Ab in den Süden – und zwar nackt

Ein Blick auf Reiseinserate aus dem Jahr 1984 birgt Überraschungen, zeigt aber auch, dass sich nicht alles geändert hat.

Auch früher übte der Süden eine Faszination aus: Ein Strand in Spanien in den 90er-Jahren (Symbolbild). Foto: Marcela Aguillo (Keystone)

Auch früher übte der Süden eine Faszination aus: Ein Strand in Spanien in den 90er-Jahren (Symbolbild). Foto: Marcela Aguillo (Keystone)

Beim Durchblättern eines «Tages-Anzeigers» vom 1. September 1984 findet man auffallend viele Reiseinserate. Während einige der beworbenen Destinationen auch heute noch zu den beliebtesten gehören, gibt es auch ein paar Überraschungen.

Die Reisetrends

Hoch im Kurs standen vor 35 Jahren offenbar Busreisen an die Costa Brava und nach Rimini. Dazu kommen Mittelmeerdestinationen und die spanischen Inseln. Während sich die Präferenzen bei den Städtereisen nicht gross geändert zu haben scheinen – auch heute sind Berlin, Lissabon und Wien noch sehr beliebt – überrascht das Inserat von «Maestral Reisen» doch ein wenig. Der Luzerner Reiseanbieter wirbt mit «FKK im Winter».


«FKK im Winter»: So warben Reisebüros vor 35 Jahren um Kunden.

Dass am 1. September primär mit südlichen Destinationen geworben wurde, ist allerdings nachvollziehbar: Man hoffte wohl auf kurzfristige Buchungen für die Herbstferien.

«Im Süden ist immer noch Sommer!» – das Bedürfnis nach Sonne und Wärme hat sich nicht verändert.

Die Anbieter

Viele der Inserenten aus dem Jahr 1984 sind heute nicht mehr aktiv. Anbieter wie SSR Reisen, Imholz Reisen, Pronto Reisen, Winterhalder oder kleinere Anbieter wie Franco Mostes oder Activa sind gänzlich vom Markt verschwunden oder wurden aufgekauft. Andere Marken, wie beispielsweise Kuoni oder Marti, sind auch heute noch wichtige Player auf dem Reisemarkt. Auch wenn im Fall von Kuoni der Besitzer gewechselt hat.


«Neu! Ferien in Villenanlage!», das Angebot des selbst deklarierten Ferienverbesserers Kuoni.

Die Preise

In der laufenden Klimadebatte ist oft zu hören, dass Fliegen zu billig (geworden) ist. Ein Blick auf die Preise von 1984 zeigt denn auch, dass das Fliegen heute wesentlich günstiger ist als früher. So ist ein Flug nach Lissabon auf dem Imholz-Inserat von 1984 ab 395 Franken erhältlich, was heute ca. 600 Franken entsprechen würde. Direktflüge in die portugiesische Metropole sind heute aber bereits ab ca. 120 Franken buchbar. Eindrücklich ist auch das Beispiel Berlin. Während man 1984 einen Flug ab 320 Franken buchen konnte (teuerungsbereinigt 490 Franken), bezahlen Schnäppchenjäger heute teilweise weniger als 100 Franken für den Flug.

«Interessantes, fakultatives Ausflugsprogramm» bietet Imholz, Reisebetreuung inklusive!

Die Menge

Auffallend ist aber nicht nur der Inhalt, sondern die schiere Menge der Inserate. Zahlreiche Reiseanbieter buhlen um die Gunst der Leser. Vom Inserateschwund im Onlinezeitalter scheinen die Printmedien 1984 noch nichts zu spüren.

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