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Als wolle die Natur zeigen, dass ein neues Leben möglich ist

In Bosnien-Herzegowina beeindrucken die unberührten Landschaften. Die Erinnerung an den Krieg ist aber allgegenwärtig.

Aleksandra Hiltmann
Im Herzen der Altstadt von Sarajevo erwartet einen der Sebilj-Brunnen. Trinkt man sein Wasser, so heisst es, werde man zurückkommen.
Im Herzen der Altstadt von Sarajevo erwartet einen der Sebilj-Brunnen. Trinkt man sein Wasser, so heisst es, werde man zurückkommen.
iStock
Früher war Sarajevo eine bedeutende Handelsstadt. Die fliegenden Händler von damals gibt es heute nicht mehr, Teppiche kann man aber immer noch kaufen. Sie werden meist von älteren Frauen gefertigt. Alte Exemplare stammen aus bosnischen Haushalten.
Früher war Sarajevo eine bedeutende Handelsstadt. Die fliegenden Händler von damals gibt es heute nicht mehr, Teppiche kann man aber immer noch kaufen. Sie werden meist von älteren Frauen gefertigt. Alte Exemplare stammen aus bosnischen Haushalten.
Aleksandra Hiltmann
Ebenfalls ein Muss in der Altstadt: Der Baserdzan Concept Store. Er verkauft bosnisches Design – Kleider, Deko, Taschen, Schmuck, Plakate und Kunsthandwerk. Von traditionell bis modern sowie grossartige Kombinationen beider Stile.
Ebenfalls ein Muss in der Altstadt: Der Baserdzan Concept Store. Er verkauft bosnisches Design – Kleider, Deko, Taschen, Schmuck, Plakate und Kunsthandwerk. Von traditionell bis modern sowie grossartige Kombinationen beider Stile.
Aleksandra Hiltmann
Eine traditionelle Handwerkskunst ist die Herstellung der kupfernen Kaffeekannen. Sie sind ein beliebtes Souvenir, das man auf dem Basar findet.
Eine traditionelle Handwerkskunst ist die Herstellung der kupfernen Kaffeekannen. Sie sind ein beliebtes Souvenir, das man auf dem Basar findet.
Aleksandra Hiltmann
Serviert wird der bosnische Kaffee stark und schwarz, in kleinen Tassen, den Fildžani, gebrüht wird er in der kleinen Kupferkanne, der Džezva. So haben den Kaffee auch schon die Osmanen getrunken, die einige Jahrhunderte zuvor in Sarajevo ankamen.
Serviert wird der bosnische Kaffee stark und schwarz, in kleinen Tassen, den Fildžani, gebrüht wird er in der kleinen Kupferkanne, der Džezva. So haben den Kaffee auch schon die Osmanen getrunken, die einige Jahrhunderte zuvor in Sarajevo ankamen.
Aleksandra Hiltmann
Einer der wichtigsten Miterbauer Sarajevos war der osmanische Herrscher Gazi Husrev Beg. Die von ihm erbaute gleichnamige Moschee aus dem 16. Jahrhundert ist für viele Gläubige bis heute ein wichtiger Gebetsort. Nebenan kam eine der ersten öffentlichen Toiletten Europas zu stehen, und auch öffentliche Schulen, Bibliotheken und Suppenküchen waren dem Beg zu verdanken.
Einer der wichtigsten Miterbauer Sarajevos war der osmanische Herrscher Gazi Husrev Beg. Die von ihm erbaute gleichnamige Moschee aus dem 16. Jahrhundert ist für viele Gläubige bis heute ein wichtiger Gebetsort. Nebenan kam eine der ersten öffentlichen Toiletten Europas zu stehen, und auch öffentliche Schulen, Bibliotheken und Suppenküchen waren dem Beg zu verdanken.
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Neben den osmanischen Einflüssen sieht man Sarajevo auch die Zeit der Habsburger an. Die Haupteinkaufsmeile, die Ferhadija-Strasse, zeigt sich im klassizistischen Stil.
Neben den osmanischen Einflüssen sieht man Sarajevo auch die Zeit der Habsburger an. Die Haupteinkaufsmeile, die Ferhadija-Strasse, zeigt sich im klassizistischen Stil.
Aleksandra Hiltmann
Aus der jüngeren Vergangenheit findet man die «Rosen von Sarajevo» auf den Gehsteigen. Dort, wo während des Kriegs in den 90er-Jahren Menschen durch Granaten ums Leben kamen, wurden die Einschlagkrater rot eingefärbt, in Gedenken an die Opfer.
Aus der jüngeren Vergangenheit findet man die «Rosen von Sarajevo» auf den Gehsteigen. Dort, wo während des Kriegs in den 90er-Jahren Menschen durch Granaten ums Leben kamen, wurden die Einschlagkrater rot eingefärbt, in Gedenken an die Opfer.
iStock
Das historische Museum von Sarajevo zeigt eine eindrückliche Ausstellung über die Zeit, in der die Stadt unter Beschuss stand. Andere Museen, die sich mit dem Krieg auseinandersetzen: War Childhood Museum, Gallery 11/07/95, Tunel Spasa.
Das historische Museum von Sarajevo zeigt eine eindrückliche Ausstellung über die Zeit, in der die Stadt unter Beschuss stand. Andere Museen, die sich mit dem Krieg auseinandersetzen: War Childhood Museum, Gallery 11/07/95, Tunel Spasa.
Aleksandra Hiltmann
Während des Kriegs waren die Bewohnerinnen und Bewohner von Sarajevo eingeschlossen. Bis heute sind die Krater der Granateneinschläge zu sehen. Das braucht Zeit, um zu heilen.
Während des Kriegs waren die Bewohnerinnen und Bewohner von Sarajevo eingeschlossen. Bis heute sind die Krater der Granateneinschläge zu sehen. Das braucht Zeit, um zu heilen.
Aleksandra Hiltmann
Auch die Vjecnica, ehemals Rathaus und Bibliothek, wurde während des Kriegs zerstört. Viele der Bücher gingen in den Flammen unwiderruflich verloren. Heute ist das Gebäude renoviert, dient teilweise als Stadtverwaltung, teilweise als Bibliothek, Café und Ausstellungsraum.
Auch die Vjecnica, ehemals Rathaus und Bibliothek, wurde während des Kriegs zerstört. Viele der Bücher gingen in den Flammen unwiderruflich verloren. Heute ist das Gebäude renoviert, dient teilweise als Stadtverwaltung, teilweise als Bibliothek, Café und Ausstellungsraum.
Aleksandra Hiltmann
26 Jahre stand die Gondelbahn zum Hausberg Trebevic still – sie wurde im Krieg zerstört. Seit etwas mehr als einem Jahr fährt sie wieder. Für die Einwohnerinnen und Einwohner von Sarajevo ein bedeutendes Ereignis.
26 Jahre stand die Gondelbahn zum Hausberg Trebevic still – sie wurde im Krieg zerstört. Seit etwas mehr als einem Jahr fährt sie wieder. Für die Einwohnerinnen und Einwohner von Sarajevo ein bedeutendes Ereignis.
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Die Bobbahn auf dem Trebevic wurde für die Olympischen Spiele 1984 gebaut. Heute kann man auf ihr spazieren, wie auch rundherum auf den Wanderwegen. Mit der Wiedereröffnung der Gondelbahn blüht der Trebevic als Naherholungsgebiet regelrecht auf.
Die Bobbahn auf dem Trebevic wurde für die Olympischen Spiele 1984 gebaut. Heute kann man auf ihr spazieren, wie auch rundherum auf den Wanderwegen. Mit der Wiedereröffnung der Gondelbahn blüht der Trebevic als Naherholungsgebiet regelrecht auf.
Aleksandra Hiltmann
Unbedingt probieren sollte man Süssigkeiten. Baklava oder Hurmašica etwa. Hier eine Auswahl im Naturhotel Pino, das man nach einem Spaziergang von der Trebevic-Bergstation aus erreicht.
Unbedingt probieren sollte man Süssigkeiten. Baklava oder Hurmašica etwa. Hier eine Auswahl im Naturhotel Pino, das man nach einem Spaziergang von der Trebevic-Bergstation aus erreicht.
Aleksandra Hiltmann
Einen der besten Ausblicke über die Stadt hat man von der weissen (Bjela Tablja) oder der gelben Festung (Zuta Tabija)  aus. Sie sind nur einen Spaziergang von der Altstadt entfernt.
Einen der besten Ausblicke über die Stadt hat man von der weissen (Bjela Tablja) oder der gelben Festung (Zuta Tabija) aus. Sie sind nur einen Spaziergang von der Altstadt entfernt.
Aleksandra Hiltmann
Wer mit Panorama essen möchte, besucht zum Beispiel das Restoran Park Princeva.
Wer mit Panorama essen möchte, besucht zum Beispiel das Restoran Park Princeva.
Aleksandra Hiltmann
Fährt man aus Sarajevo raus, reist man durch die Zeit. Wie Ringe legen sich die Epochen um die Stadt. Der innerste ist der osmanische, der mittlere der habsburgische, der äusserste der sozialistische. Zu sehen: das Quartier Dobrinja.
Fährt man aus Sarajevo raus, reist man durch die Zeit. Wie Ringe legen sich die Epochen um die Stadt. Der innerste ist der osmanische, der mittlere der habsburgische, der äusserste der sozialistische. Zu sehen: das Quartier Dobrinja.
Aleksandra Hiltmann
Rund um Sarajevo kann man im Winter Ski fahren. Hier der Blick vom Berg Bjelasnica auf den Berg Trebevic.
Rund um Sarajevo kann man im Winter Ski fahren. Hier der Blick vom Berg Bjelasnica auf den Berg Trebevic.
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Absteigen kann man im Winter zum Beispiel in der Pansion Staza Bjelašnica. Das Interieur ist modern, die Küche deftig. Die Sportausrüstung kann man in einem separaten Skiraum deponieren.
Absteigen kann man im Winter zum Beispiel in der Pansion Staza Bjelašnica. Das Interieur ist modern, die Küche deftig. Die Sportausrüstung kann man in einem separaten Skiraum deponieren.
Aleksandra Hiltmann
Wer lieber wandern möchte, kann das höchstgelegene Dorf Bosniens besuchen, Lukomir, in den Bergen der Bjelasnica.
Wer lieber wandern möchte, kann das höchstgelegene Dorf Bosniens besuchen, Lukomir, in den Bergen der Bjelasnica.
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Im Winter ist das Dorf nicht bewohnt. Das Leben ist auch im Sommer einfach. Nun will man jedoch vermehrt in touristische Infrastruktur investieren.
Im Winter ist das Dorf nicht bewohnt. Das Leben ist auch im Sommer einfach. Nun will man jedoch vermehrt in touristische Infrastruktur investieren.
Aleksandra Hiltmann
Zum kulinarischen Pflichtprogramm in Bosnien gehört Burek oder Pita. Die gefüllte Teigspeise wird hier oben in der Pansion Letnja Basta in Lukomir für Besuchende frisch zubereitet. Im oberen Stock kann man übernachten.
Zum kulinarischen Pflichtprogramm in Bosnien gehört Burek oder Pita. Die gefüllte Teigspeise wird hier oben in der Pansion Letnja Basta in Lukomir für Besuchende frisch zubereitet. Im oberen Stock kann man übernachten.
Aleksandra Hiltmann
Ein Highlight für Wandertouristen ist auch der Sutjeska-Nationalpark weiter südlich von Sarajevo. Vom Besikta-Ausblickspunkt blickt man über den streng geschützten Perucica-Wald im Nationalpark.
Ein Highlight für Wandertouristen ist auch der Sutjeska-Nationalpark weiter südlich von Sarajevo. Vom Besikta-Ausblickspunkt blickt man über den streng geschützten Perucica-Wald im Nationalpark.
Sutjeska-Nationalpark
Der Perucica-Urwald ist bis heute noch nicht vollständig erkundet. Auch Forschende der Universität Zürich waren bereits im Perucica-Wald zu Gast. Bis zu 20'000 Jahre alt seien seine Bäume, sagt Rangerin Nevena Novovic.
Der Perucica-Urwald ist bis heute noch nicht vollständig erkundet. Auch Forschende der Universität Zürich waren bereits im Perucica-Wald zu Gast. Bis zu 20'000 Jahre alt seien seine Bäume, sagt Rangerin Nevena Novovic.
Aleksandra Hiltmann
Der Nationalpark ist das Zuhause verschiedener Wildtiere, unter ihnen: der Bär.
Der Nationalpark ist das Zuhause verschiedener Wildtiere, unter ihnen: der Bär.
Sutjeska-Nationalpark
Über dem Dickicht des Waldes kann man in den Berghütten von Prijevor übernachten, mit Blick über eine gewaltige Landschaft, den Gipfel des höchsten Bergs Bosniens, dem Maglic, im Rücken.
Über dem Dickicht des Waldes kann man in den Berghütten von Prijevor übernachten, mit Blick über eine gewaltige Landschaft, den Gipfel des höchsten Bergs Bosniens, dem Maglic, im Rücken.
Sutjeska-Nationalpark
Rangerin Nevena Novovic und ihr Kollege Djordje Vukovic sind stolz, dass der Nationalpark den internationalen Gästen gefällt. Sie hoffen, dass in Zukunft vermehrt auch junge Leute den Weg in den Perucica-Wald und die umliegenden Berge finden.
Rangerin Nevena Novovic und ihr Kollege Djordje Vukovic sind stolz, dass der Nationalpark den internationalen Gästen gefällt. Sie hoffen, dass in Zukunft vermehrt auch junge Leute den Weg in den Perucica-Wald und die umliegenden Berge finden.
Aleksandra Hiltmann
Vis-a-vis dem Perucica-Wald liegen die Zelengora-Berge. Ihre Seen sind beliebte Wanderziele. Im Bild: der Orlovacko-See.
Vis-a-vis dem Perucica-Wald liegen die Zelengora-Berge. Ihre Seen sind beliebte Wanderziele. Im Bild: der Orlovacko-See.
Sutjeska-Nationalpark
Den Schutzstatus verdankt der Nationalpark aber nicht etwa der Vielfalt seiner Flora und Fauna, sondern der Schlacht von Sutjeska, in der sich Partisanen erfolgreich gegen Nazi-Verbündete wehrten. In der Schlacht kamen viele Jugendliche ums Leben. Ihrer wurde im ehemaligen Jugoslawien am Tag der Jugend gedacht.
Den Schutzstatus verdankt der Nationalpark aber nicht etwa der Vielfalt seiner Flora und Fauna, sondern der Schlacht von Sutjeska, in der sich Partisanen erfolgreich gegen Nazi-Verbündete wehrten. In der Schlacht kamen viele Jugendliche ums Leben. Ihrer wurde im ehemaligen Jugoslawien am Tag der Jugend gedacht.
Aleksandra Hiltmann
Tausende junge Leute pilgerten zum Denkmal und stiegen im nahe gelegenen Hotel Mladost (Hotel Jugend) ab. Heute kommen vor allem Wandertouristen. Und die werden ausgezeichnet bewirtet.
Tausende junge Leute pilgerten zum Denkmal und stiegen im nahe gelegenen Hotel Mladost (Hotel Jugend) ab. Heute kommen vor allem Wandertouristen. Und die werden ausgezeichnet bewirtet.
Aleksandra Hiltmann
Das Hotel Mladost wird zurzeit gerade modernisiert und renoviert. Doch auch die ursprünglich einfachen Zimmer reichen aus, um sich wohl zu fühlen. Das Personal ist ausgesprochen gastfreundlich.
Das Hotel Mladost wird zurzeit gerade modernisiert und renoviert. Doch auch die ursprünglich einfachen Zimmer reichen aus, um sich wohl zu fühlen. Das Personal ist ausgesprochen gastfreundlich.
Aleksandra Hiltmann
Noch weiter südlich von Sarajevo und dem Sutjeska-Nationalpark liegt Mostar. Im Sommer gilt sie als heisseste Stadt Bosniens, da sie in einer Art Kessel, umrandet von Bergen, liegt.
Noch weiter südlich von Sarajevo und dem Sutjeska-Nationalpark liegt Mostar. Im Sommer gilt sie als heisseste Stadt Bosniens, da sie in einer Art Kessel, umrandet von Bergen, liegt.
Aleksandra Hiltmann
Das Unesco-Weltkulturerbe aus dem 16. Jahrhundert erlangte in den 90er-Jahren traurige Bekanntheit. Im Krieg wurde die Brücke zerstört. Einige ihrer originalen Steine liegen bis heute unten im Fluss.
Das Unesco-Weltkulturerbe aus dem 16. Jahrhundert erlangte in den 90er-Jahren traurige Bekanntheit. Im Krieg wurde die Brücke zerstört. Einige ihrer originalen Steine liegen bis heute unten im Fluss.
Reuters
Heute ist die Brücke wieder aufgebaut. Jeden Sommer findet von dort aus die Meisterschaft im Brückenspringen statt. Der typische Stil des Springens in Mostar ist jener, bei dem der Springende eine Schwalbe nachahmt.
Heute ist die Brücke wieder aufgebaut. Jeden Sommer findet von dort aus die Meisterschaft im Brückenspringen statt. Der typische Stil des Springens in Mostar ist jener, bei dem der Springende eine Schwalbe nachahmt.
Reuters
Obwohl die Brücke in Mostar wieder aufgebaut wurde, bleibt die Stadt ethnisch weitgehend getrennt. Im Kulturzentrum Abrasevic jedoch feiern Leute beider Seiten. Es finden regelmässig Konzerte und andere Veranstaltungen statt.
Obwohl die Brücke in Mostar wieder aufgebaut wurde, bleibt die Stadt ethnisch weitgehend getrennt. Im Kulturzentrum Abrasevic jedoch feiern Leute beider Seiten. Es finden regelmässig Konzerte und andere Veranstaltungen statt.
Aleksandra Hiltmann
Nach einem Essen im hervorragenden Restaurant Šadrvan bietet sich ein Nachtspaziergang an. Tagsüber strömen (zu) viele Touristen in die Stadt – Passagiere der grossen Kreuzfahrtschiffe, die in den Nachbarländern Montenegro und Kroatien anlegen.
Nach einem Essen im hervorragenden Restaurant Šadrvan bietet sich ein Nachtspaziergang an. Tagsüber strömen (zu) viele Touristen in die Stadt – Passagiere der grossen Kreuzfahrtschiffe, die in den Nachbarländern Montenegro und Kroatien anlegen.
Aleksandra Hiltmann
Alternativ kann man frühmorgens ebenfalls ungestört durch Mostars Altstadt flanieren.
Alternativ kann man frühmorgens ebenfalls ungestört durch Mostars Altstadt flanieren.
Aleksandra Hiltmann
Für ein Frühstück besucht man Haris Micijevic (r.) und Denis Coric (l.) in ihrem Café Bastan. «Das Bastan ist unsere letzte Chance», sagte Denis, der eigentlich Ingenieur ist. Wie viele andere Junge in Bosnien fand er keinen Job. 16 seiner 28 ehemaligen Klassenkameraden hätten das Land bereits verlassen.
Für ein Frühstück besucht man Haris Micijevic (r.) und Denis Coric (l.) in ihrem Café Bastan. «Das Bastan ist unsere letzte Chance», sagte Denis, der eigentlich Ingenieur ist. Wie viele andere Junge in Bosnien fand er keinen Job. 16 seiner 28 ehemaligen Klassenkameraden hätten das Land bereits verlassen.
Aleksandra Hiltmann
Das Café soll für Denis und Haris der Weg werden, zu bleiben. Nebst bosnischem Kaffee servieren sie Süssgebäck und Sirup aus Grossmutters Garten.
Das Café soll für Denis und Haris der Weg werden, zu bleiben. Nebst bosnischem Kaffee servieren sie Süssgebäck und Sirup aus Grossmutters Garten.
Aleksandra Hiltmann
Ist das Wetter schön, bringen Denis und Haris den Kaffee auch gerne raus auf eine Steinmauer, mit dem wohl besten Blick der Stadt.
Ist das Wetter schön, bringen Denis und Haris den Kaffee auch gerne raus auf eine Steinmauer, mit dem wohl besten Blick der Stadt.
Aleksandra Hiltmann
Wer sich unterwegs abkühlen möchte, sollte die Kravice-Wasserfälle in der Nähe von Mostar besuchen. Man kann schwimmen und sich in einem kleinen Restaurant am Ufer verpflegen.
Wer sich unterwegs abkühlen möchte, sollte die Kravice-Wasserfälle in der Nähe von Mostar besuchen. Man kann schwimmen und sich in einem kleinen Restaurant am Ufer verpflegen.
Aleksandra Hiltmann
Eine kurze Autofahrt von den Kravice-Wasserfällen entfernt liegt der Ort Ljubuski. Dort hat sich die Familie Begic ihr Weingut aufgebaut.
Eine kurze Autofahrt von den Kravice-Wasserfällen entfernt liegt der Ort Ljubuski. Dort hat sich die Familie Begic ihr Weingut aufgebaut.
Aleksandra Hiltmann
Branimir Begic kennt sich bestens aus mit den Weinsorten, welche die familieneigenen Reben hergeben. Besuchende können degustieren und sich von Branimir über das Weingut und durch den Weinkeller führen lassen.
Branimir Begic kennt sich bestens aus mit den Weinsorten, welche die familieneigenen Reben hergeben. Besuchende können degustieren und sich von Branimir über das Weingut und durch den Weinkeller führen lassen.
Aleksandra Hiltmann
Kommt man als kleine oder grössere Gruppe, kocht die Familie auch Mittagessen. Mutter Begics Eintopf schmeckt sündhaft gut.
Kommt man als kleine oder grössere Gruppe, kocht die Familie auch Mittagessen. Mutter Begics Eintopf schmeckt sündhaft gut.
Aleksandra Hiltmann
Gleich vor Ort kann man auch Schnäpse und Weine der Begics kaufen. Die Auswahl setzt sich im Keller fort.
Gleich vor Ort kann man auch Schnäpse und Weine der Begics kaufen. Die Auswahl setzt sich im Keller fort.
Aleksandra Hiltmann
Weiter geht es in den Blidinje-Nationalpark. Unten in der Ebene wartet der Blidinje-See, weiter oben falten sich schroffe Steinformationen. Der Nationalpark ist einer der Punkte, wo die Wanderroute Via Dinarica in Bosnien durchführt.
Weiter geht es in den Blidinje-Nationalpark. Unten in der Ebene wartet der Blidinje-See, weiter oben falten sich schroffe Steinformationen. Der Nationalpark ist einer der Punkte, wo die Wanderroute Via Dinarica in Bosnien durchführt.
Aleksandra Hiltmann
Unterwegs lohnt sich auch ein Halt in der Stadt Konjic. Sie ist bekannt für ihre hübsche Brücke und für Kunsthandwerk aus Holz. Ebenso lohnenswert ist ein Besuch in Titos altem Bunker, ganz in der Nähe der Stadt.
Unterwegs lohnt sich auch ein Halt in der Stadt Konjic. Sie ist bekannt für ihre hübsche Brücke und für Kunsthandwerk aus Holz. Ebenso lohnenswert ist ein Besuch in Titos altem Bunker, ganz in der Nähe der Stadt.
Aleksandra Hiltmann
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Der Duft frischer Cevapcici, würziger Hackfleischwürstchen, weht durch die Gassen der Altstadt. Im Café im unteren Stock des Hotels Ovo Malo Duše haben es sich einheimische Männer gemütlich gemacht. Auf dem Tisch stehen dampfende Tassen und kleine klare Gläser. Nicht «Hygge», der neue Wohlfühltrend aus Dänemark, sondern «Merak» heisst das bosnische Lebensgefühl, zu welchem auch deftiges Essen bereits zum Frühstück gehört. Der Name des kleinen Hotels verleiht diesem Geniessen Nachdruck. Übersetzt bedeutet er: Dieses bisschen Seele.

Die Seele der bosnischen Hauptstadt ist vielschichtig. «Sachertorte und bosnischer Kaffee, so schmeckt Sarajevo», findet der junge Stadtführer Edin. Die Habsburger brachten die Torte und klassizistische, mondäne Fassaden, die Osmanen den starken, schwarzen Kaffee und den orientalisch geprägten Basar im Herzen der Altstadt, der Bašcaršija. Über der ältesten Gasse, der Kupfergasse, berühren sich die Dächer beinahe, so schmal ist sie.

Hinter Fenstern sieht man Handwerker traditionelle ­Kaffeesets aus Kupfer formen. Eine Ecke weiter stapeln sich prächtige Teppiche. Die Händler stiegen früher in Gasthäusern ab, heute bewirtschaften Bars und Restaurants mit schattigen Innenhöfen – etwa das Barhana oder Dveri – die Gäste. Diese tragen Kopftuch oder Shorts. Mal wird Ramadan, mal das internationale Sarajevo Film Festival gefeiert. In den Himmel ragen Minarette, die Kuppeln einer Synagoge und Kirchtürme.

Die Einschusslöcher an der Wand der katholischen ­Kathedrale dagegen sind ein Mahnmal für die blutige Vergangenheit. 1425 Tage dauerte der Beschuss von Sarajevo während des Bosnienkrieges. Er kostete über 10'000 Menschen das Leben. In den Fassaden der grossen Plattenbauten klaffen Krater. Sie stammen von Granateneinschlägen. Rot eingefärbte Löcher auf den Trottoirs – die «Rosen von Sarajevo» – erinnern an jene, die hier getötet wurden. Auf der Reise übers Land fährt man an Skeletten zerstörter Häuser vorbei.

So schön die neuaufgebaute Brücke über die ­Neretva in Mostar ist, die Stadt ist bis heute ethnisch weitgehend getrennt. Wegweiser führen zu ­Orten, die im Zusammenhang mit Kriegsverbrechen stehen. Interessierte besuchen auf den Konflikt spezialisierte Museen, Kriegsschauplätze in und um Sarajevo und Gedenkstätten im ganzen Land. Andere schreckt diese Vergangenheit eher ab. Doch man kann auch ganz anders durch Bosnien reisen. Das Land bietet betörend schöne Landschaften und unfassbar viel Grün. Fast scheint es, als wolle die Natur zeigen, dass ein neues Leben möglich ist.

Mutige stürzen die olympische Bobbahn hinunter

Ein Zeichen dafür setzte man mit der wiedereröffneten Gondelbahn auf den Trebevic, den Hausberg von Sarajevo. Das Naherholungsgebiet wurde entweiht, als es während des Krieges zur Kampfzone wurde. Seither stand die Bahn still. Als vor rund eineinhalb Jahren die erste moderne Gondel den Berg hochfuhr, war der Jubel gross. Die Spazier- und Bikewege, Spielplätze, Picknickareale und der Streichelzoo sind beliebt. Im Sommer stürzen sich Mutige die olympische Bobbahn von 1984 hinunter. Nur das Restaurant an der Bergstation der Gondel wartet noch auf die Eröffnung. «Uskoro», sagen die Arbeiter und lachen. «Bald» sei es soweit. In Bosnien kann das alles heissen.

Gut voran kommt man hingegen in der Bjelašnica, dem Gebirgszug vor den Stadttoren, dessen höchster Gipfel über 2000 Meter über Meer erreicht. Dort fliessen die Investitionen in neue Hotels, Ski­lifte und -pisten. Für jene, die lieber wandern, bieten die Bjelašnica und ihr Umland herrliche Routen, zum Beispiel in das höchstgelegene Dorf Bosniens, Lukomir. Dort kommt die Wirtefamilie der Pension Letnja Bašta mit der Bedienung der Gäste kaum nach. Gerade zieht die Köchin ein Blech selbst zubereiteten, frischen Bureks – eine gefüllte Teigspeise – aus dem Ofen. Eine Gruppe britischer Touristen reibt sich die Hände.

Einer der wertvollsten Schätze der Natur ist der Sutjeska-Nationalpark an der Grenze zu Montenegro. Majestätisch türmt sich das Felsmassiv um den höchsten Berg des Landes, den Maglic (2386 Meter über Meer). Rundherum schlägt das grüne Herz des Nationalparks, der Perucica-Wald, einer der letzten Urwälder Europas. Rangerin Nevena Novovic und Kollege Djordje Vukovic führen Besucher über die schmalen Trampelpfade und moosbewachsenen umgefallenen Baumstämme.

Durch den Nationalpark verläuft auch die Via Dinarica. Das 2000 Kilometer umfassende Fernwanderwegnetz verbindet die Länder des Westbalkans entlang des Dinarischen Gebirges. Es soll ein neuer Fixpunkt für ­Outdoor-Touristen werden. Unten in der Ebene steht das Hotel Mladost (Hotel Jugend). Es hat die besten Zeiten hinter sich. Unter Tito stiegen hier Tausende ab, wenn sie am gewaltigen Monument der Schlacht von Sutjeska gedachten. Das Monument steht noch. Die Zeit der Partisanen ist vorbei.

Der Tisch biegt sich unter Platten grillierter Speisen

Doch die Angestellten trotzten dem Zerfall und hielten das Hotel Mladost am Leben, mit viel Idealismus und Improvisationstalent. Was an der Fassade fehlt, wird andernorts kompensiert. Der Empfang ist herzlich. Gleich eine ganze Flasche Rakija steht im einfach eingerichteten Zimmer bereit. Unten im hoteleigenen Restaurant biegt sich der Tisch unter Platten grillierter Speisen und Käse. Die Gastfreundschaft ist, ohne dass man in Stereotypen verfallen möchte, rührend. Nicht nur im Hotel Mladost, auch an anderen Orten in Bosnien.

Einen Höhepunkt erreicht sie südlich der Stadt Mostar, auf dem Weingut der Familie Begic in der Herzegowina, jener Region Bosniens, die an Kroatien grenzt. Hier weht ein mediterraner Wind durch die Reben, an den Bäumen wachsen Feigen und Aprikosen. Frau Begic tischt einen riesigen Eintopf aus Fleisch, Gemüse und Kartoffeln auf, ihr Sohn Branimir schenkt auf dem Gut produzierte Weine aus. Spätestens nach einer Führung durch das begicsche Paradies und angesichts des Apfelkuchens, der in einem schattigen Hain wartet, kann die Welt untergehen. Bei uns würde man es wohl Völlerei nennen, in Bosnien einfach «Merak».

So rund wie bei den Begics läuft es nicht überall im Land. Der Tourismus sei neu in Bosnien, sagt Velid Alibašic, der sein eigenes Reiseunternehmen THQ Adventure führt. «Aber wir sind bereit zu lernen», versichert er, der Besuchern Touren zusammenstellt. Doch bereits jetzt gilt: Wer Bosnien besucht, geht als anderer Mensch nach Hause. Bosnien schenkt Reisenden mehr als Ferien. Es schenkt ihnen ein Stück seiner Seele.

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