wochen hätten sich die Fallzahlen ausserhalb Chinas verdreizehnfacht, die Zahl der betroffenen Staaten verdreifacht. «Alle Länder können den Verlauf dieser Pandemie noch ändern», betonte der 55-Jährige. «Findet, isoliert, testet und behandelt jeden Fall und geht jeder Spur nach.»

Keine offiziellen Kriterien für Pandemie

«Dass wir die Situation nun als Pandemie bezeichnen, ändert nichts an der Beurteilung der WHO hinsichtlich der Bedrohung durch dieses Virus», betonte Tedros. «Es ändert auch nichts daran, was die WHO macht. Und es ändert auch nichts daran, was die Länder tun sollten.»

Wann die WHO von einer Pandemie spricht

Mehr als die Hälfte aller Länder rund um den Globus hat inzwischen Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet - nun hat die Weltgesundheitsorganisation WHO den Sars-Cov-2-Ausbruch als Pandemie eingestuft. Anders als eine Epidemie ist eine Pandemie nicht örtlich beschränkt, sondern breitet sich länder- und kontinentübergreifend aus.

Der Pandemiebegriff setzt sich aus den altgriechischen Wörtern «pan» für «alles» und «demos» für «Volk» zusammen.

Die WHO definiert eine Pandemie als eine Situation, in der die gesamte Weltbevölkerung potenziell einem Erreger ausgesetzt ist - und das Risiko besteht, dass «ein Teil von ihr erkrankt». Die Einstufung als Pandemie sagt aber nichts darüber aus, wie ansteckend oder tödlich die jeweilige Krankheit ist.

In den vergangenen Jahrzehnten hat die WHO immer wieder von Pandemien gesprochen, wenn Krankheiten sich über Grenzen hinweg ausbreiteten. So wurden etwa der Ebola-Ausbruch ab 2013 in Westafrika und die Schweinegrippe in den Jahren 2009 und 2010 als Pandemien eingestuft.

Umfangreiches EZB-Stützungspaket wegen Virus-Krise erwartet

Die EZB dürfte auf ihrer Zinssitzung am Donnerstag mit einem umfassenden Massnahmenpaket auf die Coronavirus-Krise reagieren. Für Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde ist es die erste grosse Bewährungsprobe, seit sie im November das Amt übernommen hatte. Volkswirte erwarten, dass die Euro-Wächter auf ihrem Treffen in Frankfurt Liquiditätsspritzen beschliessen, mit denen eine Kreditklemme verhindert werden soll. Dabei dürften sie besonders den Darlehensfluss an kleine und mittelgrosse Unternehmen im Auge haben, die wegen der Virus-Krise in Bedrängnis geraten. Am Finanzmarkt wird zudem erwartet, dass die EZB ihren bereits negativen Einlagensatz für Geschäftsbanken noch tiefer senken wird. Am Leitzins, der seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent steht, wird sie den Experten zufolge aber wohl nicht rütteln.

Viele Volkswirte rechnen ausserdem damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre monatlichen Anleihenkäufe für eine gewisse Zeit auf 30 oder 40 Milliarden Euro von derzeit 20 Milliarden Euro ausweiten wird. Die vor allem in Deutschland umstrittenen Käufe waren in den vergangenen Jahren ihre stärkste Waffe gegen eine schwache Konjunktur und eine aus EZB-Sicht zu niedrige Inflation. Wegen der immer stärker um sich greifenden Epidemie hatten sowohl die US-Notenbank (Fed) als auch die Bank von England bereits ausser der Reihe die Leitzinsen um jeweils einen halben Prozentpunkt gesenkt. Von den Währungshütern in Japan wird für kommende Woche eine Lockerung der Geldpolitik erwartet.

G7-Aussenministertreffen virtuell statt in Pittsburgh

Das anstehende Treffen der Aussenminister der G7-Staaten Ende März wird wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus nur virtuell abgehalten.
Das US-Aussenministerium teilte am Mittwoch in Washington mit, aus Vorsicht habe man entschieden, auf das geplante Treffen am 24. und 25. März in Pittsburgh zu verzichten und stattdessen nur per Videoschalte zu konferieren.

Die USA sind in diesem Jahr Gastgeber des G7-Gipfels der sieben grossen Industriestaaten und damit auch für die Vorbereitungstreffen zuständig. Der eigentliche G7-Gipfel ist für Mitte Juni angesetzt. Das Coronavirus breitet sich weltweit rasant aus. Auch in den USA war die Zahl der Infektionen zuletzt sprunghaft gestiegen.

Frankreich verbietet Besuche in Altersheimen

Um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 für Senioren zu verringern, hat Frankreich Besuche in staatlichen Altersheimen und Pflegeeinrichtungen verboten. Auch von Besuchen in privaten Einrichtungen werde abgeraten, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit.

Ausnahmen könnten die Leitungen der staatlichen Heime nur in Absprache mit den regionalen Gesundheitsbehörden machen.

Diese Sondermassnahme sei wegen der aussergewöhnlichen gesundheitlichen Situation notwendig, erklärte das Ministerium. Das Virus Sars-CoV-2 ist vor allem für Senioren und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen gefährlich. Die Heime und Einrichtungen wurden angewiesen, den Kontakt der älteren Menschen mit ihren Angehörigen auf anderen Wegen aufrecht zu erhalten.

In Frankreich waren bis Dienstagabend rund 1790 Infektionen mit dem Coronavirus offiziell bestätigt. 33 infizierte Menschen kamen bisher ums Leben, der Grossteil von ihnen war älter als 75 Jahre.

Dänemark schliesst Schulen und Universitäten

In Dänemark werden alle Schulen, Universitäten und Kindergärten mit sofortiger Wirkung geschlossen. Nach Angaben von Regierungschefin Mette Frederiksen sollen zudem alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes ab Freitag nach Hause geschickt werden, sofern sie nicht in wichtigen Funktionen arbeiten.

New York setzt auf Nationalgarde

Der US-Bundesstaat New York setzt im Kampf gegen die Epidemie nun die Nationalgarde ein. Wie Gouverneur Andrew Cuomo am Dienstag (Ortszeit) ankündigte, sollen die Nationalgardisten in der New Yorker Vorstadt New Rochelle in einer neu eingerichteten Sicherheitszone Einwohner mit Lebensmitteln versorgen und öffentliche Einrichtungen säubern.

sda/reuters